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Bei WikiReal sollen unterschiedliche Methoden sicherstellen, dass bei dem Faktencheck nur Tatsachen und die Logik zählen und keine Partikularinteressen durchgesetzt werden können. Beim Sammeln der Informationen und ihrer gemeinsamen Analyse soll WikiReal ebenso offen sein wie Wikipedia. Bei Dissens in einer Bewertung stellt der Expertenrat aus qualifizierten Fachleuten sicher, dass unkorrumpiert und transparent eine rein fachlich begründete Entscheidung getroffen wird. Eine Vielzahl weiterer Methoden aus der Logik, der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Versicherungsmathematik, der juristischen Beweisführung etc. sollen dabei auf diesem Portal gesammelt werden und je nach Bedarf zum Einsatz kommen. Weiterhin soll Aufklärung geleistet werden über die Mechanismen der Selbsttäuschung und Desinformation.

Der WikiReal-Prozess für den Faktencheck

Der WikiReal-Prozess für den Faktencheck. Qualitätssicherung durch den Expertenrat.

Der Faktencheck verläuft zweistufig. Die wichtigste Voraussetzung ist die vollständige Beschaffung aller relevanten Informationen. Insbesondere hierfür, d.h. für das kollektive Zusammentragen und Ordnen der Informationen zur Klärung der strittigen Sachverhalte, bietet dieses Wiki die Infrastruktur. Es folgt die Analyse und Bewertung der Informationen. Hierbei ist entscheidend, dass die Argumentationen nachvollziehbar und lückenlos sind.

Diese Prozesse laufen in der Praxis nur unvollständig ab. Die Informationen zur Bewertung wichtiger gesellschaftlicher Fragen sind oft nicht leicht zugänglich. In den Medien wird die Problematik oft nur verkürzt dargestellt. Politiker und Lobbyisten steuern die Debatte über Behauptungen und Emotionen. Der weite Arm der Meinungsmacher reicht von den Talkshows bis in die Kommentare zu Zeitungsartikeln und behindert die systematische Bewertung der Fakten. In Blogs und Foren finden sich kluge Kommentare, die aber mit der Zeit im Archiv verloren gehen. Es fehlt an einer offenen und trotzdem qualitätsgesicherten Plattform, um die Probleme zuende zu bewerten. Diese Plattform will WikiReal.org bieten.

Dort wo die Bewertung keinen Konsens findet, möglicherweise, weil versucht wird, bestimmte Interessen durchzusetzen, werden im WikiReal-Prozess als wesentliche Methode Expertenräte eingesetzt. Im Zweifelsfall fällt der Expertenrat eine schlichtende Bewertung in der strittigen Frage mit Mehrheitsentscheid. So wird die Unabhängigkeit gewahrt und die Qualität gesichert. Das Verfahren orientiert sich am Peer-Review-Verfahren, bei dem wissenschaftliche Fragen mehreren Fachleuten zur Begutachtung und Freigabe vorgelegt werden. Auch die Berufung orientiert sich idealerweise an einem Mehrheitsentscheid nach dem Kooptions-Verfahren, mit dem per Mehrheitsbeschluss neue Mitglieder bestimmt und ggf. Mitglieder, die sich unsauberer Argumentation schuldig gemacht haben, ausgeschlossen werden. Der Bewertungsprozess wird derart auf mehrere unabhängige Schultern verteilt. Die gegenseitige Kontrolle wird als derzeit effektivste Methode angesehen, Lobbyarbeit und Korruption weitgehend auszuschließen.

Weitergehende Methoden

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Über die zuvor beschriebenen grundlegenden Arbeitsschritte hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Methoden aus der Logik, der Wahrscheinlichkeitstheorie oder der juristischen Beweisführung, die beim Faktencheck sinnvoll eingesetzt werden können.

Neben der textlichen Aufbereitung helfen z.B. schon einfach Pro- und Con-Listen, die sinnvoll um eine Gewichtung der einzelnen Punkte und die Berücksichtigung ihrer Abhängigkeiten erweitert werden. Dies führt schon auf die Betrachtung von Szenarien, die mit Wahrscheinlichkeitsbäumen möglichst zutreffend bewertet werden können. Oft geht es nicht nur um unzweifelhafte sachliche Fakten sondern zu weiten Teilen um Aussagen und Absichtsbekundungen einzelner Personen. Diese müssen analog einem Gerichtsverfahren auf Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit hin bewertet werden. In Einzelfällen könnten auch Methoden zum Einsatz kommen wie Venn-Diagramme oder das Bayestheorem und viele weitere. Bei der Versicherungswirtschaft hängen Milliardenvermögen an der zuverlässigen Einschätzung der Zukunft. Hier kommen sogenannte Aktuariatsmethoden, wie etwa der Panjer-Algorithmus zum Einsatz. Wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft, unseres Klimas etc. geht, sollten wir diese Methoden und ihre Ergebnisse öffentlich einsetzen.

Mechanismen der Selbsttäuschung und Desinformation

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Siehe → Meinungsmache

Voraussetzung einer eigenen Meinungsbildung ist der Zweifel und hierzu gehört auch das Erkennen von Selbsttäuschungen und Desinformationen. Die Verdrängung belastender Informationen und Erlebnisse ist allzu menschlich. Sie ist ein natürlicher Schutz vor Traumata, aber schädlich im politischen Prozess.

Viel lieber als eine unangenehme Wahrheit hören wir eine schöne Lüge. Wenn es aber um die Entscheidungen für die Zukunft geht, ist dieses Reaktionsmuster fatal. Allzu leichtgläubig reagieren wir auf die Versprechungen unserer Politiker und auf die simplen Parolen der großen Vereinfacher. Hier ist es notwendig, dass wir uns mit Effekten der Wahrnehmungspsychologie befassen zum Verständnis der eigenen Mitschuld an der uns umgebenden Desinformation.

Weiterentwicklung der Methoden und Aufklärung

Ziel dieses Wikis ist mittels Faktencheck zu kontrovers diskutierten Themen Aufklärung zu leisten und Orientierung zu ermöglichen. Dabei sollen nach Bedarf einzelne der oben genannten weitergehenden Methoden zum Einsatz gebracht werden und Aufklärung geleistet werden über die Mechanismen der Selbsttäuschung und Desinformation, denen wir in der Wahrnehmung der kritischen Themen unserer Zeit häufig unterliegen. Dabei soll auch dieses Portal und sein Prozess der Informationsbeschaffung, Analyse und Bewertung auf gemeinschaftlicher Basis bzw. durch Expertenräte ständig weiterentwickelt werden.