Stuttgart 21/Medien/Zur Sache BW 2025: Unterschied zwischen den Versionen

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(Zur Sache BW von 07.2025 ergänzt)
 
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Im Zuge der Aufklärungsarbeit zu den Mängeln von Stuttgart 21 wurde immer wieder ein Faktencheck gefordert, der die Fehler der S21-Schlichtung von 2010 vermeidet. Bis heute vergeblich. Als Ergebnis wurde dabei aber immerhin ein neuartiges Modell für einen '''professionellen Faktencheck entwickelt'''. Basis sind <u>positive Erfahrungen mit Sachmoderationen</u> auch zum Projekt Stuttgart 21, sowie die <u>vielen Negativbeispiele zu S21</u>, allen voran die Schlichtung, die mit deutlich über 100 schwerwiegenden Manipulationen mehr Desinformation als Faktencheck war und der Stresstest, der geradezu ein Festival der Meinungsmanipulation und des Wegguckens waren. Einen wirklich professionellen Faktencheck scheuen aber die S21-Betreiber, "<u>wie der Teufel das Weihwasser</u>".
{{Ye|<big>'''Ergebnis des Faktenchecks:'''</big>}} Die Sendung "Zur Sache! Baden-Württemberg" im SWR Fernsehen vom 24.07.2025 ist das bisher jüngste Beispiel einer einseitigen Darstellung des Projekts Stuttgart 21. Insbesondere der DB-Vorstand für Infrastruktur Berthold Huber macht eine große Zahl unrichtiger Aussagen, die in der Kürze der Zeit und mangels Beteiligung von Fachleuten der Kritikerseite nicht richtiggestellt werden konnten. Die anhaltende und von Befürworterseite nicht entkräfteten existentiellen Kritikpunkte des Projekts wurden übergangen oder nur verharmlosend angesprochen. In Summe war die Sendung '''keine Aufklärung "zur Sache"''', sondern eine ziemlich breite Desinformation. Es wäre eine Bestätigung journalistischen Qualitätsbewusstseins, wenn dieser schief gelaufenen Berichterstattung ein <u>Faktencheck</u> nachfolgen würde.<br style="clear:both"/>
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{{Hinweis|Baustelle|<big>'''Work in Progress!'''</big> Diese Seite ist im Aufbau und noch nicht vollständig. Mitarbeit, Korrekturen, Anregungen sind willkommen (s.a. [[Diskussion:{{FULLPAGENAME}}|Diskussionsseite]])!}}{{ps}}
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==Aktuell==
  
==Zusammenfassung==
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{{Aktuell|
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{{newsitem| 16.01.2026 | <u>Faktencheck-Herausforderung</u> zum Pfaffensteigtunnel wurde mehrfach veröffentlicht,<ref>•&nbsp;15.12.2025, [https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.gaeubahn-in-horb-und-sulz-bahn-experten-kritisieren-tunnel-mogelei.498827fa-975a-4a3f-8054-b36d091ede67.html schwarzwaelder-bote.de] (plus), "Gäubahn in Horb und Sulz. Bahn-Experten kritisieren »Tunnel-Mogelei«". •&nbsp;06.01.2026, [https://www.nachdenkseiten.de/?p=144334 nachdenkseiten.de], "Frau Palla muss sich von den S21-Clowns emanzipieren!". •&nbsp;Christoph Engelhardt, "Pfaffensteigtunnel – Fehlplanungen und Demokratiedefizite", 13.01.2026 (pdf [https://wikireal.org/w/images/5/5c/2026-01-13_Engelhardt_-_Pfaffensteigtunnel_kurz.pdf wikireal.org])</ref> zuletzt im offenen Brief an Minister Hermann<ref>Christoph Engelhardt, Roland Morlock, Offener Brief "Öffentlicher Faktencheck zum Pfaffensteigtunnel", 16.01.2026 (pdf [https://wikireal.org/w/images/f/f7/2026-01-16_Offener_Brief_an_Hermann_-_Faktencheck_zum_Pfaffensteigtunnel.pdf wikireal.org])</ref>.}}
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{{newsitem| 16.08.2025 | <u>Faktencheck zu Desinformation in "Zur Sache Baden-Württemberg!"</u> vom 24.07.2025 [[Stuttgart 21/Medien/Zur_Sache_BW_2025#Faktencheck|mit unzähligen Falschaussagen gefordert]].}}
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{{newsitem| 12.12.2025 | <u>Fachartikel zum Pfaffensteigtunnel</u> endet mit der Herausforderung zu einem Faktencheck<ref>Roland Morlock, Christoph Engelhardt, "Pfaffensteigtunnel oder Gäubahnausbau – gefährliches Milliardenloch oder sinnvolle Fahrzeitverkürzung?", Eisenbahn-Revue International 1/2026, S. 42-46, S. 46</ref> wie auch die Pressemitteilung dazu<ref>12.12.2025, WikiReal Pressemitteilung "S21-Pfaffensteigtunnel: Nicht genehmigungsfähig und fehlgeplant" (pdf [https://wikireal.org/w/images/5/5e/2025-12-12_PM_Wikireal_-_Pfaffensteigtunnel.pdf wikireal.org])</ref>, siehe [[Stuttgart_21/Trassierung#Pfaffensteigtunnel|auch hier]].}}
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{{newsitem| 16.08.2025 | <u>Aufarbeitung der Sendung "Zur Sache" Baden-Württemberg"</u>, auch hier wird ein [[Stuttgart_21/Medien/Zur_Sache_BW_2025#Faktencheck|professioneller Faktencheck gefordert]].}}
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{{newsitem| 26.03.2025 | <u>Der Faktencheck zum Tunnelbrandschutz</u> wird auch im "Alternativen Geschäftsbericht der Deutschen Bahn 2024" gefordert.<ref>26.03.2025, Christoph Engelhardt, "Die Auflösung der Standards im Tunnelbrandschutz", in: Bürgerbahn Denkfabrik, "Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn 2024. Den Verfall stoppen", 26.03.2025 ([https://buergerbahn-denkfabrik.org/alternativer-geschaeftsbericht-deutsche-bahn-ag-2024/ buergerbahn-denkfabrik.org], pdf [https://buergerbahn-denkfabrik.org/wp-content/uploads/2025/03/Altgesch_Bericht_2024_Final.pdf buergerbahn-denkfabrik.org]), S. 132-137, S. 137</ref>}}
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{{newsitem| 04-06.2024 | <u>WikiReal fordert professionellen Faktencheck</u> zum [[#Tunnelbrandschutz |Tunnel-Brandschutz]]<ref name="PK_2024-04-19"/> und erneuert diese Herausforderung zu den offenen Briefen an Bahn<ref name="PM 2024-04-24"/> und EBA<ref name="PM 2024-05-22"/>.}}
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{{newsitem| 17.04.2024 | <u>Professioneller Faktencheck</u>, Konzept [[#Professioneller Faktencheck |auf dieser Seite vorgestellt]], Seite neu strukturiert und stark erweitert.}}
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{{newsitem| 29.12.2022 | <u>WikiReal fordert einen professionellen Faktencheck</u> auch für die unrealistischen S21-Inbetriebnahme-Fahrpläne.<ref name="2022-12-29 Regionalfahrplan">C. Engelhardt, Positionspapier "Stuttgart 21: Der neue Regionalfahrplan ist nicht fahrbar, wie die Vorgängerpläne", 29.12.2022 (pdf [https://wikireal.org/w/images/4/48/2022-12-29_Engelhardt_-_S21-Regionalfahrplaene_nicht_fahrbar.pdf wikireal.org])</ref>}}
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{{newsitem| 04.02.2021 | <u>C. Engelhardt fordert auf Radio Dreyeckland</u> einen "echten Faktencheck" zum Stuttgart 21-Brandschutz.<ref name="2021_Dreyeck">04.02.2021, [https://rdl.de/beitrag/s21-praktisch-ohne-brandschutz rdl.de], "S21: Praktisch ohne Brandschutz. Wenn es mal brennt, wird die Luft unten knapp" (mp3 [https://rdl.de/sites/default/files/audio/2021/02/20210204-s21praktisch-w22462.mp3 rdl.de])</ref>}}
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{{newsitem| 16.01.2020 | <u>Faktencheck zu "Starke Schiene Deutschland"</u>, das Verkehrsministerium [[#Starke_Schiene |kneift im letzten Moment]]}}
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{{newsitem| 10/11.2016 | <u>Anhörungen zu Leistungsfähigkeit und Brandschutz</u> nur Show ohne echte Diskussion und Klärung, teils sogar mit Maulkorb!<ref name="Engelhardt-Maulkorb"/>}}
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{{newsitem| 06./07.07.16 | <u>Ablehnung 4. Bürgerbegehren ohne Faktencheck</u>, Gemeinderat [[Stuttgart 21/Leistung/4. Bürgerbegehren |verhandelt Widerspruch]], obwohl es den zugesagten Faktencheck nicht gegeben hatte.}}
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{{newsitem| 07.03.2016 | <u>Mo-Demo, Engelhardt: Politik und Bahn kneifen vor Tatsachenklärung</u>, die [[#Kuhn |laut OB Kuhn]] Aufgabe der Stadt wäre, die aber [[#07.03.2016 |laut Akteneinsicht untätig ist]].<ref name="Faktencheck-Bluff">07.03.2016, Rede von Christoph Engelhardt, "Der große Faktencheck-Bluff! Politik und Bahn kneifen zur S21-Leistungsfähigkeit!" (pdf [https://wikireal.org/w/images/5/52/2016-03-07_Engelhardt_Rede_Montagsdemo_Faktencheck-Bluff.pdf wikireal.org])</ref>}}
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{{newsitem| 26.02.2016 | <u>Statt dem zugesagten Faktencheck bieten die Projektumsetzer</u> eine [[#Showveranstaltung |reine politische Showveranstaltung]] an, das 4. BB lehnt ab!<ref name="StZ-2016-02-27">27.02.2016, [http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-schlichtung-ii-faellt-aus.161a24bc-8f2b-4280-b84c-92d92101567c.html stuttgarter-zeitung.de], "Schlichtung II fällt aus"</ref>}}
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{{newsitem| 18.01.2016 | <u>Auswertung der Schlichtung</u>: Statt neuer Aufklärung [[Stuttgart 21/Schlichtung/Auswertung |bewirkten Kefer und Geißler gründliche Desinformation]]. Geißler erneut: Faktencheck zu Flüchtlingen.<ref>20.01.2016, [http://www.kontextwochenzeitung.de/politik/251/alles-wie-gehabt-3390.html kontextwochenzeitung.de], "Alles wie gehabt"</ref>}}
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{{newsitem| 10.01.2016 | <u>Heiner Geißler bringt einen neuen Faktencheck zum Thema Flüchtlinge</u> ins Spiel.<ref>10.01.2016, ZDF, Berlin direkt, "Im Konflikt um Stuttgart 21 hat ein Runder Tisch nach Lösungen gesucht. Wäre das nach Köln erfolgversprechend, Heiner Geißler?" (Video [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2643068/Hilft-ein-Runder-Tisch zdf.de], s.a. "Kann die Spaltung überwunden werden?" [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2643062/Kann-die-Spaltung-ueberwunden-werden%3F zdf.de], "Hat Pegida Interesse am Dialog?" [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2643074/Hat-Pegida-Interesse-am-Dialog%253F zdf.de])</ref>}}
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{{newsitem| 21.12.2015 | <u>OB zum Antrag:</u> Verweis auf Widerspruchsverfahren, Einsicht wird gewährt, aber trotz fundierter Kritik<ref name="Schoeller-Anschreiben">J. Schoeller, H. Heydemann, M. Braun, "Begründung des Widerspruchs gegen die Entscheidung auf Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens", 06.10.2015 (pdf [http://wikireal.info/w/images/e/e3/2015-10-06_Anschreiben_Beschwerdebegruendung_4._BB.pdf wikireal.org])</ref> "keine Zweifel" an Kirchberg-Gutachten.<ref>21.12.2015, Stadt Stuttgart, der Oberbürgermeister, "Beantwortung und Stellungnahme zu Anfrage und Antrag" ([http://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/0/103C794D76873C69C1257F230036F3E7?OpenDocument domino1.stuttgart.de], pdf [http://www.domino1.stuttgart.de/web/ksd/KSDRedSystem.nsf/AlleDok/103C794D76873C69C1257F230036F3E7/$File/9959F72D6EEAC609C1257F1F00376764.pdf?OpenElement domino1.stuttgart.de]).</ref>}}
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{{newsitem| 30.11.2015 | <u>Der Faktencheck wird auf Anfang 2016</u> [[#30.11.2015 |vertagt]].}}
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{{newsitem| 19.11.2015 | <u>Antrag auf Rücknahme der Ablehnung des 4. BB</u>, zur Klärung [[#19.11.2015 | "Ist 32 weniger als 38?"]] und für einen Faktencheck auf breiter Basis.}}
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{{newsitem| 07-09.2015 | <u>Der Faktencheck findet breite Unterstützung</u> [[#Unterstützung |mehrerer Gemeinderatsfraktionen, der Bundestagsopposition, von Heiner Geißler und der Bahn]].}}
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{{newsitem| 01.07.2015 | <u>Im Zusammenhang mit der Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens</u> [[#01.07.2015 |sagen SPD und Grüne]] im Stuttgarter Gemeinderat <u>einen neuen Faktencheck</u> zu.}}}}
  
[[Datei:2025-07-24 Zur Sache BW Preview.jpg | 480px | rechts | link=https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNTU3MTM | thumb | '''Zur Sache! Baden-Württemberg vom 24.07.2025.''' (Video [https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNTU3MTM ardmediathek.de])]]
 
In der Sendung "'''Zur Sache! Baden-Württemberg'''" im SWR-Fernsehen vom '''24.07.2025''' mit dem Titel der Folge "Stuttgart 21: Jahrhundertprojekt mit Milliardenkosten und Pendlerchaos" (Video [https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNTU3MTM ardmediathek.de]) wurden von Seiten der Projektumsetzer '''sehr viele unzutreffende Sachaussagen''' zum Bahnhofsneubau Stuttgart 21 gemacht, die die Vertreter der Projektkritiker gar nicht in der verfügbaren Zeit aus ihrer Perspektive einordnen konnten. Auch waren keine technischen Fachleute auf Kritikerseite vertreten, die hier hätten tiefer einhaken können. Weiterhin fielen bspw. wichtige Sicherheitsthemen teilweise der Moderation zum Opfer. Dem Motto der Sendung "<u>Recherchen und Hintergründe</u>" entsprechend wäre eine Nachfolgeberichterstattung mit einem Faktencheck zu den fraglichen Themen gerechtfertigt.
 
  
Zu einem sehr großen Zeitanteil der Sendung werden vor allem von dem Technik-Vorstand der Deutschen Bahn AG (DB) '''Berthold Huber''' unzählige '''unzutreffende Aussagen''' zu den vermeintlichen Vorteilen von Stuttgart 21 bezüglich der [[#Leistung|Leistungsfähigkeit]] gemacht. Außerdem macht er umfangreich mit längst widerlegten [[#Verspaetungen_durch_Kopfbahnhoefe|Mythen gegen Kopfbahnhöfe]] Propaganda. Immer wieder stellen die Protagonisten der Projektumsetzerseite den neuen Bahnhof als [[#S21_funktioniert|prinzipiell funktionsfähig]] da, dabei werden aber die existentiellen K.O.-Kriterien übergangen. Als da wären die fehlende Leistungsfähigkeit, die auch nicht durch die Digitalisierung geheilt werden kann, so wie die auch bisher unbewältigten lebensgefährlichen Risiken aus Personenströmen, Brandschutz, Gleisneigung, Überflutung und Geologie.
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[[Datei:Faktencheck_Kernelemente.png | 240px | rechts | thumb | '''Kernelemente''' eines professionellen Faktenchecks (schematisch).]]
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Zu dem zweiten Thema der Sendung, dem "Pendlerchaos" werden umfänglich die Nöte der Pendler auf der [[#Gaeubahn|Gäubahn]] dargestellt und diskutiert. Aber die Ursache für das zukünftige Extremchaos bzw. die '''Sinnhaftigkeit der rund 10 Jahre Gäubahnsperrung wird nicht angesprochen'''. Obwohl die Kritiker dazu Gerichtsverfahren anstrengen und umfangreich mobilisieren<ref name="Gaeubahnfilm"/>. Stattdessen wird länglich dem Leiden der Pendler Raum gegeben, ohne die Notwendigkeit der Maßnahmen zu hinterfragen, die dafür die Ursache sind.
 
  
Angesichts der Vielzahl der K.O.-Kriterien bei dem Projekt ergibt sich eine erhebliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass Stuttgart 21 nicht als [[#Wahrzeichen|Wahrzeichen]] Stuttgarts wegen seiner [[#S21_schoen|Schönheit]] etabliert, sondern als '''"Schilda der Neuzeit"''' für die Umsetzung einer erkennbar vollkommen untauglichen Planung bzw. als '''Schwabenstreich''', im Sinne derer, die einen Schwabenstreich als törichte, alberne Handlung ansehen.
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==Professioneller Faktencheck==
  
Zur Korrektur der zahlreichen Falschaussagen in dieser Sendung könnte der '''SWR einen echten Faktencheck anbieten''' (siehe [[#Faktencheck|Konzept unten]]). Diese neue Produktion müsste nicht zwingend im linearen Fernsehen ausgestrahlt werden, sondern könnte ggf. als Stream in der Mediathek angeboten werden. Ein solcher Faktencheck, sollte sich zunächst den wichtigsten K.O.-Kriterien des Projekts zuwenden, also der mangelhaften Leistungsfähigkeit, der Unterdimensionierung für die Personenströme, dem mangelnden Brandschutz im Tiefbahnhof und in den Tunneln, der gefährlich überhöhten Gleisneigung und dem Risiken aus den Überflutungsgefahren und der Geologie. Ohne einen ähnlichen Faktencheck würde diese Sendung als weiteres unrühmliches Beispiel von umfangreicher Desinformation zum Projekt S21 stehen bleiben, und das, obwohl es um ein so wichtiges Thema geht, wie die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur Baden-Württembergs. Ein solcher Faktencheck bietet die Chance ggf. übertriebene Befürchtungen auf Kritikerseite zu entkräften und so das '''Vertrauen in das Projekt zu stärken'''.
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{| class="wikitable float-right" style="caption-side:bottom;"
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| style="text-align:center; color:#D3F9E1; background-color:#32327A" | <big><big><big>'''Professioneller Faktencheck'''</big></big></big>
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| style="text-align:left; background-color:#D3F9E1; color:#32327A; padding: 0.3em 1em" | <big>● Professionelle Mediation<br />● Öffentlich übertragen, Videoaufzeichnung<br />● Abstimmung zu Themen und Dokumenten<br />● Metaplan-Technik<br />● Belege für sämtliche Aussagen<br />● Arbeitsgruppen und Folgetermine bei Bedarf</big>
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|+ style="margin-top:2px; font-weight:normal; line-height:1.2em; text-align:left" | <small>'''Kernelemente''' eines professionellen Faktenchecks.</small>
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[[Datei:Ablaufschema Faktencheck.png | 320px | rechts | thumb | '''Ablaufschema''' eines professionellen Faktenchecks.]]
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Von WikiReal bzw. C. Engelhardt und J. Schoeller wurde auf Basis ihrer vorausgehenden beruflichen Erfahrungen und denen aus der Aufklärungsarbeit zu Stuttgart 21 ein Modell für einen effektiven '''professionellen Faktencheck entwickelt''' (Tabelle und Ablaufschema rechts). Im Kern handelt es sich um eine seit langem bewährte Sachmediation, die erstaunlicherweise aber bisher bei Faktenchecks bzw. zu gesellschaftlichen Fragen praktisch noch nicht eingesetzt wird.
  
== Haupt-Kritikpunkte ==
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Das hier vorgestellte Verfahren ist durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet. Als Teil einer Konfliktmediation führt die Sachmediation zunächst nur zu einer "intersubjektiven Wahrheit". Wird sie dagegen auf einen Faktencheck mit ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fragestellungen angewandt, wo bspw. "anerkannte Regeln der Technik" etabliert sind, kann dagegen regelmäßig eine '''objektive Wahrheit''' ermittelt werden. Für gesellschaftlich relevante Fragen wie Großprojekte oder Prämissen der Politik kommt im Unterschied zu üblichen Mediationsverfahren die '''Öffentlichkeit''' des Prozesses hinzu, was Transparenz und Nachvollziehbarkeit herstellt. Damit wird die Akzeptanz des Ergebnisses des Faktenchecks in der Gesellschaft stark befördert. Es ist erstaunlich, dass dieses aus bekannten und bewährten Elementen bestehende Verfahren noch nicht großflächig zum Einsatz kommt.
  
{{FlawNoLabel| {{id | S21_funktioniert}}'''Min. 1:44''',<br />0:00,1:39,<br />5:52,16:58 | ●●● | Falschaussage  | '''Stuttgart 21 wird "funktionieren".''' (Min. 1:44 S21-Projektchef Olaf Drescher). Ähnlich: "Jahrhundertprojekt mit Ingenieurstechnik vom Feinsten" (0:00 Voiceover), "modernste Technik" (1:39 Voiceover zitiert Drescher), "Jahrhundertchance" (5:52 OB Frank Nopper unterstellt damit Funktionstüchtigkeit), "Investition in die Zukunft" (14:19 DB Infrastrukturvorstand Berthold Huber), "deutlich bessere Verhältnisse" (Huber 16:58).{{ps}}{{col|00a050|► Diese wiederholte Bekräftigung bzw. Unterstellung, Stuttgart 21 würde funktionieren, übergeht vollkommen die vielen bis heute <u>nicht entkräfteten KO-Kriterien</u>, wie die • fehlende <u>[[Stuttgart 21/Leistung|Leistungsfähigkeit]]</u> (siehe Folgepunkt), was insbes. Landesverkehrsminister Winfried Hermann mehrfach bestätigt, wie auch die hohe Komplexität des Projekts, auf die er hinweist (10:14), • den Leistungsrückbau vermag auch die <u>Digitalisierung</u> nicht zu beheben (siehe nachfolgend), • die <u>[[Stuttgart_21/Personenzugänge|Unterdimensionierung für die Personenströme]]</u>, • den <u>fehlenden Brandschutz</u> im <u>[[Stuttgart_21/Brandschutz_Tiefbahnhof|Tiefbahnhof]]</u> wie in den <u>[[Stuttgart_21/Brandschutz_Tunnel|Tunneln]]</u>, • die gefährlich überhöhte <u>[[Stuttgart_21/Gleisneigung|Gleisneigung]]</u>, • die <u>[[Stuttgart_21/Hochwasser|Überflutungsrisiken]]</u> für die unterirdischen Verkehrsanlagen, • die Risiken der <u>[[Stuttgart_21/Trassierung|Geologie]]</u>, • die weiterhin unvertretbaren und schöngerechneten <u>[[Stuttgart_21/Kosten|Kosten]]</u>, • insbes. auch für die, milliardenteuren und ebenso unsinnigen wie lebensgefährlichen <u>Ergänzungsprojekte</u>. Erst wenn diese Fragen, die das Projekt immer noch grundlegend in Frage stellen, ausgeräumt wären, dürfte über einen <u>Weiterbau</u>, die <u>Inbetriebnahme</u> oder die Planung von Erweiterungen nachgedacht werden.{{ps}}}} | Brandgefahr.png | Gleisneigung.png | Hochwasser.png | Gipskeuper.png | Geldloch.png}}
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Die '''Kernelemente''' eines solchen professionellen Faktenchecks sind: Eine <u>Vorbereitung</u>, in der ein Themenkatalog abgestimmt wird und eine gemeinsame Informationsbasis geschaffen wird in Form vom Austausch grundlegender Dokumente. Dies ist der Ausgangspunkt der von einem oder mehreren <u>ausgebildeten Mediatoren</u> moderierten Diskussion. Argumente sind grundsätzlich zu belegen auf Basis der schon im Vorfeld ausgetauschten oder in der Folge nachzureichenden Dokumente. Für größtmögliche Transparenz und Legitimität nachfolgender Entscheidungen sorgt eine <u>Video- oder Audioaufzeichnung</u> und ggf. öffentliche Übertragung. Wenn nötig, bereiten gemeinsame <u>Arbeitsgruppen</u> Folgetermine vor.
{{FlawNoLabel| {{id | Leistung}}'''Min. 0:12''',<br />13:35,14:12,<br />14:58,16:58 | ●●● | Falschaussage  | '''Funktionierende Leistungsfähigkeit.''' Zu diesem KO-Kriterium der fehlenden Leistungsfähigkeit wurden besonders viele Falschaussagen mit (unbelegten) Behauptungen des Gegenteils gemacht: "Ein leistungsfähiger und zukunftsorientierter Bahnknoten" (0:12 Drescher) oder  S21 ist die "Voraussetzung" für "mehr Züge", "dichtere Takte", "höhere Frequenzen" (13:35 Huber, s.a. 14:12). "sinnvolles Projekt" für "Verkehrswende" (14:58 Huber, s.a. 16:58 Huber). "Dass die Qualität durch den Tiefbahnhof nicht schlechter, sondern deutlich besser wird" (Huber 29:14).S.a. Folgepunkt "Digitalisierung".{{ps}}{{col|00a050|► Inzwischen ist nachgewiesen, dass <u>[[Stuttgart_21/Leistung/Heimerl_1997|Prof. Heimerl]]</u> den Bahnhof als <u>illegalen Kapazitätsrückbau auslegte</u>, indem er 191 Zugfahrten weniger plante, als von der Planfeststellung gefordert. Diese Planverfehlung wurde vor der Öffentlichkeit verborgen, indem nur ein um alle jene Passagen <u>gekürztes Gutachten</u> veröffentlicht wurde, die den Betrug offengelegt hätten. Er legte den Tiefbahnhof auf 32 Züge/h aus, als in der Praxis im Kopfbahnhof 39 Züge/h fuhren. <u>[[Stuttgart_21/Leistung/Schwanhäußer_1997|Prof. Schwanhäußer]]</u> nahm das hin und nahm auch ohne Begründung seine Kritik an den gut 2 Min. langen Haltezeiten zurück, wo realistisch rund 6 Min. für den Fahrgastwechsel gebraucht würden. <u>[[Stuttgart_21/Leistung/Martin_2005|Prof. Martin]]</u> setzte dann noch eins drauf mit "bis zu 51 Zügen/h" bei noch kürzerer Haltezeit und unrealistisch optimiertem Fahrplan. Der <u>[[Stuttgart_21/Leistung/Stresstest_2011|Stresstest]]</u> von 2011 mit 39 Zügen/h wurde schon von der internationalen Kapazität <u>[[Stuttgart_21/Leistung/Stresstest_2011#Hansen|Prof. Hansen]]</u> abgeräumt, indem er im Detail die von den Kritikern bemängelten methodischen Fehler bestätigte. DB-Vertreter und -Gutachter gefährden jetzt erneut das <u>Ansehen der deutschen Ingenieurswissenschaft</u> mit zuletzt vorgelegten Fahrplänen mit <u>59,5 oder sogar 100 Zügen/h</u>, die dennoch funktionieren sollen, vor allem durch ausufernd viele betrieblich extrem schädliche Doppelbelegungen. Damit machen wir uns international zum Gespött. Im Gegensatz dazu werden in ganz Deutschland bei Überschreiten der Heimerl-Belegung (50 % Belegungsgrad) <u>zusätzliche Bahnsteiggleise</u> gebaut ({{cit|Engelhardt 2020}}). Minister Hermann widerspricht in der Sendung der ausreichenden Leistungsfähigkeit ausdrücklich ("Engpass" 23:42) und mit dem "Nahverkehrsdreieck" (23:56) durch das viele Regionalverkehrszüge einfach am Hauptbahnhof vorbei geführt werden und dort keine Umstiege mehr ermöglichen. Auch der von seinem Ministerium in den vergangen Jahren geplante unterirdische Ergänzungskopfbahnhof belegt, dass von einer unzureichenden Leistungsfähigkeit ausgegangen wird. Laut Bahn soll es zuletzt aber die Digitalisierung in Stuttgart richten, das vermag sie aber nicht:{{ps}}}} | Luege.png | Engstelle.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Digitalisierung}}'''Min. 22:40, 23:08,24:26''', 19:30 | ●●● | Unbegründete Hoffnung | '''Kapazitätszuwachs durch Digitalisierung.''' "Digitalisierung ... wichtig" (19:30 Landesverkehrsminister Winfried Hermann). "Digitalisierung wichtig ... mehr Frequenzen fahren" (22:40 Huber). "digitalisieren ... mehr Züge" (23:08 Huber), "Digitalisierung ... in engen Abständen" (24:26 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Bei der Bahn waren schon die mechanischen Signale des 19. Jahrhunderts digital, bei Stuttgart 21 ist mit Digitalisierung gemeint, dass das neue drahtlose <u>Signalsystem ETCS</u> eingeführt werden soll. Dieses soll <u>vermeintlich auch ein Kapazitätsplus</u> bewirken. Es gibt dazu unter Fachleuten die Erwartung geringer Kapazitätszuwächse auf der freien Strecke von rund 15 Prozent, aber <u>für Bahnhöfe</u> wurde außerhalb von Stuttgart 21 in der internationalen Fachliteratur <u>noch nie ein Kapazitätszuwachs</u> durch ETCS erwartet. Die vermeintlichen Fachartikel, die die Milliardeninvestition in den Digitalen Knoten Stuttgart rechtfertigen sollen (von den Projektbeteiligten der Bahn), strotzen in ihren Begründungen des Kapazitätsplus nur so von <u>Konjunktiven</u> ({{cit|Engelhardt 2024}} Teil 2). Die vagen Hoffnungen basieren auf einzelnen bei ETCS kürzeren Zeitbestandteilen, andere Zeiten legen aber zu. Bisher ist <u>keine Betriebssimulation</u> bekannt, die ein <u>Leistungsplus</u> durch ETCS im Bahnhof zeigt, geschweige denn ein Praxisbeispiel. Da gibt es eher <u>gegenteilige Erfahrungen</u> etwa in der Schweiz. Das ist ein "<u>digitales Wolkenkuckucksheim</u>" (<ref name="KontextETCS">22.03.2023, [https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/625/um-den-tunnelhalt-herum-8766.html kontextwochenzeitung.de], "Stuttgart 21 und Ergänzungsmaßnahmen. Um den Tunnelhalt herum"</ref>, {{cit|Engelhardt 2024}} Teil 1, <ref name="Gaeubahnfilm"/>). Mit den für S21 mittels ETCS in Aussicht gestellten 100 Züge/h,<ref>26.05.2023, Rems-Murr-Rundschau, S. C3, "S21: »Falsche Tatsachenbehauptungen«" (= 25.05.2023, [https://www.zvw.de/rems-murr-kreis/streit-um-bahn-sperrung-db-r%C3%BCgt-falschaussagen-und-verspricht-sensationelles_arid-659803 zvw.de] (paywall), "Streit um Bahn-Sperrung: DB rügt »Falschaussagen« und verspricht Sensationelles")</ref> liegen weit über den 32 Zügen/h, auf die der Bahnhof seinerzeit von Heimerl ausgelegt wurde und die dem Praxisvergleich mit heutigen Durchgangsbahnhöfen entsprechen würden. Eine solche Verdreifachung der Kapazität durch ETCS müsste das heiße Thema in der Fachliteratur sein. Es gibt aber <u>keinen einzigen internationalen Fachartikel</u> dazu, nicht einmal zu einem kleinen Kapazitätsplus im Bahnhof. Selbst die DB führt ETCS nicht als kapazitätserweiternde Maßnahme an<ref>[https://www.dbinfrago.com/web/unternehmen/zielbild-infrastruktur/kapazitaetserweiterung dbinfrago.com], "Kapazitäten im bestehenden Netz schnell erweitern", abgerufen am 14.08.2025</ref> (nicht einmal auf der Strecke).{{ps}}}} | Glaube.png| | | | | [[Datei:Digitales Wolkenkuckucksheim.png | 360px | rechts | thumb | '''Digitales Wolkenkuckucksheim.''' Zitat Engelhardt (<ref name="KontextETCS"/>, {{cit|Engelhardt 2024}} Teil 1, <ref name="Gaeubahnfilm"/>)]]}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Kritik_verharmlost}}'''Min. 0:17,<br />9:44,18:36,<br />10:03,16:06,<br />26:16''' | ●●● | Verharmlosung | '''Kritik verharmlost, wichtige Kritikpunkte nicht aufgegriffen.''' Die Projektkritik wird zusammengefasst: "Absurdes Projekt gegen die Interessen der Fahrgäste", statt bspw. {{col|00a050|"<u>Kapazitätsrückbau</u> mit <u>großen Gefahren</u> für Leib und Leben"}}. Die Kritik von Hermann, "Fehlentscheidung" (9:44, 18:36), "teuerstes ... umstrittenstes ... kompliziertestes Projekt" (10:03) und die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, es "tritt all das ein, was wir damals gesagt haben, von A bis Z" (16:06) wird <u>{{col|00a050|nicht nachverfolgt}}</u>. Es hätte ja gefragt werden können: {{col|00a050|"Wenn ihnen das seit 2010 klar ist, warum wurde trotzdem weitergebaut, warum haben sie <u>keine endgültige Faktenklärung</u> betrieben?"}} Als besonders kritische Themen wie der Brandschutz oder die hohen Personendichten angesprochen wurden (26:16), wurde das <u>{{col|00a050|nicht aufgegriffen}}</u>, sondern {{col|00a050|<u>andere Themen</u> weiterdiskutiert.}}{{ps}}| Maus.png | | | | | {{#ev:youtube|kCEQpXo3pPg|360|right|{{id|Kretschmann}}MP Kretschmann zu Stuttgart 21 in der Landespressekonferenz vom 27.05.2025 (Video [https://youtu.be/kCEQpXo3pPg youtu.be])|frame}}}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Kosten_und_Bauzeit}}'''Min. 20:00''' | ●●● | Diskussionsverhinderung | '''Kosten und Bauzeit ohne Diskussion.''' "Eben haben wir noch Winfried Kretschmann gehört, mit »alle unsere Befürchtungen sind eingetroffen«. Wir greifen zwei Aspekte raus, Dauer und Kosten." (20:00 Moderator Florian Weber).{{ps}}{{col|00a050|► Erneut wird nicht auf "alle Befürchtungen" eingegangen, sondern <u>nur auf Kosten und Bauzeit</u>. Deren Entwicklung wird allerdings lediglich in einem Einspieler referiert. Moderator Weber gibt das Thema an die Pendlerin Frau Lang und <u>moderiert damit die Diskussion im Effekt ab</u>, da von Frau Lang keine Grundsatzkritik zu diesen Punkten zu erwarten ist, so dass von Kosten und Bauzeit unmittelbar <u>auf die Pendlerprobleme übergeleitet</u> wurde. Es kommt so nicht zur Sprache, dass ein <u>milliardenschweres illegales Koppelgeschäft</u> am Beginn des Projekts stand ({{cit|Engelhardt  2024}}) oder wie immer wieder die <u>[[Stuttgart 21/Kosten|Kosten systematisch schöngerechnet]]</u> wurden. Ebenso blieb ohne Diskussion wie die ewigen Verzögerungen vor allem durch <u>Planungsfehler</u>, also nötige Nachbesserungen ursprünglicher Fehlplanungen verursacht wurden, was die zahllosen Planänderungsanträge an den Planfeststellungen belegen. Allein der Tiefbahnhof bekam <u>[[Stuttgart_21/Brandschutz_Tiefbahnhof#Eingest.C3.A4ndnis_der_Fehlplanung:_Mehrfache_Umplanung_der_Fluchttreppen|3 verschiedene Brandschutzkonzepte]]</u>, weil sie sämtlich untauglich waren, inklusive dem letzten.{{ps}}}} | Mundverbot.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Legitimation_durch_Verfahren}}'''Min. 9:19, 12:33,16:44''' | ●●● | Falschaussage  | '''Legitimation durch Verfahren, mehrheitlich entschieden.''' "Schlichtung, Volksentscheid ... Legitimation durch Verfahren ... Ergebnis akzeptieren muss" (9:19 Huber). "Die Bevölkerung hatte die Möglichkeit, es abzulehnen ... ich als Politiker muss es akzeptieren ... Volksentscheid" (10:36 Hermann). "Die Debatte war da, die Bevölkerung hatte beide Informationen [Volksentscheid]" (12:33 Hermann). "Schlichtung, Volksabstimmung" (16:44 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Zur Legitimation durch Verfahren gehört, dass das <u>Verfahren faktenbasiert und fair</u> abgelaufen sein muss. Das war aber zu Stuttgart 21 nicht der Fall. Die <u>Schlichtung von 2010 ist delegitimiert</u> durch knapp <u>[[Stuttgart_21/Schlichtung/Auswertung|130 schwerwiegende Täuschungen]]</u>. (Wie schon die Planfeststellungen, z.B. zur [[Stuttgart_21/Leistung/Verfahrensmängel|Leistungsfähigkeit]] und dem [[Stuttgart_21/Brandschutz_Tunnel/Verfahrensmängel|Brandschutz in den Tunneln]], ...). Die Schlichtung hatte außerdem keine Bindungswirkung und wurde in wesentlichen Punkten nicht umgesetzt. Die <u>Volksabstimmung</u> basierte auf <u>[[Stuttgart_21/Volksabstimmung|zahlreichen Falschaussagen auf Befürworterseite]]</u>, die mit einer millionenschweren Kampagne breit vermarktet wurde, da konnten die Kritiker seinerzeit nicht dagegenhalten. Insbesondere wurde der zur Volksabstimmung zugesagte Kostendeckel von 4,5 Mrd. Euro nicht eingehalten. Angelika Linckh weist auf die "Propagandamaschinerie" der Befürworterseite hin (12:01) und Hermann bestätigt, "das weiß ich sehr genau, weil ich <u>gegen diese Maschine angearbeitet</u> hab." Obwohl er also von den Fehldarstellungen der Befürworter überzeugt ist, sagt er, "die Bevölkerung hatte beide Informationen" (12:33). Sind also <u>alternative Fakten der neue Standard</u> in der politischen Kommunikation? Es geht um einen Bahnhof, um Ingenieurswissenschaft und kaufmännische Berechnungen, da gibt es nicht "beide Informationen", da gibt es nur eine Wahrheit. Angelika Linckh empört sich zu Recht über Kretschmanns Aussage, <u>in der Demokratie entscheide die Mehrheit nicht die Wahrheit</u> (13:13). Das ist falsch, sonst wäre es egal, durch welche Manipulationen, Täuschungen oder auch glatte Lügen Mehrheiten beschafft worden wären. Selbst <u>vor Gericht wurde nicht zu den Sachfragen entschieden</u>, sondern formaljuristisch, etwa durch Verneinung der Klagebefugnis.{{ps}}}} | Vertragsbruch.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Kuerzere_Fahrzeiten}}'''Min. 1:37, 15:58,39:30, 42:11''' | ●●● | Falschaussage  | '''Kürzere Reisezeiten mit S21.''' "Kürzere Fahrzeiten" (1:37 Voiceover zitiert Drescher). "Und wir werden deutlich kürzere Reisezeiten haben." (13:58 Huber). "Die Bahn verspricht, wenn Stuttgart 21 fertig ist, sollen Zugreisen im Land deutlich schneller werden." Stgt-Flugh., Heilbronn-Stgt, Ulm-Stuttgart, Ulm-Mannheim (39:30 ff Voiceover). "Es ist erwiesen, kurze Reisezeiten. Wir verkürzen die Reisezeiten von München nach Paris." (42:11 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Das ist falsch, die Analyse der <u>SMA-Studie zum Stresstest</u> zeigt, dass einzelne Fahrzeiten zwar deutlich kürzer sind, aber in Summe ist das Saldo bei (korrigierter) vollständiger Betrachtung zum Nachteil der Fahrgäste (Roland Morlock). Das ist vor allem bedingt durch viele schlechte Umstiege im Nicht ITF-Fahrplan (noch ohne die durch Überlastung zu erwartenden großen Zusatzverspätungen). Zum ITF siehe weiter unten. Insbesondere wurde der Untersuchungsraum in der SMA-Untersuchung bspw. nördlich von Heilbronn sowie durch Beschränkung auf größere Halte genau so begrenzt, dass in der unkorrigierten Untersuchung noch ein minimaler Vorteil in Summe bleibt, der bei vollständiger Betrachtung aber nicht mehr gegeben ist. Stuttgart 21 bringt also im Durchschnitt der vollständigen tatsächlichen Nachfrage <u>längere Reisezeiten</u>. Herausgegriffene <u>einzelne Reisezeitverkürzungen</u>, die vor allem nicht Stuttgart 21, sondern bspw. der <u>Neubaustrecke Wendlingen-Ulm</u> zuzuschreiben sind (München-Paris, Ulm-Stuttgart), sind wie dargestellt <u>Augenwischerei</u>.{{ps}}}} | Huetchenspieler.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Puenktlichkeit_unwichtig}}'''Min. 42:34,<br />24:21''' | ●●● | Falschaussage  | '''Pünktlichkeit nicht so wichtig.''' "Wo man in engen Abständen fahren kann. Das ist dann nicht mehr ganz so relevant, ob die Züge pünktlich sind. Der nächste kommt dann auf jeden Fall" (24:21 Hermann). "Ich mache die Eisenbahn seit 27 Jahren. Und ich weiß sozusagen, was getan werden muss, um Menschen davon zu überzeugen, nicht mehr das Flugzeug und das Auto zu nutzen. Das sind zwei Dinge, kurze Reisezeiten und eine höhere Frequenz." (42:34 Huber) "Und Pünktlichkeit." (Unmittelbar folgender Einwurf von Hermann und Lang).{{ps}}{{col|00a050|► Hermann und Huber scheinen sich <u>nicht bewusst</u> zu sein, wie <u>wichtig die Pünktlichkeit</u> insbesondere für <u>Umsteiger</u> ist. Für Umsteiger ist sie das entscheidende Kriterium, da sich andernfalls große Verspätungen ergeben. Aber auch für jeden anderen Bahnfahrer ist das aktuelle Ausmaß der Unpünktlichkeit der DB gravierend, bei dem man gut <u>1 Stunde Sicherheitspuffer</u> einplanen muss bei einem Termin, den man mit der Bahn erreichen will. Da sind Reisezeitverkürzungen im Minutenbereich Schall und Rauch. Huber versucht auffällig, die Bedeutung der <u>Pünktlichkeit kleinzureden</u>. Wie kann er als Bahnvorstand für Infrastruktur ernsthaft glauben, es seien für den Umstieg auf die Bahn nur die zwei Dinge nötig, kurze Reisezeiten und hohe Frequenz? Was hat er die letzten 27 Jahre bei der Bahn gemacht?{{ps}}}} | Dumm.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Verspaetungen_durch_Kopfbahnhoefe}}'''Min. 28:08''' | ●●● | Falschaussage  | '''Unpünktlichkeit durch Kopfbahnhöfe.''' "Unpünktlichkeit entsteht im Wesentlichen außer im Ruhrgebiet in den Kopfbahnhöfen Frankfurt, Stuttgart und München" (28:08 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Das ist falsch, <u>Stuttgart und München</u> bewegen sich im <u>Mittelfeld</u> der Pünktlichkeit großer deutscher Bahnhöfe und sind dabei erst zuletzt auf dieses Niveau abgerutscht<ref>08.01.2025, [https://www.spiegel.de/wirtschaft/deutsche-bahn-2024-wo-die-bahn-besonders-unpuenktlich-ist-die-datenanalyse-a-ae676ad1-f39f-46fc-b775-1ecaea6a71ab spiegel.de] (paywall), "Wo die Bahn besonders unpünktlich ist"</ref> in Folge der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 und der 2. Stammstrecke in München. <u>Frankfurt ist ein spezieller Fall</u>. Dort wurde insbesondere seit vielen Jahren ein Engpass im Zulauf von Südwesten nicht entschärft, eine eingleisige Kurve für ein- und ausfahrende Verkehre (<u>Stichwort "Louisa"</u>), woran sich erst jetzt etwas ändern soll. Tatsächlich sind bisher <u>keine Untersuchungen</u> bekannt, die <u>Kopfbahnhöfe prinzipiell</u> als Verspätungsquellen identifizieren. Wenn, dann sind es individuelle Probleme eines Bahnhofs oder eines Fahrplans. Einen anerkanntermaßen besonders großen Anteil an der Verspätungsverursachung durch einen Bahnhof haben <u>hohe Belegungsgrade</u>. D.h. dass verspätete Züge nur besetzte Bahnsteiggleise vorfinden, was zu weiteren Folgeverspätungen führt (z.B. Qin 2005<ref>Qin J, Zhang J, Wu S, Deng S, "A study of high-speed train delays and relevant propagation influence characteristics", PLoS ONE 20(2): e0314293, [https://doi.org/10.1371/journal.pone.0314293 doi.org], 2025 ([https://www.researchgate.net/publication/388890282_A_study_of_high-speed_train_delays_and_relevant_propagation_influence_characteristics researchgate.net], pdf [https://www.researchgate.net/journal/PLOS-One-1932-6203/publication/388890282_A_study_of_high-speed_train_delays_and_relevant_propagation_influence_characteristics/links/67aba489645ef274a47ae5d2/A-study-of-high-speed-train-delays-and-relevant-propagation-influence-characteristics.pdf researchgate.net]</ref> S. 21 oder NWL 2017<ref>Nahverkehr Westfalen-Lippe, "Qualitätsbericht 2017" (pdf [https://www.nwl-info.de/fileadmin/NWL/Downloads/Informationen_fuer_Meinungsbildner/Broschueren_zum_OEPNV_SPNV/NWL_Qualitaetsbericht_2017.pdf nwl-info.de])</ref> S. 22 zu Hannover Hbf) und dieser Belegungsgrad wird bei S21 in ungesehene Höhen getrieben ({{cit|Engelhardt 2023}}), was erneut die <u>heillose Unterdimensionierung von S21 bestätigt</u>.{{ps}}}} | Fehler.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Nachteile_von_Kopfbahnhoefen}}'''Min. 28:10 ff''' | ●●● | Falschaussage  | '''Nachteile von Kopfbahnhöfen.''' "...muss im gleichen Gleis raus wie reinfahren", "langsam rein über viele Weichen, langsam raus" "bleibt lang stehen, 6 Minuten mindestens", "wenn er dann noch quer über die Gleisharfe fahren muss, blockiert er 16 Gleise", "Durchflussgeschwindigkeit viel höher" etc. (28:10 ff Huber) "Sechs Minuten mindestens anzuwenden. ... Und dann blockiert er nicht nur ein Gleis, sondern 16 Gleise" (28:25 Huber). "Das heißt, entscheidend für die Kapazität eines Bahnhofs ist insbesondere, wie schnell ist der Durchfluss? Und der Durchfluss im neuen Tiefbahnhof ist so viel schneller als im Kopfbahnhof. ... Man steht viel kürzer, man kann auch wieder viel schneller raus" (29:00 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Huber wärmt hier eine <u>Reihe längst widerlegter Mythen</u> zur Verteufelung von Kopfbahnhöfen auf. Wie bspw. die <u>Blockade von 16 Gleisen</u> im  Stuttgarter Kopfbahnhof, was dort nach dem Gleisplan gar nicht möglich ist. DB Vorstand Dr. Volker Kefer konnte in der Schlichtung von 2010 nach ähnlichen Pauschalbehauptungen auf Nachfrage gerade einmal [[Stuttgart_21/Schlichtung/Verfehlungen#Fahrstra.C3.9Fenausschl.C3.BCsse|ein herausgesuchtes Beispiel von der <u>Blockade von 4 Gleisen</u> nennen]], wo es bei S21 regelmäßig auch die <u>Blockade von 3 Gleisen</u> gibt ({{cit|Engelhardt 2014}} S. 101 Fußnote 45) und der Kopfbahnhof durch sein <u>einzigartiges "Gleisgebirge"</u> eine echter Hochleistungsbahnhof ist, was er auch bewiesen hat. Auch die Aussage "<u>gleiches Gleis rein wie raus</u>" ist Unsinn, da im Durchgangsbahnhof ebenfalls bei der Einfahrt ein Zulaufgleis und bei der Abfahrt ein Ablaufgleis blockiert wird. Das ist ein Nullsummenspiel. Der systematische Leistungsvorteil des Durchgangsbahnhofs liegt nur bei 15 bis 30 %. Mit den typischerweise längeren Haltezeiten in Kopfbahnhöfen wird in der Praxis ein <u>Durchgangsbahnhofs-Vorteil von max. 40 %</u> beobachtet ({{cit|Engelhardt 2011}} S. 307 insbes. Abb.). Das reicht nicht für eine Halbierung der Zahl der Bahnsteiggleise bei S21. Die Haltezeit macht dabei nur einen Teil der Belegungszeit aus und wird vom <u>Fahrgastwechsel dominiert</u>, für den in Stuttgart im Mittel ohnehin 6 Minuten anzusetzen sind ({{cit|Engelhardt 2014}} S. 78 Punkt l), insbesondere auch im Tiefbahnhof. Gerade in Stuttgart sind also die 6 Minuten kein echtes Argument.{{ps}}}} | Trillerpfeife.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Keine_neuen_Kopfbahnhoefe}}'''Min. 29:30,''' 30:38 | ●●● | Märchen | '''Keine neuen Kopfbahnhöfe.''' "Kein Eisenbahnunternehmen der Welt käme in einem polyzentrischen Verkehrsgebiet wie in Deutschland auf die Idee, einen Kopfbahnhof zu bauen. Nicht ein einziges Eisenbahnunternehmen" (29:30 Huber). "Ganz klar, dass es insbesondere in großen Städten aus ihrer [Hubers] Perspektive keinen Sinn macht mit den Kopfbahnhöfen" (30:38 Weber).{{ps}}{{col|00a050|► Das ist nicht richtig und ist ein weiteres Märchen zur Verteufelung von Kopfbahnhöfen. Nach wie vor gibt es Bedarfssituationen, in denen neue Kopfbahnhöfe nicht nur in großer Zahl als Endbahnhof einer Linie gebaut werden, sondern <u>auch als Zwischenbahnhof</u> ([[Stuttgart_21/Trassierung/Neue_Kopfbahnhöfe]]): Insbesondere die <u>DB hat zuletzt Kopfbahnhöfe in Zwischenbahnhofslage neu gebaut</u>, in Eschwege und Burg auf Fehmarn. In Laupheim Stadt wurde der Kopfbahnhof reaktiviert. International wurden <u>große Kopfbahnhöfe</u> insbesondere <u>auch in polyzentrischen Verkehrsgebieten</u> neu gebaut: Z.B. Birmingham Curzon Street (GB), Astana Nurly Zhol (KA), Dandong (CN), Yantai (CN) und Dschidda KAIA-Station (SA).{{ps}}}} | Froschkoenig.png| | | | | [[Datei:Neue Kopfbahnhoefe in Zwischenbhf-Lage.png | 360px | rechts | thumb | '''Stuttgart Hbf im Vergleich mit neuen Kopfbahnhöfen in Zwischenbahnhof-Lage.''' In ähn&shy;li&shy;cher Lage wie in Stuttgart werden in Deutschland und international weiterhin [[Stuttgart 21/Trassierung/Neue Kopfbahnhöfe|Kopfbahnhöfe neu gebaut]], reaktiviert oder erweitert.]]}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Bruessel_Central}}'''Min. 29:45''' | ●●● | Täuschung  | '''Brüssel Central als Referenz.''' "Es käme auch niemand auf die Idee, nennen wir Brüssel, dort gibt es auch einen Tiefbahnhof. Eine der hochfrequentiertesten Bahnhöfe überhaupt. Hat auch nur sechs Gleise. Keiner käme auf die Idee zu sagen, ich hole den nach oben." (29:45 Huber){{ps}}{{col|00a050|► Zum einen kritisiert Huber etwas, das niemand gefordert hat, Brüssel Central nach oben zu holen. Die Leistungsfähigkeit hängt auch nicht entscheidend von oberirdisch oder unterirdisch ab. Der hohe Durchsatz an Zügen/h in Brüssel Central basiert darauf, dass <u>jedes Bahnsteiggleis sein eigenes Zu- und Ablaufgleis</u> hat sowie auf der <u>Vorsortierung der Züge</u> in den viel größeren Bahnhöfen Brüssel Nord und Süd. Beides ist bei Stuttgart 21 aber absolut nicht gegeben, so dass der sogenannte <u>S-Bahn-artige Verkehr bei S21 nicht möglich</u> ist ({{cit|Engelhardt 2019}} S. 5 f). Brüssel Central verarbeitet täglich mit 6 Bahnsteiggleisen 1/3 der Passagiere (75.000<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Bruxelles-Central/Brussel-Centraal de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Bruxelles-Central/Brussel-Centraal]</ref>) von Stuttgart Hbf (255.000<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof]</ref>), und dort soll die Passagierzahl noch verdoppelt werden. Rechnerisch müsste der S21-Tiefbahnhof also mit Brüssel Central als Maßstab 36 Gleise haben.{{ps}}}} | Aepfel_Birnen.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Halbstundentakt}}'''Min. 42:25''' | ●●● | Täuschung  | '''Taktverkehr.''' "Sauberer Halbstundentakt" (42:25 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Im <u>Integralen Taktfahrplan</u> (ITF) entspricht bei Umstieg in alle Richtungen die mittlere Verweilzeit im Bahnhof der mittleren Haltezeit. Im nicht integralen Taktfahrplan ("<u>Kraut und Rüben-Fahrplan</u>" von S21) kommt mathematisch zwingend die <u>halbe Taktzeit hinzu</u> (Roland Morlock). Und die beträgt oft nicht 30 Min. sondern ein oder zwei Stunden, insbesondere in den Tagesrandzeiten. Ein nicht integral vertakteter Fahrplan kann damit praktisch kaum optimiert werden. Für Umsteiger löst sich also der Kundennutzen einzelne um Minuten schnellerer Verbindungen zwangsläufig in Luft auf. Bei S21 wird immer wieder mit einzelnen Reisezeitverkürzungen und Ausblendung von Untersuchungsräumen oder von kleineren Zielorten über den gravierenden Reisezeitnachteil von S21 ggü einem echten ITF hinweggetäuscht (siehe zuvor unter [[#Kuerzere_Fahrzeiten|"Kürzere Reisezeiten"]]).{{ps}}}} | ITF.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Gaeubahnsperrung}}'''Min. 31:03-<br />35:48''' | ●●● | Ausblendung | '''Sinnhaftigkeit der Gäubahnsperrung.''' In dem 5 Minuten langen Einspieler (31:03-35:48) werden die Sperrung der Gäubahn und deren Folgen dargestellt, ohne dass die Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit der Sperrung thematisiert werden. Auch in der zugehörigen Diskussion ging es nicht um die Grundfrage, ob die Gäubahnsperrung überhaupt nötig ist ({{hl|??:??-??:??, ??:??-??:??}}).{{ps}}{{col|00a050|► Es werden dabei die umfangreichen Bemühungen der Kritiker um den Erhalt der Gäubahn übergangen.<ref name="Gaeubahnfilm">({{id|Gietinger 2024}}Gietinger 2024) Klaus Gietinger, "Der Kampf um die Gäubahn ist ein Kampf um die Bahn", Film 2024 ([https://gietinger.de/der-kampf-um-die-gaeubahn/ gietinger.de]), Min. 32:28 f Kapazitätsgewinn durch ETCS, Min. 52:40 Machbarkeitsstudie Aufrechterhaltung Gäubahn</ref> Auch die Klage gegen die Sperrung der Gäubahn wird übergangen, zu der das Berufungsverfahren und ein zweites neues Verfahren anhängig sind, werden nicht thematisiert. Insbesondere wird übergangen, dass die Bahn die Sperrung mit unzutreffenden Behauptungen im Widerspruch zur Planfeststellung und zu ihrer eigenen erfolgreichen "Machbarkeitsstudie Aufrechterhaltung Gäubahn" begründet (Abb. rechts).<ref>DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH, Norbert Scherer, "Machbarkeitsstudie, Aufrechterhaltung Gäubahn", Folie "Zweigleisiger Weiterbetrieb Gäubahn", zitiert in ({{cit|Gietinger 2024}} Min. 51:40 ff)</ref>{{ps}}}}| Umleitung.png| | | | | [[Datei:Machbarkeitsstudie Aufrechterhaltung Gäubahn Plan.png | 360px | rechts | thumb | '''Machbarkeitsstudie Aufrechterhaltung Gäubahn.''' Plan der Machbarkeit (Szenenfoto <ref name="Gaeubahnfilm"/>).]]}}
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{{FlawNoLabel| {{id | S21_schoen}}'''Min. 0:09, 4:24,14:43''', 0:09 | ●●● | Leider nutzlos  | '''Schönste Architektur.''' "Ein architektonischer Leuchtturm" (0:04 Voiceover). "Einer der schönsten Bahnhöfe der Welt werden." (0:09 Drescher, 14:43 Huber). "Es ist ein Beispiel dafür, dass Bahnhöfe nicht nur funktional sein müssen, sondern auch schön sein können." (4:25 Drescher).{{ps}}{{col|00a050|► Was nützt die Schönheit, wenn die Funktionalität in Form der [[Stuttgart_21/Leistung|Leistungsfähigkeit für die Züge]] und für die [[Stuttgart_21/Personenzugänge|Personenströme]] eben nicht gegeben ist und wenn sie mit lebensgefährlichen Risiken bei [[Stuttgart_21/Brandschutz_Tiefbahnhof|Brandschutz]], [[Stuttgart_21/Gleisneigung|Gleisneigung]] und [[Stuttgart_21/Hochwasser|Überflutungsrisiken]] einhergeht? Ja, sogar im regulären Betrieb entsteht auf den [[Stuttgart_21/Personenzugüänge|unterdimensionierten Bahnsteigen lebensgefährliches Gedrängel]]. <u>Wollen wir in Schönheit sterben?</u> In lebensgefährlicher Enge, in der uns beim Brand der Rauch einholt? Die Schönheit ist ohnehin zweifelhaft, im Vergleich zu klassischen Bahnhofshallen ist S21 bedrückend niedrig. Für den Brandschutz sind bei der niedrigen Deckenhöhe unbedingt Einhausungen der Treppen und Zwischengeschosse notwendig. Die Evakuierungswege sind zu lang und unterdimensioniert. Die Bahnsteige sind viel zu wenige und schon für den täglichen Betrieb mit 10 m viel zu schmal. Zum Vergleich: Der Frankfurter Tiefbahnhof wird aktuell mit 20 m Bahnsteigbreite geplant.{{ps}}}} | Blume.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | S21_als_Wahrzeichen}}'''Min. 4:32''' | ●●● | Falsche Erwartung  | '''Stuttgart 21 als Wahrzeichen.'''  "Das wird ein neues Wahrzeichen für Stuttgart werden" (4:32 Drescher).{{ps}}{{col|00a050|► Stuttgart 21 wird tatsächlich ein Wahrzeichen sein, aber im anderen Sinne als von den Befürwortern gedacht. Die Menschen werden zum Bahnhof pilgern, um ihn als <u>Mahnmal für die Hybris einer abgehobenen Elite</u> zu besuchen. Ein paar Schwaben aus Industrie, Politik und Presse hatten im "<u>Weinberghäusle</u>" ein vollkommen unwirtschaftliches und hochriskantes Projekt ohne jede Detailbewertung, ohne echte Alternativenabwägung beschlossen. Es genügte die Gier nach Gewinnen, nach Immobiliengeschäften, Stadtentwicklungsmöglichkeiten und die Aussicht auf politische Selbstdarstellung. Letztlich erreichten die Fehlplanungen (Leistungsrückbau, kein Brandschutz in Tiefbahnhof und Tunneln, lebensgefährliche Gleisneigung, Überflutungsrisiko, Geologie, obszöne Kosten) derartige Extreme und sind so unübersehbar, dass man getrost von einem "<u>Schilda der Neuzeit</u>" sprechen kann ({{cit|Engelhardt 2024}} Teil 2).  Der drohende <u>Gesichtsverlust</u> erzwang, dass über alle Kritik hinweggegangen werden musste. Dementsprechend muss nun das Licht in Säcken ins Rathaus getragen werden, bzw. entsprechend bei S21 milliardenteure Zulaufstrecken gebaut werden, die gleichwohl den Flaschenhals im Tiefbahnhof kein bisschen weiten (wie es auch nicht die Digitalisierung vermag). Stuttgart 21 wird sich als <u>Schwabenstreich</u> erweisen, aber nicht in seiner Bedeutung im "schwäbischen Sprachraum" einer oft "wagemutigen Handlung", die "gewisse intellektuelle Fähigkeiten voraussetzt" und "in der Regel einen vorteilhaften Ausgang für den Handelnden hat".<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Schwabenstreich e.wikipedia.org/wiki/Schwabenstreich]</ref> Sondern vielmehr als eine unüberlegte<ref>Otto Ladendorf, Historisches Schlagwörterbuch (1906), [http://www.textlog.de/schlagworte-schwabenstreich.html http://www.textlog.de/schlagworte-schwabenstreich.html] </ref> und törichte, alberne Handlungsweise<ref>Z.B. [http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=114590 Meyers Konversationslexikon von 1892]: "Schwabenstreich, Bezeichnung für eine thörichte, alberne Handlungsweise, zu deren Entstehung die alte Volkserzählung von den sieben Schwaben Veranlassung gegeben haben mag. In Übereinstimmung damit waren die Schwaben lange Zeit die Zielscheibe des Spottes andrer deutscher Stämme wegen der ihnen nachgesagten Unbeholfenheit. Bekanntlich hat Uhland in seinem Gedicht »Schwäbische Kunde« dem Ausdruck die entgegengesetzte Bedeutung gegeben."</ref>.{{ps}}}} | Sieben_Schwaben.png}}
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== Weitere Kritikpunkte ==
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In die detaillierte Ausarbeitung dieses Verfahrens gingen zahlreiche '''Erfahrungen zu Stuttgart 21''' ein: Die Negativ-Beispiele von [[#Schlichtung |Schlichtung]] und [[#Stresstest |Stresstest]], die Schlussfolgerungen der [[#Wissenschaft |Wissenschaft]] dazu wie auch [[#Erfolgreiche_Beispiele |erfolgreiche Faktenchecks]] mit Behörden oder Ministerien (nur leider nicht öffentlich). Das neue Konzept ist offenbar so effektiv, dass es die S21-Betreiberseite unbedingt zu vermeiden versucht. Das zeigen die [[#Vergebliche_Bemuehungen |vergeblichen Bemühungen]] um einen effektiven (und zu dem Zweck auch öffentlichen) Faktencheck zu Stuttgart 21 mit dem Stuttgarter Gemeinderat oder der Landesregierung Baden-Württemberg.
{{FlawNoLabel| {{id | Kurze_Wege}}'''Min. 1:37''' | ● | Täuschung | '''Kurze Wege.''' "Kurze Wege" bei S21 (1:37 Voiceover als Position der Befürworter).{{ps}}{{col|00a050|► Tatsächlich können im Kopfbahnhof bei planvoller Sitzplatzwahl die Fußwege deutlich kürzer als bei S21 sein und noch dazu ohne 14 Meter Höhenunterschied ({{cit|Engelhardt 2013}} S. 37 unten). Die <u>Pauschalaussage</u>, S21 biete kürzere Wege (im Unterschied zum Kopfbahnhof), <u>ist täuschend</u>. Dagegen bietet der Kopfbahnhof darüberhinaus <u>barrierefreie Wege</u> zwischen allen Bahnsteigen und aus dem Bahnhof heraus. {{hl|... noch ergänzen ...}}{{ps}}}} | Uebertreibung.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | S21_funktioniert}}'''Min. 5:31''', 5:26 | ● | Täuschung | '''4 Jahre Verzögerung und Mehrkosten durch Klage.''' "Mit Klagen haben Gegner nicht nur hier versucht, die Bauarbeiten zu verhindern" (5:26 Voiceover). "Die Klage hat uns vier Jahre Bauzeit gekostet, Projektzeit gekostet. Die musste wieder aufgeholt werden. Dafür haben wir wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag aufgewendet" (5:31 Drescher).{{ps}}{{col|00a050|► {{hl|... noch auszuarbeiten ...}}{{ps}}}} | Maske.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Juchtenkaeferkot}}'''Min. 6:22''' | ●● | Unterstellung | '''Juchtenkäferkot.''' "Geschäftsführer Olaf Drescher zeigt uns, wie Gegner den Bau zum Stoppen gebracht haben sollen. Eine Bierflasche mit Kot und Panzerstücken des streng geschützten Juchtenkäfers wurde gefunden. Projektgegner sollen das hier ausgestreut haben, um eine Existenz des Käfers vorzutäuschen" (6:22 Voiceover). "Diese Manipulation, die stattgefunden hat hier vor Ort, in einem Raum, alle zwei Jahre Verzögerung kostet und Mehrkosten im Rahmen eines hohen zweistelligen Millionenbetrages. Und das ist nun wirklich zu viel des Guten" (6:41 Drescher).{{ps}}{{col|00a050|► Welcher Aktivist sollte <u>so dumm</u> sein, das Corpus Delicti vor Ort auszulegen? Hat die Bahn die Sache <u>zur Anzeige gebracht</u>? Wurden Flasche und Inhalt <u>kriminaltechnisch untersucht</u>? Wenn nein, erscheint es wahrscheinlicher, dass <u>Aktivisten der Befürworterseite</u> eine falsche Fährte legen wollten. Bevor so etwas im Fernsehen ausgestrahlt werden dürfte, müsste die Stichhaltigkeit der Vorwürfe überprüft worden sein, darüber wurde aber nichts ausgesagt.{{ps}}}} | Unterstellung.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | S21_funktioniert}}'''Min. 8:21''' | ● | Unrealistische Hoffnung | '''Kopfbahnhofgleise weg im März 2027.''' "Herr Huber, wie lange sind die oberirdischen Gleise noch da?" (8:21 Weber). "Die oberirdischen Gleise sind noch da bis zum März 2027" (8:24 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Angesichts der bisherigen Historie der verkündeten Fertigstellungstermine erscheint das als <u>Wunschdenken</u>. Insbesondere erscheint aber angesichts der <u>nicht bewältigten K.O.-Kriterien</u> zu Leistung, Personenströmen, Brandschutz in Tiefbahnhof und Tunneln, Gleisneigung, Überflutungsrisiko und Geologie eine <u>verantwortbare Inbetriebnahme</u> nicht absehbar. {{hl|... noch weiter ausarbeiten ...}}{{ps}}}} | Glaube.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Vieles_verbessert}}'''Min. 10:40, 16:55''' | ●● | Täuschung | '''Vieles wurde verbessert.''' "Dann war mein Job, aus dem Projekt ein besseres Projekt zu machen. Und heute ist das Projekt nicht mehr das gleiche. Vieles wurde verbessert" (10:40 Hermann zum Ergebnis der Volksabstimmung). "Wir haben das Projekt gemeinsam verbessert. [... Schlichtung, Volksabstimmung] die hat dazu geführt hat, dass wir Stück für Stück das Projekt verbessert haben" (16:55 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Nein, es wurden nur weitere unsinnige Milliarden ausgegeben, etwa für den Ausbau der Zuläufe. Aber der Flaschenhals im Zentrum bleibt unverändert, insbes. weil die Digitalisierung, weil ETCS im Bahnhof nichts bringt. Aber insbesondere wurden die Risiken für Leib und Leben nicht beseitigt (Personenzugänge, Gleisneigung, Brandschutz, Überflutung, Anhydrit, siehe oben), die das Gesamtprojekt weiterhin grundlegend in Frage stellen. Vieles wurde lediglich <u>verschlimmbessert</u>. Es drängt sich der Eindruck auf, diese neuen Milliarden, die die grundlegenden Projektfehler nicht heilen, sollen ausgegeben werden allein zur <u>Gesichtswahrung</u> der Projektumsetzer, die den Umfang der Fehlplanungen und das Ausmaß der Willkürentscheidungen, die deren Bau erst ermöglichten, nicht eingestehen kann.{{ps}}}} | Maske.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Vom_Flugzeug_in_den_Zug}}'''Min. 14:15, 42:11''' | ● | Halbe Wahrheit | '''Vom Flugzeug in den Zug.''' "Wechsel vom Flugzeug in den Zug" (14:15 Huber). "Wir verkürzen die Reisezeit von München nach Paris um über eine halbe Stunde, was übrigens dazu führt, dass viele Leute, die heute von München nach Paris noch fliegen, mit der Eisenbahn fahren werden" (42:11 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Solange die Pünktlichkeit sich nicht verbessert (s.o.) bringt selbst eine halbe Stunde Streckenbeschleunigung nichts. München-Paris wird ohnehin nur einmal pro Tag angeboten, und hat entsprechend geringen Effekt. Der TGV ist hier ein gutes Beispiel, denn zukünftig sollen die bisher (z.B. 2019) zusätzlichen dreimal täglich engebotenen TGVs nach Paris ab Stuttgart wegfallen (Infrastrukturdim. 2040). Diese Fahrgäste werden ins Flugzeug gezwungen. Überhaupt ist die Führung von zwei Bahn-Fernstrecken zum relativ kleinen Stuttgarter Flughafen eine Maßnahme zum Ausbau des Flugverkehrs und schadet der übergroßen Mehrheit der Fahrgäste, die gar nicht zum Flughafen wollen über Mehrfahrzeit und Mehrkosten.{{ps}}}} | Selbsttäuschung.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | S21_funktioniert}}'''Min. 17:22''' | ● | Unterstellung | '''Stuttgarter Kopfbahnhof 18 Jahre Planung und Bau.''' "Wir betreiben einen Kopfbahnhof. Der 18 Jahre lang geplant und gebaut worden ist. Und der übrigens auch deutlich teurer geworden ist. Es gab einen Baustopp und eine Baupause. Das Geld ist ausgegangen" (17:22 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Huber erwähnt die Planungs- und Bauzeit des Kopfbahnhofs in einer Weise, als wollte er die aktuell <u>anvisierten 33 Jahre für Planung und Bau von Stuttgart 21</u> relativieren. Zum einen eröffnete aber die erste Bahnhofshälfte des <u>Kopfbahnhofs schon 6 Jahre früher</u>, im Jahr 1922, im Rahmen des stufenweisen Ersatzes des Vorgängerbahnhofs, andererseits war der Bau verzögert durch einen <u>Weltkrieg</u> und nicht aufgrund von Planungsfehlern, sondern aus finanziellen Gründen.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof#Der_heutige_Hauptbahnhof de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof#Der_heutige_Hauptbahnhof]</ref>{{ps}}}} | Unterstellung.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Kopfbahnhoefe Anfang 20. Jh.}}'''Min. 18:09''' | ●● | Falschaussage | '''Kopfbahnhöfe Anfang des 20. Jahrhunderts Punkt zu Punkt.''' "Kopfbahnhöfe hat man Anfang des 20. Jahrhunderts deswegen gebaut, weil wir vor allem Punkt zu Punkt-Verbindungen gefahren sind" (18:09 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Das trifft insbesondere nicht auf den Stuttgarter Kopfbahnhof zu. So heißt es: "Der Fernbahnhof dagegen war richtungsorientiert angelegt und erlaubte eine kreuzungsfreie Durchbindung von Linien über den Kopfbahnhof."<ref>Sascha Behnsen, "Ermittlung von Potenzialen eines Knotens mittels historischer Analyse", Eisenbahn-Ingenieur, März 2013, S. 12-20</ref> Der Kopfbahnhof wurde also ausdrücklich auf Durchbindungen ausgelegt als Zwischenbahnhof auf den Linien, die er bediente. Diese bedienten Linien waren übrigens schon dieselben wie bei dem Vorgänger,<ref>"Karte der Württembergischen Eisenbahnen", 1912 ([https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ARoell-1912_Karte_der_W%C3%BCrttembergischen_Eisenbahnen.jpg commons.wikimedia.org]), aus: Freiherr von Röll, "Enzyklopädie des Eisenbahnwesens", Band 8, 1917 ([http://www.zeno.org/nid/20011402539 zeno.org])</ref> dem 2. "Centralbahnhof" von 1868. Und auch dieser Bahnhof fungierte schon als Zwischenbahnhof etwa 1909 für den Orient-Express.<ref>"Stundenzeiger der Stuttgarter Bahnhofs. Gültig von 1. Oktober 1909", in: "Stuttgarter Adressbücher, 1910" ([http://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz410342459-19100/page/2253 wlb-stuttgart.de]), S. 236 ff</ref>{{ps}}}} | Fehler.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Kombibahnhof}}'''Min. 18:36''' | ●● | Falschaussage | '''"Kombibahnhof" als tragfähige Alternative.''' "Darf ich mal erklären, dass sich finde, dass das eine Fehlentscheidung ist. Es ist sehr kompliziert, alle Gleise unter die Erde zu legen. Es gibt auch andere realisierte Vorschläge ... [gemeint ist der Kombibahnhof] ... leider in der Schlichtung nicht gut besprochen ..." (18:36 Hermann).{{ps}}{{col|00a050|► Dass hier der Kombibahnhof als beste Lösung dargestellt wird, übergeht die dabei verbleibenden <u>tödlichen Risiken im Bereich des Brandschutzes, der Überflutungsgefahr und des Anhydrits</u> (s.o.).{{ps}}}} | Selbsttäuschung.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | 70er_Jahre_S-Bahnen}}'''Min. 22:20''' | ●● | Täuschung | '''S-Bahnen aus den "70er Jahren".''' "Das ist die S-Bahn, die wir in den siebziger Jahren gebaut haben. Wir sind auf ganz andere Lasten ausgelegt gewesen. Als heute tatsächlich gefahren wird. Darüber diskutieren wir häufig. Ihre Infrastruktur sind sie zu alt. Zu voll" (22:20 Huber){{ps}}{{col|00a050|► Tatsächlich sind es überwiegend die S21-Baustellen {{hl|... noch auszuarbeiten ...}}.{{ps}}}} | Huetchenspieler.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Zahl_Bahnsteige_nicht_entscheidend}}'''Min. 28:21''' | ●● | Falschaussage | '''Anzahl Bahnsteiggleise nicht entscheidend.''' "Es ist nicht entscheidend, ob sie 16 oder 8 Gleise haben" (28:21 Huber).{{ps}}{{col|00a050|► Das ist grob falsch. Natürlich ist für die Kapazität eines Bahnhofs dessen Anzahl der Bahnsteiggleise entscheidend. Insbesondere ein Faktor 2 ist nicht zu kompensieren, auch nicht bei dem Übergang von einem Kopf- zu einem Durchgangsbahnhof, da der systematische Leistungs-Vorteil des Durchgangsbahnhofs nur 10 bis 30 % beträgt. In ganz Deutschland werden bei überlasteten Bahnhöfen zusätzliche Bahnsteiggleise hinzugebaut ({{cit|Engelhardt 2020}}), siehe auch [[#Leistung|oben Punkt 2]].{{ps}}}} | Dumm.png}}
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{{FlawNoLabel| {{id | Sicherste_Eisenbahn}}'''Min. 43:57''' | ● | Übertreibung  | '''Die deutsche Eisenbahn ist die "sicherste der Welt".''' (43:57 Huber){{ps}}{{col|00a050|► Das trifft nicht zu, die deutsche Eisenbahn ist nur eine der sichersten der Welt. Tatsächlich findet sich auch keine solche veröffentlichte Aussage außer Hubers Behauptung. Je nach Messgröße gibt es immer einige Länder, die besser sind. Tatsächlich rangiert Deutschland schon <u>im europäischen Vergleich nicht einmal im oberen Drittel</u> der besten Länder in der wichtigen von der European Union Agency for Railways (ERA) veröffentlichten Kennzahl der Todesfälle von Passagieren pro Personen-Bahn-Kilometern im 11-Jahresmittel (Abb. rechts).<ref name="ERAsafety">Z.B: • European Union Agency for Railways (ERA), "Report on Railway Safety and Interoperability in the EU 2024", 05.2024 (pdf [https://www.era.europa.eu/system/files/2024-06/Report%20on%20Railway%20Safety%20and%20Interoperability%20in%20the%20EU%202024.pdf era.europa.eu]) S. 27 Fig. A-10<br />• European Union Agency for Railways (ERA), "Safety Overview 2025", 03.2025 (pdf [https://www.vdzti.gov.lv/lv/media/1214/download vdzti.gov.lv], S. 8 Fig. 6<br />Als Grafik wird die Fassung von 2024 dargestellt, da die 2025er Fassung von dem Unfall bei Tembi in Griechenland dominiert wird.</ref> Wird der Unfall von Eschede 1998 (101 Tote)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Eschede de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Eschede]</ref> in die Betrachtung einbezogen, gilt die Aussage bei weitem nicht. Und in den letzten Jahren nach Bad Aibling 2016 (12 Tote),<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Bad_Aibling de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Bad_Aibling]</ref> Burgrain 2022 (5 Tote)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Burgrain de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Burgrain]</ref> und Riedlingen (3 Tote)<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Riedlingen 2025de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Riedlingen]</ref> sieht es schon wieder schlechter aus. Ganz abgesehen von den vielen Verletzten.{{ps}}}} | Uebertreibung.png| | | | | [[Datei:2024 ERA passenger fatality rates.png | 360px | rechts | thumb | '''ERA, "Safety Overview 2024"''', 05.2024<ref name="ERAsafety"/>]]}}
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== {{id| Faktencheck}}Faktencheck? ==
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Auf einen Faktencheck nach diesen einfachen aber effektiven Regeln hat sich die S21-Befürworterseite weder 2016 noch 2020 oder 2024 eingelassen. Man könnte es so ausdrücken: Bei Stuttgart 21 '''scheuen Politik und Bahn eine effektive Faktenklärung "wie der Teufel das Weihwasser"'''. In der Politik besteht offenbar weniger Bedarf an einer Klärung offener Fragen und einer bestmöglichen Zukunftsplanung als vielmehr nach Gesichtswahrung in der Öffentlichkeit. Die schrittweise Entwicklung dieses Modells ist aus den nachfolgenden Darstellungen zu den Faktencheck-Bemühungen zum Projekt Stuttgart 21 seit dem Jahr 2012 abzulesen.
  
[[Datei:Faktencheck_Kernelemente.png | 240px | rechts | thumb | '''Kernelemente''' eines professionellen [[Stuttgart 21/Faktencheck|Faktenchecks]] (schematisch).]]
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Das '''Vertrauen der S21-Kritiker in ihre Argumente''' zeigt sich darin, dass sie immer wieder einen professionellen Faktencheck gefordert haben, das zugehörige Verfahren unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Wissenschaft ausgearbeitet haben und dass sie sich {{hl | '''jederzeit einem solchen Faktencheck stellen'''}} unter Beteiligung der besten Experten aus Wissenschaft und Forschung. Die andere Seite lehnt jedoch immer wieder ab und zieht sich auf Genehmigungen zurück, die nachweisbar mit "unrichtigen und unvollständigen Angaben" erwirkt worden waren.
Das Format für diesen Faktencheck könnte geeigneterweise als [[Stuttgart 21/Faktencheck|Profi-Faktencheck]] durchgeführt werden, der aus den Erfahrungen zu Stuttgart 21 entwickelt wurde. Die Veranstaltung würde geleitet durch einen unabhängigen professionellen Sach-Mediatior und öffentlich übertragen werden.
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{{hl| ... muss noch deutlich erweitert werden, bisher nur Stichpunkte ...}}
 
  
'''Zu klärende K.O.-Kriterien'''
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[[Datei:2012-07-14 Diskussionvorlage ergaenzt S 2.png | 250px | rechts | thumb | '''14.07.2012 MVI''', Diskussionsvorlage anonymisiert]]
# Mangelnde Leistungsfähigkeit?
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== {{id | Erfolgreiche_Beispiele}}Erfolgreich durchgeführte Faktenchecks und vorausgehende Erfahrungen ==
# Unterdimensionierute Personenzugänge?
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# Fehlender Brandschutz im Tiefbahnhof?
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# Mangelnder Brandschutz in den Tunneln?
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# Unbeherrschte Gefahren aus der Gleisneigung?
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# Nicht verantwortbares Überflutungsrisiko?
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# Unbeherrschte Risiken aus der Geologie?
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'''Aufarbeitung der Vorgeschichte?'''
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Neben den vielen weiter unten angeführten fehlgeschlagenen Faktenklärungs-Versuchung zu Stuttgart 21 gab es auch einzelne gelungene Faktenchecks zu dem Projekt. Diese hatten zwar die Leistungsfähigkeit des vorstehend beschriebenen Konzepts bewiesen, sie lösten aber <u>keine Konsequenzen aus, weil sie nicht öffentlich</u> durchgeführt bzw. nicht allgemein zugänglich dokumentiert wurden. Die Verantwortlichen konnten später über die brisanten Ergebnisse dieser Workshops einfach hinweggehen. Auch die vorausgehenden beruflichen Erfahrungen von C. Engelhardt und J. Schoeller bestätigten die '''hohe Wirksamkeit der Sachmoderation unter einem Mediator'''. Um gesellschaftliche Verbindlichkeit auszulösen müssten daher solche moderierten Faktenklärungen bei entsprechenden öffentlichen Themen auch öffentlich stattfinden und bspw. als Videostream dokumentiert sein.
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{{IconRight| OK_erledigt.png}}
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=== 2012/14, Landesverkehrsministerium ===
  
Sollten sich die Befürchtungen der Kritiker bestätigen, könnte in einem zweiten Schritt auch aufgearbeitet werden, wie es zu der Umsetzung einer in diesem Umfang fehlerhaften Planung kommen konnte.
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Eine erste unmoderierte Besprechung am <u>14.03.2012</u> zwischen Kritikern und Vertretern der Projektbegleiter im Landesverkehrsministerium (MVI) war extrem unproduktiv verlaufen, die Diskussion hatte sich vielfach im Kreis gedreht. Im Folgeworkshop am '''17.04.2012''' mit Umsetzung des Moderationskonzepts wurde der Faktencheck von der pro S21-Seite <u>als enorm produktive Veranstaltung gelobt</u>. Sämtliche strittige Fragen konnten erfolgreich geklärt werden. Wegen fehlender Öffentlichkeit und damit Verbindlichkeit führte dieser Erkenntnisgewinn leider zu keinen Konsequenzen. Vielmehr wurde im Jahr darauf einfach die Weigerung der Bahn zur Fortsetzung dieses Dialogformats vom Ministerium hingenommen.<ref>Email MVI an Engelhardt, 30.09.2013, 11:35 Uhr, "AW: Aktualisierte Fragensammlung zum Stresstest": "SMA und DB haben mitgeteilt, keine Veranlassung zu sehen sich nochmals zu äußern. DB hat ein entsprechendes Schreiben angekündigt, das bislang noch nicht eingegangen ist."</ref>
<ol start=8>
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<li> Wuren die Kosten über Jahrzehnte schöngerechnet?
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Eine weitere gleichartig strukturierte Diskussion zur "Entfluchtung und Dimensionierung von Stuttgart 21" vom '''07.02.2014''' war in der Sachaufklärung ähnlich erfolgreich. Sie war aber leider wieder ohne Konsequenzen, da in vertraulichem Rahmen umgesetzt.[[Datei:2014-01-21 Entfluchtung und Dimensionierung S21 bis Abschnitt 6.png | 250px | rechts | thumb | '''21.01.2014 Workshop Branddirektion''', bis Abs. 6 auch 22.01. im AK Brandschutz.]]
<li> Liegen die von den Kritikern behaupteten Verfahrensmängel tatsächlich vor?
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{{IconRight| OK_erledigt.png}}
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=== 2014, Branddirektion Stuttgart ===
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In der Branddirektion Stuttgart wurde im Zuge einer Sachmoderation am '''21.01.2014''' <u>umfassende Überzeugungsarbeit</u> geleistet, so erfolgreich, dass die Fragen unmittelbar in dem nächsten Projekt-Arbeitskreis vom 22.01.2014 präsentiert werden konnten. Dort wurden sie aber vom Projektbetreiber in einer (unmoderierten) Diskussion, in der ihm keine Entkräftung der Kritik gelang, komplett blockiert. Das ging so weit, dass das Thema sogar aus dem Protokoll der Veranstaltung herausgehalten wurde.
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=== Industrie, Unternehmensberatung, Verwaltung ===
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C. Engelhardt und J. Schoeller haben vor dem Engagement beim Projekt Stuttgart 21 mehr als 30 Sachmoderationen mit Unternehmensberatungs-Tools in Industrie und Verwaltung umgesetzt und die hohe Leistungsfähigkeit der moderierten Faktenklärung '''erfolgreich genutzt'''. Beispiele:<br style="clear:both"/>
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[[Datei:OK_erledigt.png | x38px | rechts]]
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<ol>
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<li><u>Reorganisation Geschäftsprozess.</u> Überarbeitung eines konzernspartenweiten Planungsprozesses in einem DAX Konzern. Schwierige Interessenskonflikte und eine herausfordernde Gruppendynamik wurden aufgelöst und ein funktionierender <u>enorm beschleunigter Prozess</u> etabliert.</li>
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</ol>
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[[Datei:OK_erledigt.png | x38px | rechts]]
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<ol start=2>
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<li><u>Restrukturierung Geschäftsbereich.</u> Ein durchgeführter Faktencheck und die projektbegleitende professionelle Moderation und Kommunikation waren ausschlaggebend für die Hebung der Optimierungspotentiale und Umsetzung neuer Führungsstrukturen in einem schwierigem DAX Konzernumfeld.</li>
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</ol>
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[[Datei:OK_erledigt.png | x38px | rechts]]
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<ol start=3>
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<li><u>Leitbildentwicklung eines Stromlieferanten.</u> Mittels eines vorgelagerten Faktenchecks wurde die Entwicklung der Bausteine Mission, Vision und Strategie beschleunigt und fundiert. In der Folge Kulturwandel hin zur Fokussierung auf die Fakten und weg von politischen Ränkespielen.</li>
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</ol>
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[[Datei:OK_erledigt.png | x38px | rechts]]
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<ol start=4>
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<li><u>Implementierung eines Leitbildes bei einem Strom und Wasserlieferanten.</u> Die Durchführung einer Evaluationsbefragung zum Unternehmensleitbild auf Konzernebene war Grundlage für die Leitbild-Dialoge in den 16 Gesellschaften. Auch hier war die Fokussierung auf die Fakten einer Umfrage wesentlicher Impulsgeber zur erfolgreichen Implementierung.</li>
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</ol>
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[[Datei:OK_erledigt.png | x38px | rechts]]
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<ol start=5>
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<li><u>Entwicklung von Großstadtverwaltungen zu modernen Dienstleistern.</u> Implementierung neuer Steuerungssysteme und Managementmethoden durch professionelles Change- und Projektmanagement. Vollständige moderierte Faktenklärung in der Sache löste Blockaden zwischen den Dezernaten und bei der Verwaltungsspitze, lieferte solide Entscheidungsgrundlagen und beschleunigte die Prozesse.</li>
 
</ol>
 
</ol>
  
==Dokumente==
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{|
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== {{id | Vergebliche_Bemuehungen}}Vergebliche Bemühungen um einen echten Faktencheck zu Stuttgart 21 ==
{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2025''' | Christoph Engelhardt, "Die Auflösung der Standards im Tunnelbrandschutz", in: Bürgerbahn Denkfabrik, "Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn 2024. Den Verfall stoppen", 26.03.2025 ([https://buergerbahn-denkfabrik.org/alternativer-geschaeftsbericht-deutsche-bahn-ag-2024/ buergerbahn-denkfabrik.org], pdf [https://buergerbahn-denkfabrik.org/wp-content/uploads/2025/03/Altgesch_Bericht_2024_Final.pdf buergerbahn-denkfabrik.org]), S. 132-137}}
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{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2024''' | C. Engelhardt, Interview in den Nachdenkseiten: Teil 1, 17.06.2024, "Ich halte die Inbetriebnahme für ausgeschlossen". Teil 2, 19.06.2024, "Stuttgart will sich ein Denkmal als das Schilda der Neuzeit setzen" ([https://www.nachdenkseiten.de/?p{{=}}116902 nachdenkseiten.de])}}
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<!-- 2015-16, Ablehnung 4. Bürgerbegehren, Zusage Faktencheck und dann Sabotage | 06.2017, Faktencheck zu "Leistungskritik komplett widerlegbar?" | 01.2020, Faktencheck "Starke Schiene" im Stuttgarter Rathaus ohne die andere Seite | 04-06.2024, Faktencheck "Kein Zug wird fahren" zum Tunnelbrandschutz, Wegducken von DB und EBA -->
{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2021''' | C. Engelhardt, Positionspapier "Nebenverkehrszeit: Stuttgart 21 im D-Takt nicht fahrbar!", 09.02.2021 (pdf [https://wikireal.org/wiki/Datei:2021-02-09_Engelhardt_-_Gleisbelegungen_Nebenverkehrszeit.pdf wikireal.org])}}
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{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2020''' | C. Engelhardt, "Gleisbelegungen der Spitzenstunde im Vergleich, Lesehilfe und weiterführende Informationen", 19.02.2020 (pdf [http://wikireal.org/w/images/3/32/2020-02-19_Engelhardt_-_Gleisbelegungen_im_Vergleich.pdf wikireal.org])}}
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{{IconRight| Flucht.png}}
{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2019''' | C. Engelhardt, "Deutschland-Takt-Zielfahrplan mit Stuttgart 21 nicht fahrbar: Beleg für den Leistungsrückbau", 22.10.2019 (pdf [http://wikireal.org/w/images/3/38/2019-10-22_Engelhardt_-_D-Takt_und_Stuttgart_21.pdf wikireal.org])}}
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Bei dem Projekt Stuttgart 21 gab es neben zuvor erwähnten Faktenklärungen, die in der Sachaufklärung erfolgreich waren, aber aufgrund der fehlenden Öffentlichkeit unverbindlich blieben, zahlreiche Anläufe für einen echten öffentlichen Faktencheck. 2015/16 nach der [[#Ablehnung 4. BB |Zusage eines Faktenchecks]] im Zuge der Ablehnung des [[Stuttgart_21/Leistung/4._Bürgerbegehren |4. Bürgerbegehrens]] gegen Stuttgart 21. Dieser Faktencheck endete aber als [[#Maulkorb |Farce inklusive einem verordneten Maulkorb]]. 2020 gab es einen [[#Starke_Schiene |erneuten Anlauf]] zu einem Faktencheck im Rathaus, bei dem aber das Landesverkehrsministerium im letzten Moment kniff. Wenn es ernst wird, '''meidet die S21-Befürworterseite einen professionellen Faktencheck''' "<u>wie der Teufel das Weihwasser</u>".
{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2014''' | C. Engelhardt, "Nachforderungskatalog zur Stellungnahme des Vorhabensträgers", 29.09.2014 (pdf [http://wikireal.org/w/images/9/90/2014-09-29_Engelhardt_Nachforderungskatalog.pdf wikireal.org] oder [https://web.archive.org/web/20150714015355/https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt2/Ref24/S21_Eroerterung/24_14-10-07_Engelhardt_Kat.pdf archive.org/rp.baden-wuerttemberg.de])}}
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{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2013''' | C. Engelhardt, "Stuttgart 21: Kritische Würdigung der Darstellungen der Deutschen Bahn AG zu den Personenstromanalysen", 27.02.2013, (pdf [http://www.wikireal.org/w/images/2/2e/2013-02-27_S21%2C_Kritische_W%C3%BCrdigung_Personenstromanalyse_V_1.3.pdf wikireal.org])}}
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{{newsitemlabel| '''Engelhardt 2011''' | Christoph M. Engelhardt, "Stuttgart 21: Leistung von Durchgangs- und Kopfbahnhöfen", in "Eisenbahn-Revue International", Heft 6/2011, S. 306-309, 2011 (pdf [http://www.archiv.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/presseberichte/ERI_6_2011_engelhardt.pdf kopfbahnhof-21.de])}}
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=== {{id | 4. BB Faktencheck}}2015-16, Ablehnung 4. Bürgerbegehren, Zusage Faktencheck und dann Sabotage ===
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''→ Hauptartikel: [[Stuttgart 21/Leistung/4. BB Faktencheck|Leistung/4. BB Faktencheck]]''
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2015/16 gab es die bisher weitreichendste '''Zusage eines Faktenchecks''' im Zuge der Ablehnung des [[Stuttgart_21/Leistung/4._Bürgerbegehren|4. Bürgerbegehrens]] gegen Stuttgart 21. Dieser Faktencheck endete aber als [[#Maulkorb|Farce inklusive einem verordneten Maulkorb]]. Der Prozess war gekennzeichnet von mehreren gebrochenen Zusagen und mehrfach verweigertem Rederecht für die Kritiker durch die Stadt Stuttgart.
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# <u>Juli 2015, Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens gegen Stuttgart 21</u> ([http://www.leistungsrueckbau-s21.de/ leistungsrueckbau-s21.de]) im Stuttgarter Gemeinderat. Es wurde nicht einmal den Vertrauensleuten ein Rederecht gewährt. Im Gegenzug wurde aber ein '''erneuter Faktencheck''' zu [[Stuttgart 21]] zur Leistungsfähigkeit des Bahnhofs und für die Reisenden zugesagt. Die Ablehnung erfolgte, nachdem der städtische Gutachter in bei einer S21-Kapazität von 32 Zügen/h keinen Rückbau gegenüber einer aktuellen Kapazität von 38 Zügen erkennen konnte. OB Kuhn sagte, "Faktenklärung und Tatsachenklärung" wären, wenn "Zweifel" an der "Kapazität" aufkämen, "Aufgabe der Stadt".
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# <u>07-08.2015, breite Unterstützung für einen Faktencheck.</u> Die Stuttgarter Gemeinderatsfraktionen der SPD, Grünen, AfD und ohnehin der SÖS-LINKE-PluS, sowie die komplette Opposition im Bundestag und der frühere Stuttgart 21-Schlichter Heiner Geißler befürworteten einen Faktencheck. Die Bahn hatte ihre Bereitschaft erklärt. Ein solcher Termin wurde dann jedoch von SPD und Grünen im Gemeinderat auf 2016 verschoben wegen schwieriger Haushaltsberatungen.{{IconRight| Vertragsbruch.png}}
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# {{id | Showveranstaltung}}<u>02.2016, 1. Anlauf, Projektumsetzer wünschen Showveranstaltung.</u> Nach knapp acht Monaten des Hinhaltens stellten  in der Vorbesprechung vom 26.02.2016 die Vertreter von SPD und Grünen im Gemeinderat sowie der Bahn klar, dass die Umsetzer des Projekts <u>keinen echten Faktencheck</u> wünschen, sondern allein eine '''Showveranstaltung''' unter unfairen Bedingungen für die Vertreter des 4. Bürgerbegehrens, die entsprechend ablehnten.
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# {{id | Konzept}}[[Datei:2016-09-30 Kritiker - Projektdurchsprachen Vorschlag S 2-3.png | x311px | rechts | thumb | '''30.09.2016 Vorschlag zum Verfahren''' von den Projektkritikern.<ref name="Durchsprachen-Vorschlag"/>]]<div style="float:right;">[[Datei:2016-02-25 Vorschlag fuer Verhaltensregeln.png|x311px|rechts|thumb|'''25.02.2016 Vorschlag für Verfah&shy;rens&shy;re&shy;geln''' (Engelhardt, Schoeller<ref name="Konzept 02.2016"/>).]]</div><u>Konzept für einen echten Faktencheck.</u> Engelhardt und Schoeller hatten für das 4. Bürgerbegehren auf OB Kuhns Zusage und Verpflichtung der Stadt für einen echten Faktencheck hingewiesen und auf die Erkenntnisse der Wissenschaft für einen solchen Prozess. Dazu wurden die "Lessons Learned" der Universität Hohenheim zur Schlichtung von 2010 überreicht.<ref>Arne Spieker, Frank Brettschneider, "Alternative Streitbeilegung? Die »Schlichtung« zu »Stuttgart 21« aus der Sicht der TeilnehmerInnen", 2013. In: Brettschneider, Frank; Schuster, Wolfgang (Hrsg.): Stuttgart 21. Ein Großprojekt zwischen Protest und Akzeptanz (S. 219-241). Wiesbaden: Springer VS: 2013 ([http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-01380-6_8 springer.com], Zusammenfassung pdf [https://wikireal.org/w/images/2/25/2013_Spieker%2C_Brettschneider_-_Lehren_aus_der_Schlichtung_%28Zusammenfassung%29.pdf wikireal.org])</ref> Daraus abgeleitet wurden Verfahrensregeln und ein Fragenkatalog als Konzept für einen echten Faktencheck überreicht, der aber abgelehnt wurde.<ref name="Konzept 02.2016">26.02.2016, C. Engelhardt, J. Schoeller, "Vorschlag für Verhaltensregeln und der zu diskutierenden Themen" (https://wikireal.org/w/images/3/30/2016-02-26_4._BB_-_Faktencheck_Verhaltensregeln_und_Fragenkatalog.pdf wikireal.org])</ref> Kernpunkte:
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#* {{IconRight| OK_erledigt.png}}<u>Unabhängige Moderation</u>, am besten durch zwei Gruppenmoderatoren.
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#* <u>Teilöffentliche Veranstaltung</u>, wie die Schlichtung ohne freies Publikum, aber mit Videoaufzeichnung und Streaming für ungestörtes Arbeiten.
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#* <u>Abgestimmter Fragenkatalog</u> als Basis der Aufklärung: Bis wohin besteht eine gemeinsame Faktenbasis und wo beginnt die unterschiedliche Abwägung?
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#* <u>Sämtliche Argumente müssen belegt werden</u>, entsprechende Dokumente müssen rechtzeitig veröffentlicht werden.
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#* <u>Getrenntes Resümee</u> durch beide Seiten.
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# <u>2016-10/11, 2. Anlauf ohne klares Konzept.</u> Nachdem dem Scheitern Anfang 2016 hatte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am 06.07.2016 ohne weitere Rücksprachen Informationsveranstaltungen beschlossen zu den Fragen, "wo man steht und welche Fragestellungen" von wem "geklärt" werden müssten, aber ohne Ausführungsdetails. Laut OB sollte aber jetzt "kein Faktencheck, keine Schlichtung und keine Moderation" stattfinden. Später wurden der 26.10.2016 und der 15.11.2016 als Termine reserviert.
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# <u>Ein Vorschlag zur Gestaltung dieser Durchsprachen</u> wurde dann von den Vertretern der Bürgerbegehren an den OB gerichtet.<ref name="Durchsprachen-Vorschlag">30.09.2016, Brief der Bürgerbegehren an OB Kuhn, "Durchsprachen im S21-Ausschuss: Stand des Projekts und zu klärende Fragen" (pdf [https://wikireal.org/w/images/8/81/2016-09-30_Projektdurchsprachen_im_S21-Ausschuss.pdf wikireal.org])</ref> Er enthielt Vortragszeiten für Kritiker, Bahn und Verwaltung, ausreichend Diskussion, die Experten sollten ein Recht zur Wortmeldung und eigenem Fazit haben, außerdem: öffentliche Videoübertragung, Themenkatalog mit Zeitbudgets.
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# <u>Dieser Vorschlag blieb ohne Reaktion</u> auch in der Einladung durch den OB, der die Einzelheiten des Ablaufs dem Ältestenrat überantwortete. Die Zusage der Vertreter der Bürgerbegehren erfolgte dann auf derart unklarer Basis mit der Bitte, doch im Termin auf die Stellungnahmen der Verwaltung reagieren zu können und ausreichend Vortragszeit vorzusehen. Erneuter wurde eine Videoübertragung angeregt.
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# {{id | Maulkorb}}[[Datei:2016-10-26_Engelhardt_Leistungsfaehigkeit_Fotos_Beispielfolie.jpg | 420px | rechts | thumb | '''26.10.2016 Anhörung im Gemeinderat zur Leistungsfähigkeit.''' Vortrag Engelhardt, Beispielfolie, Verteilung des Textes "Zu klärende Fragen"<ref name="Zu_Klaeren"/> (Fotos: Achim Zweygarth, Lichtgut).]]{{IconRight| Mundverbot.png}}<u>Durchführung dann als Farce inklusive Maulkorb</u> unter neuen, zuvor nicht diskutierten Bedingungen mit gravierenden Einschränkungen: Sehr kurze Vortragszeiten, auch noch das Land BW sollte vortragen, was zu einer 2/3 Übermacht der Befürworterseite führte. Renommierte Experten der Kritikerseite wie Dr. Kathrin Grewolls und Dr. Martin Vieregg waren unerwünscht. Und der Ältestenrat hatte einen '''"Maulkorb"''' verfügt: Die vertretenen Experten hätten demnach keine Fragen beantworten dürfen.<ref name="Engelhardt-Maulkorb">31.10.2016, [https://wikireal.org/w/images/8/87/2016-10-31_Engelhardt_Rede_Montagsdemo_S21-Ausschuss.pdf wikireal.org], Mo-Demo-Rede C. Engelhardt "Maulkorb-Erlass und Wahrnehmungsverweigerung im Stuttgarter Rathaus"</ref>
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# <u>Dieser "Maulkorb" führte zu einem regelrechen Eklat</u>, nachdem C. Engelhardt diesen kommentiert hatte, dass "offenbar in der Region Stuttgart ein bemerkenswertes Demokratieverständnis herrsche". Es ist vielsagend, dass die anwesenden zahlreichen Journalisten der Stuttgarter Zeitungen über diese Tumulte schwiegen in ihren Berichten von dem Termin.<ref name="Engelhardt-Maulkorb"/> Aufgrund der Befürchtung derartiger Einschränkungen hatten die Kritiker am 26.10.2016, um die offenen Fragen aktenkundig zu machen, eine Übersicht der "zu klärenden Fragen" verteilt.<ref name="Zu_Klaeren">26.10.2016, [https://wikireal.org/w/images/0/04/2016-10-26_Zu_klaerende_Fragen.pdf wikireal.org], S21-Kritiker, "Stuttgart 21 – zu klärende Fragen"</ref>
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# <u>"Informationsveranstaltungen" mit zahlreichen Falschdarstellungen der Befürworterseite.</u> Nachdem eine Diskussion bzw. Faktenklärung weitgehend unterbunden worden war, verkam der einst zugesagte Faktencheck zu einer Desinformationsveranstaltung:
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#*Am 26.10. schwieg die Bahn zwar vollständig zum Stresstest, behauptete unter anderem aber argumentfrei, der neue Tiefbahnhof könne eine Verdopplung des Verkehrs leisten. Die Landesregierung, die eigentlich schon bestätigt bekommen hatte, dass dem Stresstest zahlreiche Richtlinienverstöße zugrunde liegen, führte diesen dennoch als Nachweis der Leistungsfähigkeit an.
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#* Am 15.11. platzierte der Brandschutzbeauftragte der Bahn Klaus-Jürgen Bieger erneut einige der unzutreffenden Aussagen zum Brandschutz: • Es seien max. 7.500 Pers. im Bahnhof (es sind vielmehr 8.082 Personen pro Bahnsteig), • der Brandschutz im Tiefbahnhof sei jetzt "noch besser" (dabei war er vorher vollkommen dysfunktional). • Die Züge seien im Tunnel unter Vollbrand fahrbar (was später durch den Brand bei Montabaur widerlegt wurde), • Die S21-Tunnel hätten die breitesten Fluchtwege in Europa (es sind die schmalsten), • Die S21-Tunnel seien "genauso" gebaut wie Erfurt-Halle/Leipzig (sie sind aber etwa 5-mal gefährlicher gebaut), •  Er fasste in vollkommener Umkehrung der Realität zusammen: "Stuttgart bekommt den sichersten unterirdischen Bahnhof und Eisenbahntunnel nach dem neuesten Stand der Technik".
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# {{IconRight| Huetchenspieler.png}}<u>Im 2. Anlauf wurden die Kritiker also erfolgreich über den Tisch gezogen.</u> Im Ergebnis kamen die S21-Kritiker sehr viel schlechter weg  als mit dem im Februar 2016 von der Pro S21-Seite vorgeschlagenen Konzept. Erreicht wurde das, indem die Kritiker lange im Glauben gelassen wurden, dass doch noch ein "echter" Faktencheck umgesetzt werden sollte. Auf die von ihrer Seite vorgeschlagenen Verfahrensvorschläge gab es keine Ablehnung. Nachdem die Veranstaltung lange genug angekündigt war, wurden sie dann vor vollendete Tatsachen gestellt und standen vor der Wahl, entweder spät einen "Rückzieher" zu machen, oder in den sauren Apfel des suboptimalen Konzepts zu beißen, in der Hoffnung, die kritischen Punkte bekämen doch etwas Öffentlichkeit. Diese Hoffnung ging fehl.
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=== {{id|Peter_Sturm}}06.2017, Faktencheck zu "Leistungskritik komplett widerlegbar?" ===
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{{IconRight| Behauptung.png}}
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Anfang Juni 2017 behauptete der S21 Projekt-Vorstand Peter Sturm in einer Diskussion mit Kritikern, die von Engelhardt formulierte '''Leistungskritik sei "komplett widerlegbar"'''. Daraufhin lud Engelhardt Sturm in einem offenen Brief dazu ein, dies in einem "strukturierten Verfahren" entsprechend einem professionellen Faktencheck zu tun.<ref>07.06.2017, Offener Brief von C. Engelhardt an Projektvorstand Peter Sturm, "Leistungskritik »komplett widerlegbar«?" (pdf [http://wikireal.org/w/images/0/0e/2017-06-07_Engelhardt_offener_Brief_an_Peter_Sturm.pdf wikireal.org])</ref> Sturm lehnte das ab, und verwies dabei ausgerechnet auf die Argumentation zu PFA 1.3 von 2014/2015 und die Anhörung im Stuttgarter Gemeinderat von 2016, die beide von Engelhardt im offenen Brief als Beispiele genannt worden waren, dass sie nicht die "Widerlegung der Kritik" erbracht hatten, jeweils begründet mit dem Link zu der sehr detaillierten [[Stuttgart_21/Anhörung_PFA_1.3/Analyse_09.2015|Analyse der Nichtbeantwortung der Leistungsfragen in PFA 1.3]] oder dem entsprechenden Originaldokument. Letztlich war Sturms Aussage "komplett widerlegbar" somit eine leere Behauptung. Die Bahn hat sich hier '''erneut einfach weggeduckt''' und einer Diskussion verweigert.
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=== {{id|Starke_Schiene}}01.2020, Faktencheck "Starke Schiene" im Stuttgarter Rathaus ohne die andere Seite ===
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<div style="float:right; clear:none; margin-top: 5px; margin-bottom: 0px; margin-left:-25px;">[[Datei:Flucht.png|x85px|link=Hilfe:Piktogramme#Flucht.png]]</div>
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<div style="float:right;">[[Datei:2020-01-16 Podium-Rathaus.jpg | x200px | rechts | thumb | '''16.01.2020, Podiumsdiskussion''', "Sind starke Schiene, Deutschlandtakt, mit Stuttgart21 vereinbar?": Engelhardt, Milankovic, Hesse, fehlend: Hickmann (Foto: Ulli Fetzer).]]</div>
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<div style="float:right;">[[Datei:2020-01-16 Flyer Faktenklaerung.jpg | x200px | rechts | thumb | '''Flyer zur Fakten&shy;klärung''' "Starke Schie&shy;ne u. Deutschlandtakt".<ref name="ParkschuetzerStarkeSchiene"/>]]</div>
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Ein erneuter Faktencheck wurde Anfang 2020 versucht, als das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 einlud zur '''"Großen Faktenklärung"''': "<u>Sind starke Schiene und Deutschlandtakt mit Stuttgart21 vereinbar?</u>"<ref name="ParkschuetzerStarkeSchiene">02.01.2020, [https://www.parkschuetzer.de/termine/5965/kopfbahnhof-21 parkschuetzer.de], "Sind starke Schiene, Deutschlandtakt, mit Stuttgart21 vereinbar?"</ref> Nachdem Abteilungsleiter Gerd Hickmann vom Verkehrsministerium lange zugesagt hatte, zog er knapp 2 Tage vor dem Termin zurück und sagte kurzfristig ab.<ref>14.01.2020, [https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.s-21-podiumsdiskussion-ministeriumsvertreter-sagt-nach-zusage-ploetzlich-ab.f3c75d3a-03a0-4d51-a5a5-9d90089a1fc8.html stuttgarter-zeitung.de], "S-21-Podiumsdiskussion. Ministeriumsvertreter sagt nach Zusage plötzlich ab". 15.01.2020, [https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/459/von-kalten-fuessen-und-alibi-echsen-6449.html kontextwochenzeitung.de], "Von kalten Füßen und Alibi-Echsen"</ref> Vorausgegangen war das Schreiben von C. Engelhardt zur Vorbereitung des Termins, in dem dieser die zu klärenden zentralen Fragen präzisierte, etwa auch mit der [[Stuttgart 21/Leistung#Hansen |Widerlegung des Stresstests durch Prof. Hansen]]. Aber insbesondere wurde auch gebeten, dass Argumente belegt werden sollten und bei verbleibendem Dissens verabredet würde, wie eine Klärung erreicht wird.<ref>09.01.2020, Email Christoph Engelhardt "Noch zur Vorbereitung des 16.01." an Abteilungsleiter Gerd Hickmann</ref>
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Es hat also die '''S21-Befürworterseite auch dieses Mal gekniffen''', als es um einen echten Faktencheck gehen sollte. So blieben Fragen wie die bisher unbelegte Behauptung, S21 könne den Deutschlandtakt bewältigen, undiskutiert. Gleiches gilt für die Kritik daran sowie die im Detail als unhaltbar nachgewiesenen Aussagen der D-Takt-Arbeitsgruppe, der DB und des Landesverkehrsministeriums. Eine Diskussion mit der Befürworterseite konnte nicht stattfinden.<ref>16.01.2020, C. Engelhardt, "Sind Starke Schiene und Deutschland-Takt mit Stuttgart 21 vereinbar? – Oder »das Wunder von Stuttgart«", 16.01.2020 (pdf Kernaussagen [http://wikireal.org/w/images/4/4f/2020-01-16_Engelhardt_-_D-Takt_und_Stuttgart_21_Kernaussagen.pdf wikireal.org], Foliensatz [http://wikireal.org/w/images/6/6c/2020-01-16_Engelhardt_-_Starke_Schiene%2C_D-Takt_und_S21%2C_Folien.pdf wikireal.org])</ref>
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=== {{id| Tunnelbrandschutz}}04-06.2024, Faktencheck "Kein Zug wird fahren" zum Tunnelbrandschutz, Wegducken von DB und EBA ===
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[[Datei:2024-04-19_PK_-_Kein_Zug_wird_fahren_Beispielfolien_Szenenfotos.jpg | 420px | rechts | thumb | '''19.04.2024 Pressekonferenz''', Beispielfolien, Szenenfotos ([https://youtu.be/IQLY6Sj-elk youtu.be]) Roland Morlock (Ingenieure22), Christoph Engelhardt (WikiReal), Dieter Reicherter (Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21), Joris Schoeller (WikiReal) bei der Herausforderung zum Faktencheck).]]
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{{IconRight| Vogelstrauss.png}}
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Zum Thema des fehlenden Brandschutzes in den Stuttgart 21-Tunneln wurde im Frühjahr 2024 ein Anlauf für einen Faktencheck genommen. Am 17.04.2024 war Stuttgart 21 zum dritten Mal Thema bei "Mario Barth deckt auf", zum zweiten Mal explizit auch zu den zu engen Rettungswegen in den Tunneln.<ref>17.04.2024, 20:15 Uhr, RTL, "Mario Barth deckt auf", Min. 10:22 bis Min. 17:00 (Video Mediathek [https://plus.rtl.de/video-tv/shows/mario-barth-deckt-auf-239450/2024-4-993971/episode-1-mit-ilka-bessin-andrea-kiewel-mike-krueger-und-ingo-appelt-971402 plus.rtl.de])</ref> Am 19.04.2024 wurde dann von WikiReal, dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und den Ingenieuren22 eine Pressekonferenz unter dem Titel "Kein Zug wird fahren bei Stuttgart 21" abgehalten, in der dargestellt wurde, dass die '''hohen Personenzahlen''' der in den S21-Tunneln geplanten Züge in den Tunneln '''nicht rechtzeitig evakuiert''' werden können und '''Bahn und EBA eigene Vorgaben nicht einhalten''', die sie sich zum Thema gegeben hatten und andernorts einfordern. Und es wurde ein professioneller Faktencheck eingefordert.<ref name="PK_2024-04-19">19.04.2024, Pressekonferenz "Kein Zug wird fahren bei Stuttgart 21" (Downloads [https://wikireal.org/w/images/5/52/2024-04-19_PM_WikiReal_ABgS21_Ing22_-_Kein_Zug_wird_fahren_bei_Stuttgart_21.pdf Pressemitteilung] letzter Absatz, [https://wikireal.org/w/images/f/f5/2024-04-19_PK_-_Kein_Zug_wird_fahren_bei_Stuttgart_21_%28Folien%29.pdf Folien der PK] Folie 45, Video [https://youtu.be/IQLY6Sj-elk youtu.be/IQLY6Sj-elk] Min.77:32)</ref>
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Nachdem die Bahn in der Folge von einem Brandschutzkonzept gesprochen hatte, das unabhängig vom Zugtyp sein soll, wurde sie in einem offenen Brief zu dieser und 6 weiteren grundlegenden Fragen herausgefordert.<ref>24.04.2024, Offener Brief an Olaf Drescher, "Belege für das »Universal-Brandschutzkonzept« der S21-Tunnel?" (pdf [https://wikireal.org/w/images/3/33/2024-04-24_Offener_Brief_Wikireal_ABgS21_Ing22_an_PSU_-_Universalbrandschutzkonzept.pdf wikireal.org])</ref> Ebenso wie das Eisenbahn-Bundesamt einen Monat später.<ref>22.05.2024, Offener Brief an EBA-Präsident Stefan Dernbach, "Stuttgart 21: Fehlender Brandschutz in den Tunneln. Baustopp sofort! " (pdf [https://wikireal.org/w/images/0/0e/2024-05-22_Wikireal_ABgS21_Ing22_an_EBA_-_Offener_Brief_und_Aufforderung_Baustopp_sofort.pdf wikireal.org])</ref> in den zugehörigen Pressemitteilungen wurden die Forderung nach einem professionellen Faktencheck erneuert.<ref name="PM 2024-04-24">24.04.2024, WikiReal.org, Aktionsbündnis gegen S21, Ingenieure22, Pressemitteilung "Bahn phantasiert von »Universal-Brandschutzkonzept« – Eingeständnis des fehlenden Tunnelbrandschutzes: Baustopp sofort!" (pdf [https://wikireal.org/w/images/5/5f/2024-04-24_PM_Wikireal_ABgS21_Ing22_-_Bahn_phantasiert_von_Universalbrandschutzkonzept_-_Baustopp_sofort.pdf wikireal.org])</ref><ref name="PM 2024-05-22">22.05.2024, WikiReal.org, Aktionsbündnis gegen S21, Ingenieure22, Pressemitteilung "Die Bahn ist blank zum Brandschutz in den Stuttgart 21-Tunneln. Forderung an das Eisenbahn-Bundesamt: Baustopp sofort!" (pdf [https://wikireal.org/w/images/c/c0/2024-05-22_PM_Wikireal_ABgS21_Ing22_-_Die_Bahn_ist_blank_zum_Brandschutz.pdf wikireal.org])</ref> Im Ergebnis haben sich aber '''sowohl Bahn als auch EBA komplett weggeduckt''', [[Stuttgart_21/Brandschutz_Tunnel/Verfahrensmängel#Offene_Briefe|keine Frage in der Sache beantwortet und keinen der Widersprüche zu ihren eigenen Ansprüchen aufgelöst]]. Über die Forderung des Faktenchecks wurde zwar berichtet, dieser aber nicht nachhaltig eingefordert. Selbst dort, wo etwa der SWR in einem recht guten Bericht zwei unabhängige Experten zu Wort kommen ließ mit der Aussage:
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{{cite| ''"Dennoch sagen Experten und Wissenschaftler wie Hans Leister<br/>&nbsp;und Urs Kramer, dass man '''sich der Kritik''' der Ingenieure, Physiker<br/>&nbsp;und Analysten '''annehmen müsse, um sie zu diskutieren'''."''|}}
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Als dann in Reaktion auf die offenen Briefe sowohl Bahn als auch EBA einer Diskussion ausgewichen waren, hat aber der SWR auch auf unmittelbaren Hinweis auf diese Diskrepanz '''nicht nachgehakt'''.
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== {{id| Negativbeispiele}}Negativbeispiele: Die Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010/11 u.a.==
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<!-- Die Schlichtung war nicht der angekündigte Faktencheck, sondern massive Desinformation | Der Stresstest beendete die Schlichtung mit weiteren gravierenden Manipulationen | Die Wissenschaft bestätigt die wesentlichen strukturellen Mängel der Schlichtung | Weitere gescheiterte Faktenklärungen zu Stuttgart 21 -->
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[[Datei:Schlichtung_Verantwortliche.png | x240px | rechts | thumb | <u>Verantwortliche</u>, 45 % Bahnvorstand Kefer: Falsch&shy;aussagen u. Informations&shy;zurückhaltungen, 20 % Schlich&shy;ter Geißler: manipulative Gesprächsführung.]]
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<div class="tright" style="clear:none; margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px;">[[Datei:Schlichtung_Themen.png | x240px | rechts | thumb | <u>Unaufrichtigkeiten in der Schlichtung nach The&shy;men.</u> Weit über einhundert schwerwiegende Täuschungen führten zu umfassender Desinformation.<ref name="Schlichterspruch-Themen">Eine der Verfehlungen, der Schlichterspruch, wird allen Themengebieten zugeordnet, so dass in der Tagesdarstellung an Tag 9 sieben Balkensegmente angetragen sind, obwohl für den Tag nur 3 Verfehlungen ausgewertet wurden. Eine davon, der Schlichterspruch wurde hier optisch verfünffacht, was der Bedeutung dieser besonders schweren Verfehlung durchaus angemessen erscheint. In der Themendarstellung ist die Summe der dargestellten Balken dementsprechend um 4 Zähler höher als die Gesamtzahl der Verfehlungen.</ref>]]</div>
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Die '''Geißler-Schlichtung von 2010''' zusammen mit dem '''Stresstest von 2011''' waren das Gegenteil von einem Faktencheck, als der sie verkauft wurden. Die Wissenschaft bestätigt die wesentlichen strukturellen Fehler. Somit bietet die Schlichtung umfangreiches Anschauungsmaterial, wie ein Faktencheck <u>nicht</u> gemacht werden sollte.
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=== {{id| Schlichtung}}Die Schlichtung war nicht der angekündigte Faktencheck, sondern massive Desinformation ===
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{{IconRight| Luege.png}}
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Die Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010 war als "Faktencheck" und Veranstaltung für eine "Aufklärung" im Sinne von Immanuel Kant [[Stuttgart 21/Schlichtung/Zitate#Bedeutung_der_Schlichtung |propagiert worden]]. Diesen Anspruch hat sie weit verfehlt. Es wurde vielmehr eine umfassende Desinformation umgesetzt, wie die  [[Stuttgart 21/Schlichtung/Auswertung |Detailanalyse von WikiReal belegt]]. Insbesondere der Schlichter Heiner Geißler ist für unzählige Manipulationen verantwortlich, mit denen er verhinderte, dass wichtige offene Fragen geklärt wurden oder gravierende Täuschungen der Stuttgart 21-Befürworterseite aufgedeckt wurden. Knapp die Hälfte der weit über hundert groben Täuschungen und Manipulationen während der Schlichtung betrafen die Leistungsfähigkeit (Abb. rechts). Ähnlich groß ist der Anteil vom DB-Technikvorstand Dr. Volker Kefer durch unzählige Falschaussagen und Informationszurückhaltungen. Die Wissenschaft hat selbst ohne die Bewertung dieser vernichtenden Wahrheitsbilanz, allein aufgrund der Verfahrensbetrachtung ein [[#Wissenschaft |verheerendes Urteil über die Schlichtung gefällt]].
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=== {{id| Stresstest}}Der Stresstest beendete die Schlichtung mit weiteren gravierenden Manipulationen ===
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{{IconRight| Unaufrichtigkeit.png | Schlange.png | Maske.png | Huetchenspieler.png | Vertragsbruch.png}}
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Auch als Folge der extrem unaufrichtigen Diskussion der Leistungsfähigkeit in der Schlichtung wurde im Juli 2011 der sogenannte "Stresstest" zu Stuttgart 21 vorgestellt und diskutiert. Sowohl im Vorfeld als auch bei der Durchführung wie auch bei der späteren Diskussion gab es zahlreiche Manipulationen und gebrochene Zusagen, die den angestrebten Faktencheck zur Leistungsfähigkeit durch den '''Stresstest gründlich sabotierten'''.
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# Die Zusage, dass die Kritiker an den <u>Eingangsdaten des Stresstests beteiligt</u> werden sollten wurde nicht eingehalten.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit">[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit]</ref>
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# Auch wurden Kritiker und Öffentlichkeit <u>nicht wie versprochen über den untersuchten Fahrplan informiert</u>.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>
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# Es wurde <u>nur ein Audit statt einem Gutachten</u> beauftragt, so wurde nicht der Nachweis der Leistung geprüft, sondern nur, ob die Bahn bei der Simulation ihrem eigenen Verfahren folgte, dagegen aber nicht wirklich, ob die Eingangsgrößen praxisnah gewählt wurden.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>
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# Selbst die vom Schweizer Auditor SMA gewünschte <u>Abstimmung zu den Auswertekriterien wurde verweigert</u>.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>[[Datei:2011-06-27 SZ - Stuttgart 21 besteht Stresstest (Zapp-frame).jpg | thumb | 360px | rechts | '''"Stresstest bestanden"-Kampagne.''' Vorprägung einer unzutreffenden Botschaft, SZ vom 27.06.2011.<ref name="27.06.2011_SZ">27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (Printausgabe), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch<br />26.06.2011, [http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-besteht-stresstest-die-bahn-macht-sich-unglaubwuerdig-1.1112581 sueddeutsche.de], "Die Bahn macht sich unglaubwürdig"</ref> (Quelle: Szenenfoto NDR zapp<ref name="29.06.2011_zapp">29.06.2011, [http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/stuttgart191.html ndr.de], Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (mit Video)</ref>)]]
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# Einen knappen Monat vor der Veröffentlichung des Audits hatte Bahn-Vorstand Dr. Volker Kefer "ausgewählte Journalisten" "den <u>Stresstest als erfolgreich bestanden</u>" verkauft.<ref>29.06.2011, [http://web.archive.org/web/20110702095054/http:/www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/stuttgart191.html ndr.de (archive.org)], Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (Video [https://youtu.be/97y5ph8_W3o https://youtu.be/97y5ph8_W3o])29.06.2011, [http://web.archive.org/web/20110702095054/http:/www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/stuttgart191.html ndr.de (archive.org)], Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (Video [https://youtu.be/97y5ph8_W3o https://youtu.be/97y5ph8_W3o])</ref> Prompt wurde damals schon getitelt "Stuttgart 21 besteht Stresstest" wie es aus dem "Umfeld der Bahn" heißen sollte.<ref>27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (print), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch: 26.06.2011, [http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-besteht-stresstest-die-bahn-macht-sich-unglaubwuerdig-1.1112581 sueddeutsche.de], "Die Bahn macht sich unglaubwürdig". 27.06.2011, [http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_47477476/-stuttgart-21-stresstest-offenbar-bestanden.html t-online.de], "Bahn-Umfeld: Stuttgart 21 besteht Stresstest".27.06.2011, [http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13452120/Stuttgart-21-besteht-den-Stresstest.html welt.de], "Stuttgart 21 besteht den Stresstest". 27.06.2011, [http://web.archive.org/web/20110701173055/http:/www.fr-online.de/wirtschaft/spezials/stuttgart-21/bahn--stresstest-erfolgreich/-/4767758/8600560/-/index.html fr-online.de (archive.org)], "Bahn: Stresstest erfolgreich"27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (print), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch: 26.06.2011, [http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-besteht-stresstest-die-bahn-macht-sich-unglaubwuerdig-1.1112581 sueddeutsche.de], "Die Bahn macht sich unglaubwürdig". 27.06.2011, [http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_47477476/-stuttgart-21-stresstest-offenbar-bestanden.html t-online.de], "Bahn-Umfeld: Stuttgart 21 besteht Stresstest".27.06.2011, [http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13452120/Stuttgart-21-besteht-den-Stresstest.html welt.de], "Stuttgart 21 besteht den Stresstest". 27.06.2011, [http://web.archive.org/web/20110701173055/http:/www.fr-online.de/wirtschaft/spezials/stuttgart-21/bahn--stresstest-erfolgreich/-/4767758/8600560/-/index.html fr-online.de (archive.org)], "Bahn: Stresstest erfolgreich"</ref>
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# Öffentlich behauptete die Bahn hingegen wahrheitswidrig, die <u>Ergebnisse nicht gestreut zu haben</u>.<ref>28.06.2011, Frankfurter Allgemeine Zeitung (print), siehe auch: 27.06.2011, [http://web.archive.org/web/20110713173922/http:/www.faz.net/artikel/C30923/stuttgart-21-bahn-weist-gruenen-vorwuerfe-zurueck-30449272.html faz.net (archive.org)], "Bahn weist Grünen-Vorwürfe zurück"</ref>
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# Die Projektkritiker sollten schließlich überhaupt <u>erst drei Tage vor Präsentation</u> der Ergebnisse Informationen zu der Simulation erhalten, das hätte eine Analyse und Bewertung unmöglich gemacht. Es kam dann doch zu einem zweiwöchigen Austausch, den sogenannten "Prämissengesprächen".<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>
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# Dort hatte Geißler direkten Kontakt der Kritiker zum Auditor und Zugang zu allen Informationen verfügt. Die Bahn hatte dem spontan zugestimmt aber unmittelbar im Nachgang per Email klargestellt, dass sie <u>nichts davon gewähren würde</u>.<ref>12.07.2011 10:52, Email von Dr. Christian Becker, Leiter DB-Kundenmanagement und Fahrplan, an Peter Sautter, Experte auf Seiten der Kritiker12.07.2011 10:52, Email von Dr. Christian Becker, Leiter DB-Kundenmanagement und Fahrplan, an Peter Sautter, Experte auf Seiten der Kritiker</ref>
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# Sie <u>blockierte auch die Einsicht</u> in das Simulationsmodell und in die Schlüsseldokumente.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>
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# Auch in diesen Gesprächen <u>verhinderte Geißler durch seine Moderation</u> zielsicher die Aufklärung zu den wichtigsten Problempunkten.<ref name="Stresstest_Glaubwuerdigkeit"/>
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# Der DB-Stresstest-Projektleiter hatte sogar zugegeben, dass die <u>Richtlinien nicht überall eingehalten</u> worden seien – der Auditor SMA könne ja herausfinden, wo nicht. Das gelang der SMA in der Kürze der Zeit aber nicht.<ref>06.05.2015, [https://www.bundestag.de/blob/375700/faf94f0746f40913a63ad21762dc8a8f/041_protokoll-data.pdf bundestag.de], Wortprotokoll der 41. Sitzung Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur "Offene Fragen zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 aufklären", Protokoll-Nr. 18/41, S. 18 re. Spalte: Matthias Lieb: "Da hatte Herr Scheer [Schaer], der Projektleiter, auf meine Frage, ob die Vorgaben der Richtlinie eingehalten worden, erklärt: im Prinzip ja, aber nicht überall. Dann habe ich nachgefragt, ob er das genauer konkretisieren könne, wo denn nicht. Nein, das sei Aufgabe des Audits, das herauszufinden."06.05.2015, [https://www.bundestag.de/blob/375700/faf94f0746f40913a63ad21762dc8a8f/041_protokoll-data.pdf bundestag.de], Wortprotokoll der 41. Sitzung Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur "Offene Fragen zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 aufklären", Protokoll-Nr. 18/41, S. 18 re. Spalte: Matthias Lieb: "Da hatte Herr Scheer [Schaer], der Projektleiter, auf meine Frage, ob die Vorgaben der Richtlinie eingehalten worden, erklärt: im Prinzip ja, aber nicht überall. Dann habe ich nachgefragt, ob er das genauer konkretisieren könne, wo denn nicht. Nein, das sei Aufgabe des Audits, das herauszufinden."</ref>[[Datei:2011-07-29 Stresstest-Praesentation Montage.jpg | 420px | rechts | thumb | '''29.07.2011, Stresstest-Präsentation''' mit einem Teil der Teilnehmer<ref>oben: Dahlbender, Palmer, Berschin, Engelhardt, Naumann (stehend), Arnoldi, Hopfenzitz, Riedel, unten: Dr. Ing. Hans-Josef Mayer (nicht in Teilnehmerliste verzeichnet), Bitzer, Rust, Hickmann, Hermann, Geißler (Foto: Stadt Stuttgart, s.a. [https://www.stuttgarter-nachrichten.de/gallery.zum-nachlesen-tickerprotokoll-zum-s21-stresstest.1daa2e5f-8b4f-437b-80f3-08aff8940ba8.html/id/df40a788-b90d-466d-99db-97dd21fcff5a stuttgarter-nachrichten.de])</ref> (Foto: Stadt Stuttgart, Collage der Ausschnitte: WikiReal).]]
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# Kefer hatte am 29.07.2011 den Stresstest öffentlich vorgestellt und Boris Palmer daraufhin für die Kritiker derart erhebliche methodische Kritik geübt, dass die Zeitungen schon titelten: "<u>Bahn hat beim Stresstest geschummelt</u>"<ref>29.07.2011, [http://www.focus.de/kultur/leben/verkehr-palmer-gruene-bahn-hat-beim-stresstest-geschummelt_aid_650621.html focus.de], "Palmer (Grüne): Bahn hat beim Stresstest geschummelt" (15:53 Uhr)29.07.2011, [http://www.focus.de/kultur/leben/verkehr-palmer-gruene-bahn-hat-beim-stresstest-geschummelt_aid_650621.html focus.de], "Palmer (Grüne): Bahn hat beim Stresstest geschummelt" (15:53 Uhr)</ref> oder: "Bahn-Gegner zerpflücken den Stresstest".<ref name="Stern_Stresstest_Praesentation">29.07.2011, [http://www.stern.de/politik/deutschland/praesentation-zu-stuttgart-21-bahn-gegner-zerpfluecken-den-Stresstest-1711247.html stern.de], "Bahn-Gegner zerpflücken den Stresstest" (Version 14:11 Uhr)<br />29.07.2011, [http://www.stern.de/politik/deutschland/stresstest-stuttgart-21-geissler-bringt-zwitter-bahnhof-ins-spiel-1711247.html stern.de], "Geißler bringt Zwitter-Bahnhof ins Spiel" (Version am Abend)<br />Von der Mittagsversion liegt eine Google-Cache-Kopie vor. Auch jetzt wird noch das alte Link mit dem Titel in der Adresse auf die endgültige Fassung umgeleitet.</ref> Die Veranstaltung hätte im Debakel für die Bahn geendet, doch dann überdeckte Schlichter Geißler das mit einem brillanten Medienscoop, dem sogenannten "Kompromissvorschlag",<ref>[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Schauspiel_um_Kompromissvorschlag]</ref> einer nicht ernst gemeinten S21-Alternative.<ref>[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Geissler_spielt_auch]</ref> Prompt wurden die verheerenden Schlagzeilen der online-Berichte umgetitelt in bspw: "<u>Geißler bringt Zwitter-Bahnhof ins Spiel</u>"<ref name="Stern_Stresstest_Praesentation"/> und die Regelwidrigkeiten in der Simulation gingen daraufhin in der Berichterstattung unter.
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# Zu diesem professionellen Ablenkungsmanöver hatte Kefer im Anschluss vor den Medien <u>den Überraschten gespielt</u> und beteuert, nicht davon gewusst zu haben. Dabei war er seit mindestens zwei Tagen eingeweiht.<ref>[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Kefer_ueberrascht]</ref>
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# Nach dem Ergebnis des Auditors war der <u>Stresstest gar nicht bestanden</u> (im Widerspruch zur "Bestanden"-Kampagne): Statt der geforderten "guten" Betriebsqualität wurde nur eine "wirtschaftlich optimale" Qualität erreicht. Das hätte ein klares "Durchgefallen" ergeben.<ref name="Stresstest">[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#Stresstest]</ref>
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# Auch darüber hinaus wurde dem Stresstest am 29.07.2011 das "Bestanden"-Prädikat entzogen, da noch ein sogenannter "<u>Finaler Simulationslauf</u>" mehrere identifizierte Fehler korrigieren sollte. Dessen Veröffentlichung Monate später fand dann kaum noch mediale Beachtung. Hängen blieben aber in der Öffentlichkeit die von Kefer und Geißler inszenierten Schlagzeilen.{{#ev:youtube|_Ik_pA_OMqE|360|right|17.11.2011, Pressekonferenz WikiReal.org zu Fehlern im Stresstest, in: ZDF Frontal 21 vom 22.11.2011 ([https://youtu.be/_Ik_pA_OMqE youtube.com])|frame}}
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# Es blieben aber auch im finalen Simulationslauf <u>zahlreiche gravierende methodische Fehler im Stresstest</u> enthalten (→ [[Stuttgart 21/Leistung/Stresstest 2011|Leistung/Stresstest 2011]]), die von WikiReal.org am 17.11.2011 in einer Pressekonferenz vorgestellt wurden und in ihrer Systematik den Verdacht eines umfangreichen und systematischen Betrugs begründen:
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#* Hohe Verspätungen in der Simulation wurden auf unkritische Werte gekappt (bspw. von 11 auf 5 Min.).
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#* Außerdem sollten, sobald ein Zug Verspätung hat, Baustellen verschwinden bzw. das Wetter schön werden.
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#* Verspätungen wurden auch schon abgebaut, bevor sie entstanden waren.
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#* Der Bedarf an Zügen wurde morgens unrealistisch schnell heruntergefahren, damit sich das Verspätungsniveau schnell erholen konnte.
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#* Die Pünktlichkeit der S-Bahn wurde von 80 % in der Realität auf 94 % in der Simulation heraufgesetzt, ähnlich für die Züge.
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#* Die Haltezeiten wurden regelwidrig und entgegen den Zusagen ggü. dem Land zu kurz angesetzt und dies nach außen trickreich verschleiert.
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#* Täuschend und regelwidrig wurden Strecken nur so weit ausgewertet, wie sie noch eine gute Qualität aufwiesen.
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#* Etc. pp.
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# Die Veröffentlichung der wichtigsten Richtlinienverstöße<ref>C. Engelhardt, "Stuttgart 21: Schwerwiegende Verstöße gegen Bahn-Richtlinien im Stresstest", 17.11.2011, (pdf [https://wikireal.org/w/images/a/a9/2011-11-17_Richtlinienverstoesse_Stresstest.pdf wikireal.org])</ref> wurde von der DB mit der <u>Androhung von rechtlichen Schritten</u> zu verhindern versucht.<ref>17.11.2011, [http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-stresstest-wissenschaftler-werfen-bahn-trickserei-vor.2e97d9df-9751-49a6-a298-fd4e23517bc0.html stuttgarter-zeitung.de], "Wissenschaftler werfen Bahn Trickserei vor"</ref>
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# Diese Kritik wurde noch vor der Volksabstimmung über S21 veröffentlicht und der Stresstest als der "<u>größte technisch-wissenschaftliche Betrugsfall der deutschen Industriegeschichte</u>" angeprangert.<ref>[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#groesster_Betrugsfall_Zitate wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#groesster_Betrugsfall_Zitate]</ref> Zu diesem breit vermarkteten, massiven Vorwurf unterließ die DB bis heute eine Klage,<ref>05.12.2012, [http://direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/stuttgart21/messages/warum-klagt-die-db-ag-nicht-43488 direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de], "Warum klagt die DB AG nicht?" Siehe auch: 29.11.2012, [http://direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/stuttgart21/messages/stuttgart-21-nur-fuer-32-zuege-in-der-spitzenstunde-geplant-der-groesste-betrugsfall-43212 direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de], "Stuttgart 21: Nur für 32 Züge in der Spitzenstunde geplant? Der größte Betrugsfall?"</ref> wohl aus gutem Grund.
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# DB-Vorstandsvorsitzender Grube bezeichnet am 22.11.2011 im Fernseh-Beitrag von Frontal 21 die Kritik am Stresstest als "<u>Verschwörungstheorie</u>".<ref>22.11.2011, ZDF Frontal 21, "Verschwiegene Kosten, Stuttgart 21 vor der Entscheidung" (Video [https://youtu.be/_Ik_pA_OMqE https://youtu.be/_Ik_pA_OMqE], Interview Prof. Knoflacher [https://youtu.be/tF0ykITAEJg https://youtu.be/tF0ykITAEJg])</ref> Das hat sich nach den Eingeständnissen der DB und SMA von 2012 sowie der Bestätigung durch Prof. Ingo Hansen als üble Nachrede erwiesen.
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# Noch 2012 fand eine vom Landesverkehrsministerium vermittelte Diskussion zwischen dem Faktencheck-Portal WikiReal.org und der DB sowie der SMA statt. In deren Verlauf hatten letztere die wesentlichen <u>Richtlinienverstöße faktisch bestätigt</u>.<ref name="Stresstest"/>
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# Als das dokumentiert werden sollte, <u>brach die DB die Diskussion ab</u> und die Landesregierung nahm das einfach hin.<ref>C. Engelhardt," Einwendung zu PFA 1.3 fehlende Planrechtfertigung und Planreife für das Gesamtprojekt aufgrund Leistungsrückbau", 19.12.2013 (pdf [https://wikireal.org/w/images/9/91/2013-12-19_PFA_1.3%2C_Engelhardt_Leistungsr%C3%BCckbau.pdf wikireal.org]), S. 26 Punkt b) Fußnote 22</ref>
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# <u>Prof. Ingo Hansen</u> von der TU Delft ist die Autorität für die Kapazität von Bahnanlagen. In seinem 18 Seiten langen Fachartikel von Januar 2017 <u>bestätigt er die Kritik am Stresstest</u> im Einzelnen und schließt (übersetzt aus dem Englischen): "Somit ist die von den Stresstestsimulationen berichtete Leistungsfähigkeit viel zu optimistisch verglichen mit den praktischen Erfahrungen!" Mit Ausrufezeichen im Original.<ref>[https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#Hansen wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#Hansen]</ref>
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Amtlicher als durch Prof. Hansen kann die Bestätigung des Stuttgart 21-Leistungsrückbaus nicht erfolgen. Nur wurde das in allen nachfolgenden Anhörungen und Verfahren übergangen. Und auch die Medien griffen diesen Todesstoß für das Projekt Stuttgart 21 nicht auf. Ausführlich berichtete lediglich die Kontext-Wochenzeitung. Nur durchdringt diese Wahrheit nicht das dröhnende Schweigen des Mainstreams. Die von Geißler und Kefer teils ausdrücklich aufeinander abgestimmten Maßnahmen der professionellen Meinungsmanipulation zum Zwecke eines "Framings" der öffentlichen Meinung zeigen, dass die Öffentlichkeit zur Leistungsfähigkeit von S21 bewusst manipuliert wurde.
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Ein <u>professioneller Faktencheck</u> würde nicht die Spielräume eröffnen für die zahlreichen "Spins", also Manipulationen der öffentlichen Wahrnehmung, und für die unzähligen Unaufrichtigkeiten im Stresstest-Verfahren.[[Datei:Brettschneider 2013.png | x200px | rechts | thumb | Brettschneider et al., darin ({{cit|Spieker 2013}}).]]
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=== {{id | Wissenschaft}}Die Wissenschaft bestätigt die wesentlichen strukturellen Mängel der Schlichtung ===
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{{IconRight| Dokument.png}}
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Die <u>Universität Hohenheim</u> hatte in einem Fachartikel die Mängel der Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010 analysiert ({{cit|Spieker 2013}}). In diesem Artikel werden die '''allgemeinen Erfolgsfaktoren''' einer solchen Veranstaltung aufgezählt (S. 220):
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# <u>Fairness</u>
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# <u>Ergebnisoffenheit</u>
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# <u>Verfahrensklarheit</u>
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# <u>Neutralität</u> des Verfahrens
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# ausgewogene <u>Repräsentation</u> der betroffenen Interessen
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# Motivation der Teilnehmer zur <u>konstruktiven Problemlösung</u>
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Die Untersuchung identifiziert '''"einige Defizite der »S21-Schlichtung«"''' (S. 235):  
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{{IconRight| Trillerpfeife.png}}
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# Keine klare Formulierung der "<u>Verfahrens- und Entscheidungsregeln</u>" (S. 222)
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# "Im Gegensatz zu dieser Ankündigung, sich auf die Klärung der Fakten zu beschränken, stand am Ende jedoch ein <u>Schlichterspruch</u>" in einem regelrechten "Überrumpelungsverfahren" (S. 223)
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# "Heiner Geißler ist <u>kein ausgebildeter Mediator</u>, er ist ein Vollblutpolitiker." (S. 233)
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# <u>keine "gemeinsame Feststellung und Erörterung der Fakten"</u>, kein "tiefergehender Austausch", ggf. Arbeitsgruppen (S. 235).
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# Stresstest <u>nicht "gemeinsam beauftragt und beaufsichtigt"</u>, sollte für Gutachten aber der Fall sein (S. 236).
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# daher "<u>kein gemeinsam erarbeitetes Ergebnis</u>" (S. 236). Es fehlte "an einer abschließenden Betrachtung zentraler Punkte" (S. 226).
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{{IconRight | Handshake.png}}
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Es wird geschlossen (S. 237): "Gemessen an den Standards alternativer Streitbeilegungsverfahren [...] war <u>sie [die Schlichtung] nicht erfolgreich</u>." Am Ende dieses Artikels werden folgende '''Forderungen für einen besseren Faktencheck''' gestellt (S. 234):  
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# "Erstens sich über <u>gemeinsame Regeln</u> der Vorgehensweise verständigen. Werden Experten/Gutachter einbezogen? Wenn ja, welche? Kann ggf. eine zweite Einschätzung herangezogen werden?
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# Zweitens: Abgrenzen, <u>welche Fragestellungen</u> behandelt werden und weiche nicht - und sie klar definieren.  
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# Drittens: Basierend auf Interessen, faktischen und gesetzlichen Grenzen <u>Kriterien entwickeln</u>, anhand derer die Alternativen verglichen werden können.
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# Viertens: Bei großem Umfang und hoher Komplexität der Fragestellungen <u>separate Arbeitsgruppen</u> bilden.
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# Fünftens: Bei Uneinigkeit oder Unklarheiten die <u>strittigen Punkte festhalten</u>. Prüfen, welches Gewicht sie für eine Beurteilung der Alternativen haben und gegebenenfalls in Szenarien denken. Erst nach diesen Schritten sollten die Abwägung der Argumente und eine Bewertung der Alternativen stattfinden." 
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Das oben vorgeschlagene Verfahren für einen [[#Professioneller_Faktencheck |professionellen Faktencheck]] bietet alle Möglichkeiten für das hier vorgeschlagene Vorgehen: Die professionelle unabhängige Moderation, die Vorbereitung mit der Abstimmung der Themen und der grundlegenden Dokumente, das vereinbarte Verfahren, ggf. Arbeitsgruppen, etc.
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===Weitere gescheiterte Faktenklärungen zu Stuttgart 21 ===
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{{IconRight| Behauptung.png | Vogelstrauss.png}}
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Die Schlichtung von 2010/11 ist vielleicht das massivste Negativbeispiel beim Großprojekt Stuttgart 21. Es gab aber noch weitere gescheiterte Faktenklärungen, bspw:
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# <u>Die Anhörung zu PFA 1.3 im Planfeststellungsverfahren</u>. Die Anhörung wurde zum Thema der Leistungsfähigkeit abgebrochen, schriftliche Beantwortung der Anträge verfügt, aber dann ein Jahr später im Stillen akzeptiert, dass in der Stellungnahme der Bahn praktisch [[Stuttgart_21/Anhörung_PFA_1.3/DB_09.2015 |keine der über 200 Fragestellungen beantwortet wurde]].
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# <u>Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags 2015 zu Kosten, Leistungsfähigkeit und Sicherheit von S21</u>. In der Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags vom 06.05.2015 [[Stuttgart_21/Anhörung_Bundestag_2015 |vermochten die Vertreter der Bundesregierung nicht, die offenen Fragen zu S21 nachvollziehbar zu beantworten]]. Unrichtig hieß es, seit 2010 gäbe es hierzu "nichts Neues". Die Zweifel an der Rechtfertigung des Projekts konnten somit auch vor dem Bundestag bisher nicht ausgeräumt werden.
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# <u>Verkehrsausschuss des Bundestags von 2016 zur Gleisneigung</u>. Der Antrag auf Änderung der EBA in Bezug auf die Gleisneigung in Bahnhöfen, scheiterte, da die Regierungsmehrheit [[Stuttgart_21/Gleisneigung/Verfahrensmängel#Anh.C3.B6rung_im_Bundestag_2016 |entgegen der Faktenlage den Antrag ablehnte]]. Es lagen zahlreiche unzweifelhafte Belege für die erhöhte Gefährdung und die Lücken in der Sicherheitsbewertung vor. Um das zu übergehen, genügte hier schlicht ein Mehrheitsbeschluss.
 +
# etc.
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==Einzelnachweise==
 
==Einzelnachweise==
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<references />
  
 
[[Kategorie:Stuttgart 21]]
 
[[Kategorie:Stuttgart 21]]

Aktuelle Version vom 26. Januar 2026, 09:38 Uhr

Stuttgart 21 (Expertenrat) ►  Faktencheck (S.a. → Deutsche Bahn)   //   [ Vollbild  |  aus  (Hilfe) ]

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Im Zuge der Aufklärungsarbeit zu den Mängeln von Stuttgart 21 wurde immer wieder ein Faktencheck gefordert, der die Fehler der S21-Schlichtung von 2010 vermeidet. Bis heute vergeblich. Als Ergebnis wurde dabei aber immerhin ein neuartiges Modell für einen professionellen Faktencheck entwickelt. Basis sind positive Erfahrungen mit Sachmoderationen auch zum Projekt Stuttgart 21, sowie die vielen Negativbeispiele zu S21, allen voran die Schlichtung, die mit deutlich über 100 schwerwiegenden Manipulationen mehr Desinformation als Faktencheck war und der Stresstest, der geradezu ein Festival der Meinungsmanipulation und des Wegguckens waren. Einen wirklich professionellen Faktencheck scheuen aber die S21-Betreiber, "wie der Teufel das Weihwasser".

Aktuell

16.01.2026 Faktencheck-Herausforderung zum Pfaffensteigtunnel wurde mehrfach veröffentlicht,[1] zuletzt im offenen Brief an Minister Hermann[2].
16.08.2025 Faktencheck zu Desinformation in "Zur Sache Baden-Württemberg!" vom 24.07.2025 mit unzähligen Falschaussagen gefordert.
12.12.2025 Fachartikel zum Pfaffensteigtunnel endet mit der Herausforderung zu einem Faktencheck[3] wie auch die Pressemitteilung dazu[4], siehe auch hier.
16.08.2025 Aufarbeitung der Sendung "Zur Sache" Baden-Württemberg", auch hier wird ein professioneller Faktencheck gefordert.
26.03.2025 Der Faktencheck zum Tunnelbrandschutz wird auch im "Alternativen Geschäftsbericht der Deutschen Bahn 2024" gefordert.[5]
04-06.2024 WikiReal fordert professionellen Faktencheck zum Tunnel-Brandschutz[6] und erneuert diese Herausforderung zu den offenen Briefen an Bahn[7] und EBA[8].
17.04.2024 Professioneller Faktencheck, Konzept auf dieser Seite vorgestellt, Seite neu strukturiert und stark erweitert.
29.12.2022 WikiReal fordert einen professionellen Faktencheck auch für die unrealistischen S21-Inbetriebnahme-Fahrpläne.[9]
04.02.2021 C. Engelhardt fordert auf Radio Dreyeckland einen "echten Faktencheck" zum Stuttgart 21-Brandschutz.[10]
16.01.2020 Faktencheck zu "Starke Schiene Deutschland", das Verkehrsministerium kneift im letzten Moment
10/11.2016 Anhörungen zu Leistungsfähigkeit und Brandschutz nur Show ohne echte Diskussion und Klärung, teils sogar mit Maulkorb![11]
06./07.07.16 Ablehnung 4. Bürgerbegehren ohne Faktencheck, Gemeinderat verhandelt Widerspruch, obwohl es den zugesagten Faktencheck nicht gegeben hatte.
07.03.2016 Mo-Demo, Engelhardt: Politik und Bahn kneifen vor Tatsachenklärung, die laut OB Kuhn Aufgabe der Stadt wäre, die aber laut Akteneinsicht untätig ist.[12]
26.02.2016 Statt dem zugesagten Faktencheck bieten die Projektumsetzer eine reine politische Showveranstaltung an, das 4. BB lehnt ab![13]
18.01.2016 Auswertung der Schlichtung: Statt neuer Aufklärung bewirkten Kefer und Geißler gründliche Desinformation. Geißler erneut: Faktencheck zu Flüchtlingen.[14]
10.01.2016 Heiner Geißler bringt einen neuen Faktencheck zum Thema Flüchtlinge ins Spiel.[15]
21.12.2015 OB zum Antrag: Verweis auf Widerspruchsverfahren, Einsicht wird gewährt, aber trotz fundierter Kritik[16] "keine Zweifel" an Kirchberg-Gutachten.[17]
30.11.2015 Der Faktencheck wird auf Anfang 2016 vertagt.
19.11.2015 Antrag auf Rücknahme der Ablehnung des 4. BB, zur Klärung "Ist 32 weniger als 38?" und für einen Faktencheck auf breiter Basis.
07-09.2015 Der Faktencheck findet breite Unterstützung mehrerer Gemeinderatsfraktionen, der Bundestagsopposition, von Heiner Geißler und der Bahn.
01.07.2015 Im Zusammenhang mit der Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens sagen SPD und Grüne im Stuttgarter Gemeinderat einen neuen Faktencheck zu.


Kernelemente eines professionellen Faktenchecks (schematisch).


Professioneller Faktencheck

Professioneller Faktencheck
● Professionelle Mediation
● Öffentlich übertragen, Videoaufzeichnung
● Abstimmung zu Themen und Dokumenten
● Metaplan-Technik
● Belege für sämtliche Aussagen
● Arbeitsgruppen und Folgetermine bei Bedarf
Kernelemente eines professionellen Faktenchecks.
Ablaufschema eines professionellen Faktenchecks.

Von WikiReal bzw. C. Engelhardt und J. Schoeller wurde auf Basis ihrer vorausgehenden beruflichen Erfahrungen und denen aus der Aufklärungsarbeit zu Stuttgart 21 ein Modell für einen effektiven professionellen Faktencheck entwickelt (Tabelle und Ablaufschema rechts). Im Kern handelt es sich um eine seit langem bewährte Sachmediation, die erstaunlicherweise aber bisher bei Faktenchecks bzw. zu gesellschaftlichen Fragen praktisch noch nicht eingesetzt wird.

Das hier vorgestellte Verfahren ist durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet. Als Teil einer Konfliktmediation führt die Sachmediation zunächst nur zu einer "intersubjektiven Wahrheit". Wird sie dagegen auf einen Faktencheck mit ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fragestellungen angewandt, wo bspw. "anerkannte Regeln der Technik" etabliert sind, kann dagegen regelmäßig eine objektive Wahrheit ermittelt werden. Für gesellschaftlich relevante Fragen wie Großprojekte oder Prämissen der Politik kommt im Unterschied zu üblichen Mediationsverfahren die Öffentlichkeit des Prozesses hinzu, was Transparenz und Nachvollziehbarkeit herstellt. Damit wird die Akzeptanz des Ergebnisses des Faktenchecks in der Gesellschaft stark befördert. Es ist erstaunlich, dass dieses aus bekannten und bewährten Elementen bestehende Verfahren noch nicht großflächig zum Einsatz kommt.

Die Kernelemente eines solchen professionellen Faktenchecks sind: Eine Vorbereitung, in der ein Themenkatalog abgestimmt wird und eine gemeinsame Informationsbasis geschaffen wird in Form vom Austausch grundlegender Dokumente. Dies ist der Ausgangspunkt der von einem oder mehreren ausgebildeten Mediatoren moderierten Diskussion. Argumente sind grundsätzlich zu belegen auf Basis der schon im Vorfeld ausgetauschten oder in der Folge nachzureichenden Dokumente. Für größtmögliche Transparenz und Legitimität nachfolgender Entscheidungen sorgt eine Video- oder Audioaufzeichnung und ggf. öffentliche Übertragung. Wenn nötig, bereiten gemeinsame Arbeitsgruppen Folgetermine vor.

In die detaillierte Ausarbeitung dieses Verfahrens gingen zahlreiche Erfahrungen zu Stuttgart 21 ein: Die Negativ-Beispiele von Schlichtung und Stresstest, die Schlussfolgerungen der Wissenschaft dazu wie auch erfolgreiche Faktenchecks mit Behörden oder Ministerien (nur leider nicht öffentlich). Das neue Konzept ist offenbar so effektiv, dass es die S21-Betreiberseite unbedingt zu vermeiden versucht. Das zeigen die vergeblichen Bemühungen um einen effektiven (und zu dem Zweck auch öffentlichen) Faktencheck zu Stuttgart 21 mit dem Stuttgarter Gemeinderat oder der Landesregierung Baden-Württemberg.

Auf einen Faktencheck nach diesen einfachen aber effektiven Regeln hat sich die S21-Befürworterseite weder 2016 noch 2020 oder 2024 eingelassen. Man könnte es so ausdrücken: Bei Stuttgart 21 scheuen Politik und Bahn eine effektive Faktenklärung "wie der Teufel das Weihwasser". In der Politik besteht offenbar weniger Bedarf an einer Klärung offener Fragen und einer bestmöglichen Zukunftsplanung als vielmehr nach Gesichtswahrung in der Öffentlichkeit. Die schrittweise Entwicklung dieses Modells ist aus den nachfolgenden Darstellungen zu den Faktencheck-Bemühungen zum Projekt Stuttgart 21 seit dem Jahr 2012 abzulesen.

Das Vertrauen der S21-Kritiker in ihre Argumente zeigt sich darin, dass sie immer wieder einen professionellen Faktencheck gefordert haben, das zugehörige Verfahren unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Wissenschaft ausgearbeitet haben und dass sie sich jederzeit einem solchen Faktencheck stellen unter Beteiligung der besten Experten aus Wissenschaft und Forschung. Die andere Seite lehnt jedoch immer wieder ab und zieht sich auf Genehmigungen zurück, die nachweisbar mit "unrichtigen und unvollständigen Angaben" erwirkt worden waren.


14.07.2012 MVI, Diskussionsvorlage anonymisiert

Erfolgreich durchgeführte Faktenchecks und vorausgehende Erfahrungen

Neben den vielen weiter unten angeführten fehlgeschlagenen Faktenklärungs-Versuchung zu Stuttgart 21 gab es auch einzelne gelungene Faktenchecks zu dem Projekt. Diese hatten zwar die Leistungsfähigkeit des vorstehend beschriebenen Konzepts bewiesen, sie lösten aber keine Konsequenzen aus, weil sie nicht öffentlich durchgeführt bzw. nicht allgemein zugänglich dokumentiert wurden. Die Verantwortlichen konnten später über die brisanten Ergebnisse dieser Workshops einfach hinweggehen. Auch die vorausgehenden beruflichen Erfahrungen von C. Engelhardt und J. Schoeller bestätigten die hohe Wirksamkeit der Sachmoderation unter einem Mediator. Um gesellschaftliche Verbindlichkeit auszulösen müssten daher solche moderierten Faktenklärungen bei entsprechenden öffentlichen Themen auch öffentlich stattfinden und bspw. als Videostream dokumentiert sein.

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2012/14, Landesverkehrsministerium

Eine erste unmoderierte Besprechung am 14.03.2012 zwischen Kritikern und Vertretern der Projektbegleiter im Landesverkehrsministerium (MVI) war extrem unproduktiv verlaufen, die Diskussion hatte sich vielfach im Kreis gedreht. Im Folgeworkshop am 17.04.2012 mit Umsetzung des Moderationskonzepts wurde der Faktencheck von der pro S21-Seite als enorm produktive Veranstaltung gelobt. Sämtliche strittige Fragen konnten erfolgreich geklärt werden. Wegen fehlender Öffentlichkeit und damit Verbindlichkeit führte dieser Erkenntnisgewinn leider zu keinen Konsequenzen. Vielmehr wurde im Jahr darauf einfach die Weigerung der Bahn zur Fortsetzung dieses Dialogformats vom Ministerium hingenommen.[18]

Eine weitere gleichartig strukturierte Diskussion zur "Entfluchtung und Dimensionierung von Stuttgart 21" vom 07.02.2014 war in der Sachaufklärung ähnlich erfolgreich. Sie war aber leider wieder ohne Konsequenzen, da in vertraulichem Rahmen umgesetzt.
21.01.2014 Workshop Branddirektion, bis Abs. 6 auch 22.01. im AK Brandschutz.
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2014, Branddirektion Stuttgart

In der Branddirektion Stuttgart wurde im Zuge einer Sachmoderation am 21.01.2014 umfassende Überzeugungsarbeit geleistet, so erfolgreich, dass die Fragen unmittelbar in dem nächsten Projekt-Arbeitskreis vom 22.01.2014 präsentiert werden konnten. Dort wurden sie aber vom Projektbetreiber in einer (unmoderierten) Diskussion, in der ihm keine Entkräftung der Kritik gelang, komplett blockiert. Das ging so weit, dass das Thema sogar aus dem Protokoll der Veranstaltung herausgehalten wurde.

Industrie, Unternehmensberatung, Verwaltung

C. Engelhardt und J. Schoeller haben vor dem Engagement beim Projekt Stuttgart 21 mehr als 30 Sachmoderationen mit Unternehmensberatungs-Tools in Industrie und Verwaltung umgesetzt und die hohe Leistungsfähigkeit der moderierten Faktenklärung erfolgreich genutzt. Beispiele:

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  1. Reorganisation Geschäftsprozess. Überarbeitung eines konzernspartenweiten Planungsprozesses in einem DAX Konzern. Schwierige Interessenskonflikte und eine herausfordernde Gruppendynamik wurden aufgelöst und ein funktionierender enorm beschleunigter Prozess etabliert.
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  1. Restrukturierung Geschäftsbereich. Ein durchgeführter Faktencheck und die projektbegleitende professionelle Moderation und Kommunikation waren ausschlaggebend für die Hebung der Optimierungspotentiale und Umsetzung neuer Führungsstrukturen in einem schwierigem DAX Konzernumfeld.
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  1. Leitbildentwicklung eines Stromlieferanten. Mittels eines vorgelagerten Faktenchecks wurde die Entwicklung der Bausteine Mission, Vision und Strategie beschleunigt und fundiert. In der Folge Kulturwandel hin zur Fokussierung auf die Fakten und weg von politischen Ränkespielen.
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  1. Implementierung eines Leitbildes bei einem Strom und Wasserlieferanten. Die Durchführung einer Evaluationsbefragung zum Unternehmensleitbild auf Konzernebene war Grundlage für die Leitbild-Dialoge in den 16 Gesellschaften. Auch hier war die Fokussierung auf die Fakten einer Umfrage wesentlicher Impulsgeber zur erfolgreichen Implementierung.
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  1. Entwicklung von Großstadtverwaltungen zu modernen Dienstleistern. Implementierung neuer Steuerungssysteme und Managementmethoden durch professionelles Change- und Projektmanagement. Vollständige moderierte Faktenklärung in der Sache löste Blockaden zwischen den Dezernaten und bei der Verwaltungsspitze, lieferte solide Entscheidungsgrundlagen und beschleunigte die Prozesse.


Vergebliche Bemühungen um einen echten Faktencheck zu Stuttgart 21

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Bei dem Projekt Stuttgart 21 gab es neben zuvor erwähnten Faktenklärungen, die in der Sachaufklärung erfolgreich waren, aber aufgrund der fehlenden Öffentlichkeit unverbindlich blieben, zahlreiche Anläufe für einen echten öffentlichen Faktencheck. 2015/16 nach der Zusage eines Faktenchecks im Zuge der Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens gegen Stuttgart 21. Dieser Faktencheck endete aber als Farce inklusive einem verordneten Maulkorb. 2020 gab es einen erneuten Anlauf zu einem Faktencheck im Rathaus, bei dem aber das Landesverkehrsministerium im letzten Moment kniff. Wenn es ernst wird, meidet die S21-Befürworterseite einen professionellen Faktencheck "wie der Teufel das Weihwasser".


2015-16, Ablehnung 4. Bürgerbegehren, Zusage Faktencheck und dann Sabotage

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→ Hauptartikel: Leistung/4. BB Faktencheck

2015/16 gab es die bisher weitreichendste Zusage eines Faktenchecks im Zuge der Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens gegen Stuttgart 21. Dieser Faktencheck endete aber als Farce inklusive einem verordneten Maulkorb. Der Prozess war gekennzeichnet von mehreren gebrochenen Zusagen und mehrfach verweigertem Rederecht für die Kritiker durch die Stadt Stuttgart.

  1. Juli 2015, Ablehnung des 4. Bürgerbegehrens gegen Stuttgart 21 (leistungsrueckbau-s21.de) im Stuttgarter Gemeinderat. Es wurde nicht einmal den Vertrauensleuten ein Rederecht gewährt. Im Gegenzug wurde aber ein erneuter Faktencheck zu Stuttgart 21 zur Leistungsfähigkeit des Bahnhofs und für die Reisenden zugesagt. Die Ablehnung erfolgte, nachdem der städtische Gutachter in bei einer S21-Kapazität von 32 Zügen/h keinen Rückbau gegenüber einer aktuellen Kapazität von 38 Zügen erkennen konnte. OB Kuhn sagte, "Faktenklärung und Tatsachenklärung" wären, wenn "Zweifel" an der "Kapazität" aufkämen, "Aufgabe der Stadt".
  2. 07-08.2015, breite Unterstützung für einen Faktencheck. Die Stuttgarter Gemeinderatsfraktionen der SPD, Grünen, AfD und ohnehin der SÖS-LINKE-PluS, sowie die komplette Opposition im Bundestag und der frühere Stuttgart 21-Schlichter Heiner Geißler befürworteten einen Faktencheck. Die Bahn hatte ihre Bereitschaft erklärt. Ein solcher Termin wurde dann jedoch von SPD und Grünen im Gemeinderat auf 2016 verschoben wegen schwieriger Haushaltsberatungen.
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  3. 02.2016, 1. Anlauf, Projektumsetzer wünschen Showveranstaltung. Nach knapp acht Monaten des Hinhaltens stellten in der Vorbesprechung vom 26.02.2016 die Vertreter von SPD und Grünen im Gemeinderat sowie der Bahn klar, dass die Umsetzer des Projekts keinen echten Faktencheck wünschen, sondern allein eine Showveranstaltung unter unfairen Bedingungen für die Vertreter des 4. Bürgerbegehrens, die entsprechend ablehnten.
  4. 30.09.2016 Vorschlag zum Verfahren von den Projektkritikern.[19]
    25.02.2016 Vorschlag für Verfah­rens­re­geln (Engelhardt, Schoeller[20]).
    Konzept für einen echten Faktencheck. Engelhardt und Schoeller hatten für das 4. Bürgerbegehren auf OB Kuhns Zusage und Verpflichtung der Stadt für einen echten Faktencheck hingewiesen und auf die Erkenntnisse der Wissenschaft für einen solchen Prozess. Dazu wurden die "Lessons Learned" der Universität Hohenheim zur Schlichtung von 2010 überreicht.[21] Daraus abgeleitet wurden Verfahrensregeln und ein Fragenkatalog als Konzept für einen echten Faktencheck überreicht, der aber abgelehnt wurde.[20] Kernpunkte:
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      Unabhängige Moderation, am besten durch zwei Gruppenmoderatoren.
    • Teilöffentliche Veranstaltung, wie die Schlichtung ohne freies Publikum, aber mit Videoaufzeichnung und Streaming für ungestörtes Arbeiten.
    • Abgestimmter Fragenkatalog als Basis der Aufklärung: Bis wohin besteht eine gemeinsame Faktenbasis und wo beginnt die unterschiedliche Abwägung?
    • Sämtliche Argumente müssen belegt werden, entsprechende Dokumente müssen rechtzeitig veröffentlicht werden.
    • Getrenntes Resümee durch beide Seiten.
  5. 2016-10/11, 2. Anlauf ohne klares Konzept. Nachdem dem Scheitern Anfang 2016 hatte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats am 06.07.2016 ohne weitere Rücksprachen Informationsveranstaltungen beschlossen zu den Fragen, "wo man steht und welche Fragestellungen" von wem "geklärt" werden müssten, aber ohne Ausführungsdetails. Laut OB sollte aber jetzt "kein Faktencheck, keine Schlichtung und keine Moderation" stattfinden. Später wurden der 26.10.2016 und der 15.11.2016 als Termine reserviert.
  6. Ein Vorschlag zur Gestaltung dieser Durchsprachen wurde dann von den Vertretern der Bürgerbegehren an den OB gerichtet.[19] Er enthielt Vortragszeiten für Kritiker, Bahn und Verwaltung, ausreichend Diskussion, die Experten sollten ein Recht zur Wortmeldung und eigenem Fazit haben, außerdem: öffentliche Videoübertragung, Themenkatalog mit Zeitbudgets.
  7. Dieser Vorschlag blieb ohne Reaktion auch in der Einladung durch den OB, der die Einzelheiten des Ablaufs dem Ältestenrat überantwortete. Die Zusage der Vertreter der Bürgerbegehren erfolgte dann auf derart unklarer Basis mit der Bitte, doch im Termin auf die Stellungnahmen der Verwaltung reagieren zu können und ausreichend Vortragszeit vorzusehen. Erneuter wurde eine Videoübertragung angeregt.
  8. 26.10.2016 Anhörung im Gemeinderat zur Leistungsfähigkeit. Vortrag Engelhardt, Beispielfolie, Verteilung des Textes "Zu klärende Fragen"[22] (Fotos: Achim Zweygarth, Lichtgut).
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    Durchführung dann als Farce inklusive Maulkorb unter neuen, zuvor nicht diskutierten Bedingungen mit gravierenden Einschränkungen: Sehr kurze Vortragszeiten, auch noch das Land BW sollte vortragen, was zu einer 2/3 Übermacht der Befürworterseite führte. Renommierte Experten der Kritikerseite wie Dr. Kathrin Grewolls und Dr. Martin Vieregg waren unerwünscht. Und der Ältestenrat hatte einen "Maulkorb" verfügt: Die vertretenen Experten hätten demnach keine Fragen beantworten dürfen.[11]
  9. Dieser "Maulkorb" führte zu einem regelrechen Eklat, nachdem C. Engelhardt diesen kommentiert hatte, dass "offenbar in der Region Stuttgart ein bemerkenswertes Demokratieverständnis herrsche". Es ist vielsagend, dass die anwesenden zahlreichen Journalisten der Stuttgarter Zeitungen über diese Tumulte schwiegen in ihren Berichten von dem Termin.[11] Aufgrund der Befürchtung derartiger Einschränkungen hatten die Kritiker am 26.10.2016, um die offenen Fragen aktenkundig zu machen, eine Übersicht der "zu klärenden Fragen" verteilt.[22]
  10. "Informationsveranstaltungen" mit zahlreichen Falschdarstellungen der Befürworterseite. Nachdem eine Diskussion bzw. Faktenklärung weitgehend unterbunden worden war, verkam der einst zugesagte Faktencheck zu einer Desinformationsveranstaltung:
    • Am 26.10. schwieg die Bahn zwar vollständig zum Stresstest, behauptete unter anderem aber argumentfrei, der neue Tiefbahnhof könne eine Verdopplung des Verkehrs leisten. Die Landesregierung, die eigentlich schon bestätigt bekommen hatte, dass dem Stresstest zahlreiche Richtlinienverstöße zugrunde liegen, führte diesen dennoch als Nachweis der Leistungsfähigkeit an.
    • Am 15.11. platzierte der Brandschutzbeauftragte der Bahn Klaus-Jürgen Bieger erneut einige der unzutreffenden Aussagen zum Brandschutz: • Es seien max. 7.500 Pers. im Bahnhof (es sind vielmehr 8.082 Personen pro Bahnsteig), • der Brandschutz im Tiefbahnhof sei jetzt "noch besser" (dabei war er vorher vollkommen dysfunktional). • Die Züge seien im Tunnel unter Vollbrand fahrbar (was später durch den Brand bei Montabaur widerlegt wurde), • Die S21-Tunnel hätten die breitesten Fluchtwege in Europa (es sind die schmalsten), • Die S21-Tunnel seien "genauso" gebaut wie Erfurt-Halle/Leipzig (sie sind aber etwa 5-mal gefährlicher gebaut), • Er fasste in vollkommener Umkehrung der Realität zusammen: "Stuttgart bekommt den sichersten unterirdischen Bahnhof und Eisenbahntunnel nach dem neuesten Stand der Technik".
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    Im 2. Anlauf wurden die Kritiker also erfolgreich über den Tisch gezogen. Im Ergebnis kamen die S21-Kritiker sehr viel schlechter weg als mit dem im Februar 2016 von der Pro S21-Seite vorgeschlagenen Konzept. Erreicht wurde das, indem die Kritiker lange im Glauben gelassen wurden, dass doch noch ein "echter" Faktencheck umgesetzt werden sollte. Auf die von ihrer Seite vorgeschlagenen Verfahrensvorschläge gab es keine Ablehnung. Nachdem die Veranstaltung lange genug angekündigt war, wurden sie dann vor vollendete Tatsachen gestellt und standen vor der Wahl, entweder spät einen "Rückzieher" zu machen, oder in den sauren Apfel des suboptimalen Konzepts zu beißen, in der Hoffnung, die kritischen Punkte bekämen doch etwas Öffentlichkeit. Diese Hoffnung ging fehl.


06.2017, Faktencheck zu "Leistungskritik komplett widerlegbar?"

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Anfang Juni 2017 behauptete der S21 Projekt-Vorstand Peter Sturm in einer Diskussion mit Kritikern, die von Engelhardt formulierte Leistungskritik sei "komplett widerlegbar". Daraufhin lud Engelhardt Sturm in einem offenen Brief dazu ein, dies in einem "strukturierten Verfahren" entsprechend einem professionellen Faktencheck zu tun.[23] Sturm lehnte das ab, und verwies dabei ausgerechnet auf die Argumentation zu PFA 1.3 von 2014/2015 und die Anhörung im Stuttgarter Gemeinderat von 2016, die beide von Engelhardt im offenen Brief als Beispiele genannt worden waren, dass sie nicht die "Widerlegung der Kritik" erbracht hatten, jeweils begründet mit dem Link zu der sehr detaillierten Analyse der Nichtbeantwortung der Leistungsfragen in PFA 1.3 oder dem entsprechenden Originaldokument. Letztlich war Sturms Aussage "komplett widerlegbar" somit eine leere Behauptung. Die Bahn hat sich hier erneut einfach weggeduckt und einer Diskussion verweigert.


01.2020, Faktencheck "Starke Schiene" im Stuttgarter Rathaus ohne die andere Seite

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16.01.2020, Podiumsdiskussion, "Sind starke Schiene, Deutschlandtakt, mit Stuttgart21 vereinbar?": Engelhardt, Milankovic, Hesse, fehlend: Hickmann (Foto: Ulli Fetzer).
Flyer zur Fakten­klärung "Starke Schie­ne u. Deutschlandtakt".[24]

Ein erneuter Faktencheck wurde Anfang 2020 versucht, als das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 einlud zur "Großen Faktenklärung": "Sind starke Schiene und Deutschlandtakt mit Stuttgart21 vereinbar?"[24] Nachdem Abteilungsleiter Gerd Hickmann vom Verkehrsministerium lange zugesagt hatte, zog er knapp 2 Tage vor dem Termin zurück und sagte kurzfristig ab.[25] Vorausgegangen war das Schreiben von C. Engelhardt zur Vorbereitung des Termins, in dem dieser die zu klärenden zentralen Fragen präzisierte, etwa auch mit der Widerlegung des Stresstests durch Prof. Hansen. Aber insbesondere wurde auch gebeten, dass Argumente belegt werden sollten und bei verbleibendem Dissens verabredet würde, wie eine Klärung erreicht wird.[26]

Es hat also die S21-Befürworterseite auch dieses Mal gekniffen, als es um einen echten Faktencheck gehen sollte. So blieben Fragen wie die bisher unbelegte Behauptung, S21 könne den Deutschlandtakt bewältigen, undiskutiert. Gleiches gilt für die Kritik daran sowie die im Detail als unhaltbar nachgewiesenen Aussagen der D-Takt-Arbeitsgruppe, der DB und des Landesverkehrsministeriums. Eine Diskussion mit der Befürworterseite konnte nicht stattfinden.[27]


04-06.2024, Faktencheck "Kein Zug wird fahren" zum Tunnelbrandschutz, Wegducken von DB und EBA

19.04.2024 Pressekonferenz, Beispielfolien, Szenenfotos (youtu.be) Roland Morlock (Ingenieure22), Christoph Engelhardt (WikiReal), Dieter Reicherter (Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21), Joris Schoeller (WikiReal) bei der Herausforderung zum Faktencheck).
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Zum Thema des fehlenden Brandschutzes in den Stuttgart 21-Tunneln wurde im Frühjahr 2024 ein Anlauf für einen Faktencheck genommen. Am 17.04.2024 war Stuttgart 21 zum dritten Mal Thema bei "Mario Barth deckt auf", zum zweiten Mal explizit auch zu den zu engen Rettungswegen in den Tunneln.[28] Am 19.04.2024 wurde dann von WikiReal, dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und den Ingenieuren22 eine Pressekonferenz unter dem Titel "Kein Zug wird fahren bei Stuttgart 21" abgehalten, in der dargestellt wurde, dass die hohen Personenzahlen der in den S21-Tunneln geplanten Züge in den Tunneln nicht rechtzeitig evakuiert werden können und Bahn und EBA eigene Vorgaben nicht einhalten, die sie sich zum Thema gegeben hatten und andernorts einfordern. Und es wurde ein professioneller Faktencheck eingefordert.[6]

Nachdem die Bahn in der Folge von einem Brandschutzkonzept gesprochen hatte, das unabhängig vom Zugtyp sein soll, wurde sie in einem offenen Brief zu dieser und 6 weiteren grundlegenden Fragen herausgefordert.[29] Ebenso wie das Eisenbahn-Bundesamt einen Monat später.[30] in den zugehörigen Pressemitteilungen wurden die Forderung nach einem professionellen Faktencheck erneuert.[7][8] Im Ergebnis haben sich aber sowohl Bahn als auch EBA komplett weggeduckt, keine Frage in der Sache beantwortet und keinen der Widersprüche zu ihren eigenen Ansprüchen aufgelöst. Über die Forderung des Faktenchecks wurde zwar berichtet, dieser aber nicht nachhaltig eingefordert. Selbst dort, wo etwa der SWR in einem recht guten Bericht zwei unabhängige Experten zu Wort kommen ließ mit der Aussage:

"Dennoch sagen Experten und Wissenschaftler wie Hans Leister
 und Urs Kramer, dass man sich der Kritik der Ingenieure, Physiker
 und Analysten annehmen müsse, um sie zu diskutieren."

Als dann in Reaktion auf die offenen Briefe sowohl Bahn als auch EBA einer Diskussion ausgewichen waren, hat aber der SWR auch auf unmittelbaren Hinweis auf diese Diskrepanz nicht nachgehakt.


Negativbeispiele: Die Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010/11 u.a.

Verantwortliche, 45 % Bahnvorstand Kefer: Falsch­aussagen u. Informations­zurückhaltungen, 20 % Schlich­ter Geißler: manipulative Gesprächsführung.
Unaufrichtigkeiten in der Schlichtung nach The­men. Weit über einhundert schwerwiegende Täuschungen führten zu umfassender Desinformation.[31]

Die Geißler-Schlichtung von 2010 zusammen mit dem Stresstest von 2011 waren das Gegenteil von einem Faktencheck, als der sie verkauft wurden. Die Wissenschaft bestätigt die wesentlichen strukturellen Fehler. Somit bietet die Schlichtung umfangreiches Anschauungsmaterial, wie ein Faktencheck nicht gemacht werden sollte.

Die Schlichtung war nicht der angekündigte Faktencheck, sondern massive Desinformation

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Die Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010 war als "Faktencheck" und Veranstaltung für eine "Aufklärung" im Sinne von Immanuel Kant propagiert worden. Diesen Anspruch hat sie weit verfehlt. Es wurde vielmehr eine umfassende Desinformation umgesetzt, wie die Detailanalyse von WikiReal belegt. Insbesondere der Schlichter Heiner Geißler ist für unzählige Manipulationen verantwortlich, mit denen er verhinderte, dass wichtige offene Fragen geklärt wurden oder gravierende Täuschungen der Stuttgart 21-Befürworterseite aufgedeckt wurden. Knapp die Hälfte der weit über hundert groben Täuschungen und Manipulationen während der Schlichtung betrafen die Leistungsfähigkeit (Abb. rechts). Ähnlich groß ist der Anteil vom DB-Technikvorstand Dr. Volker Kefer durch unzählige Falschaussagen und Informationszurückhaltungen. Die Wissenschaft hat selbst ohne die Bewertung dieser vernichtenden Wahrheitsbilanz, allein aufgrund der Verfahrensbetrachtung ein verheerendes Urteil über die Schlichtung gefällt.

Der Stresstest beendete die Schlichtung mit weiteren gravierenden Manipulationen

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Auch als Folge der extrem unaufrichtigen Diskussion der Leistungsfähigkeit in der Schlichtung wurde im Juli 2011 der sogenannte "Stresstest" zu Stuttgart 21 vorgestellt und diskutiert. Sowohl im Vorfeld als auch bei der Durchführung wie auch bei der späteren Diskussion gab es zahlreiche Manipulationen und gebrochene Zusagen, die den angestrebten Faktencheck zur Leistungsfähigkeit durch den Stresstest gründlich sabotierten.

  1. Die Zusage, dass die Kritiker an den Eingangsdaten des Stresstests beteiligt werden sollten wurde nicht eingehalten.[32]
  2. Auch wurden Kritiker und Öffentlichkeit nicht wie versprochen über den untersuchten Fahrplan informiert.[32]
  3. Es wurde nur ein Audit statt einem Gutachten beauftragt, so wurde nicht der Nachweis der Leistung geprüft, sondern nur, ob die Bahn bei der Simulation ihrem eigenen Verfahren folgte, dagegen aber nicht wirklich, ob die Eingangsgrößen praxisnah gewählt wurden.[32]
  4. Selbst die vom Schweizer Auditor SMA gewünschte Abstimmung zu den Auswertekriterien wurde verweigert.[32]
    "Stresstest bestanden"-Kampagne. Vorprägung einer unzutreffenden Botschaft, SZ vom 27.06.2011.[33] (Quelle: Szenenfoto NDR zapp[34])
  5. Einen knappen Monat vor der Veröffentlichung des Audits hatte Bahn-Vorstand Dr. Volker Kefer "ausgewählte Journalisten" "den Stresstest als erfolgreich bestanden" verkauft.[35] Prompt wurde damals schon getitelt "Stuttgart 21 besteht Stresstest" wie es aus dem "Umfeld der Bahn" heißen sollte.[36]
  6. Öffentlich behauptete die Bahn hingegen wahrheitswidrig, die Ergebnisse nicht gestreut zu haben.[37]
  7. Die Projektkritiker sollten schließlich überhaupt erst drei Tage vor Präsentation der Ergebnisse Informationen zu der Simulation erhalten, das hätte eine Analyse und Bewertung unmöglich gemacht. Es kam dann doch zu einem zweiwöchigen Austausch, den sogenannten "Prämissengesprächen".[32]
  8. Dort hatte Geißler direkten Kontakt der Kritiker zum Auditor und Zugang zu allen Informationen verfügt. Die Bahn hatte dem spontan zugestimmt aber unmittelbar im Nachgang per Email klargestellt, dass sie nichts davon gewähren würde.[38]
  9. Sie blockierte auch die Einsicht in das Simulationsmodell und in die Schlüsseldokumente.[32]
  10. Auch in diesen Gesprächen verhinderte Geißler durch seine Moderation zielsicher die Aufklärung zu den wichtigsten Problempunkten.[32]
  11. Der DB-Stresstest-Projektleiter hatte sogar zugegeben, dass die Richtlinien nicht überall eingehalten worden seien – der Auditor SMA könne ja herausfinden, wo nicht. Das gelang der SMA in der Kürze der Zeit aber nicht.[39]
    29.07.2011, Stresstest-Präsentation mit einem Teil der Teilnehmer[40] (Foto: Stadt Stuttgart, Collage der Ausschnitte: WikiReal).
  12. Kefer hatte am 29.07.2011 den Stresstest öffentlich vorgestellt und Boris Palmer daraufhin für die Kritiker derart erhebliche methodische Kritik geübt, dass die Zeitungen schon titelten: "Bahn hat beim Stresstest geschummelt"[41] oder: "Bahn-Gegner zerpflücken den Stresstest".[42] Die Veranstaltung hätte im Debakel für die Bahn geendet, doch dann überdeckte Schlichter Geißler das mit einem brillanten Medienscoop, dem sogenannten "Kompromissvorschlag",[43] einer nicht ernst gemeinten S21-Alternative.[44] Prompt wurden die verheerenden Schlagzeilen der online-Berichte umgetitelt in bspw: "Geißler bringt Zwitter-Bahnhof ins Spiel"[42] und die Regelwidrigkeiten in der Simulation gingen daraufhin in der Berichterstattung unter.
  13. Zu diesem professionellen Ablenkungsmanöver hatte Kefer im Anschluss vor den Medien den Überraschten gespielt und beteuert, nicht davon gewusst zu haben. Dabei war er seit mindestens zwei Tagen eingeweiht.[45]
  14. Nach dem Ergebnis des Auditors war der Stresstest gar nicht bestanden (im Widerspruch zur "Bestanden"-Kampagne): Statt der geforderten "guten" Betriebsqualität wurde nur eine "wirtschaftlich optimale" Qualität erreicht. Das hätte ein klares "Durchgefallen" ergeben.[46]
  15. Auch darüber hinaus wurde dem Stresstest am 29.07.2011 das "Bestanden"-Prädikat entzogen, da noch ein sogenannter "Finaler Simulationslauf" mehrere identifizierte Fehler korrigieren sollte. Dessen Veröffentlichung Monate später fand dann kaum noch mediale Beachtung. Hängen blieben aber in der Öffentlichkeit die von Kefer und Geißler inszenierten Schlagzeilen.
    17.11.2011, Pressekonferenz WikiReal.org zu Fehlern im Stresstest, in: ZDF Frontal 21 vom 22.11.2011 (youtube.com)
  16. Es blieben aber auch im finalen Simulationslauf zahlreiche gravierende methodische Fehler im Stresstest enthalten (→ Leistung/Stresstest 2011), die von WikiReal.org am 17.11.2011 in einer Pressekonferenz vorgestellt wurden und in ihrer Systematik den Verdacht eines umfangreichen und systematischen Betrugs begründen:
    • Hohe Verspätungen in der Simulation wurden auf unkritische Werte gekappt (bspw. von 11 auf 5 Min.).
    • Außerdem sollten, sobald ein Zug Verspätung hat, Baustellen verschwinden bzw. das Wetter schön werden.
    • Verspätungen wurden auch schon abgebaut, bevor sie entstanden waren.
    • Der Bedarf an Zügen wurde morgens unrealistisch schnell heruntergefahren, damit sich das Verspätungsniveau schnell erholen konnte.
    • Die Pünktlichkeit der S-Bahn wurde von 80 % in der Realität auf 94 % in der Simulation heraufgesetzt, ähnlich für die Züge.
    • Die Haltezeiten wurden regelwidrig und entgegen den Zusagen ggü. dem Land zu kurz angesetzt und dies nach außen trickreich verschleiert.
    • Täuschend und regelwidrig wurden Strecken nur so weit ausgewertet, wie sie noch eine gute Qualität aufwiesen.
    • Etc. pp.
  17. Die Veröffentlichung der wichtigsten Richtlinienverstöße[47] wurde von der DB mit der Androhung von rechtlichen Schritten zu verhindern versucht.[48]
  18. Diese Kritik wurde noch vor der Volksabstimmung über S21 veröffentlicht und der Stresstest als der "größte technisch-wissenschaftliche Betrugsfall der deutschen Industriegeschichte" angeprangert.[49] Zu diesem breit vermarkteten, massiven Vorwurf unterließ die DB bis heute eine Klage,[50] wohl aus gutem Grund.
  19. DB-Vorstandsvorsitzender Grube bezeichnet am 22.11.2011 im Fernseh-Beitrag von Frontal 21 die Kritik am Stresstest als "Verschwörungstheorie".[51] Das hat sich nach den Eingeständnissen der DB und SMA von 2012 sowie der Bestätigung durch Prof. Ingo Hansen als üble Nachrede erwiesen.
  20. Noch 2012 fand eine vom Landesverkehrsministerium vermittelte Diskussion zwischen dem Faktencheck-Portal WikiReal.org und der DB sowie der SMA statt. In deren Verlauf hatten letztere die wesentlichen Richtlinienverstöße faktisch bestätigt.[46]
  21. Als das dokumentiert werden sollte, brach die DB die Diskussion ab und die Landesregierung nahm das einfach hin.[52]
  22. Prof. Ingo Hansen von der TU Delft ist die Autorität für die Kapazität von Bahnanlagen. In seinem 18 Seiten langen Fachartikel von Januar 2017 bestätigt er die Kritik am Stresstest im Einzelnen und schließt (übersetzt aus dem Englischen): "Somit ist die von den Stresstestsimulationen berichtete Leistungsfähigkeit viel zu optimistisch verglichen mit den praktischen Erfahrungen!" Mit Ausrufezeichen im Original.[53]

Amtlicher als durch Prof. Hansen kann die Bestätigung des Stuttgart 21-Leistungsrückbaus nicht erfolgen. Nur wurde das in allen nachfolgenden Anhörungen und Verfahren übergangen. Und auch die Medien griffen diesen Todesstoß für das Projekt Stuttgart 21 nicht auf. Ausführlich berichtete lediglich die Kontext-Wochenzeitung. Nur durchdringt diese Wahrheit nicht das dröhnende Schweigen des Mainstreams. Die von Geißler und Kefer teils ausdrücklich aufeinander abgestimmten Maßnahmen der professionellen Meinungsmanipulation zum Zwecke eines "Framings" der öffentlichen Meinung zeigen, dass die Öffentlichkeit zur Leistungsfähigkeit von S21 bewusst manipuliert wurde.

Ein professioneller Faktencheck würde nicht die Spielräume eröffnen für die zahlreichen "Spins", also Manipulationen der öffentlichen Wahrnehmung, und für die unzähligen Unaufrichtigkeiten im Stresstest-Verfahren.
Brettschneider et al., darin (Spieker 2013).

Die Wissenschaft bestätigt die wesentlichen strukturellen Mängel der Schlichtung

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Die Universität Hohenheim hatte in einem Fachartikel die Mängel der Schlichtung zu Stuttgart 21 von 2010 analysiert (Spieker 2013). In diesem Artikel werden die allgemeinen Erfolgsfaktoren einer solchen Veranstaltung aufgezählt (S. 220):

  1. Fairness
  2. Ergebnisoffenheit
  3. Verfahrensklarheit
  4. Neutralität des Verfahrens
  5. ausgewogene Repräsentation der betroffenen Interessen
  6. Motivation der Teilnehmer zur konstruktiven Problemlösung

Die Untersuchung identifiziert "einige Defizite der »S21-Schlichtung«" (S. 235):

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  1. Keine klare Formulierung der "Verfahrens- und Entscheidungsregeln" (S. 222)
  2. "Im Gegensatz zu dieser Ankündigung, sich auf die Klärung der Fakten zu beschränken, stand am Ende jedoch ein Schlichterspruch" in einem regelrechten "Überrumpelungsverfahren" (S. 223)
  3. "Heiner Geißler ist kein ausgebildeter Mediator, er ist ein Vollblutpolitiker." (S. 233)
  4. keine "gemeinsame Feststellung und Erörterung der Fakten", kein "tiefergehender Austausch", ggf. Arbeitsgruppen (S. 235).
  5. Stresstest nicht "gemeinsam beauftragt und beaufsichtigt", sollte für Gutachten aber der Fall sein (S. 236).
  6. daher "kein gemeinsam erarbeitetes Ergebnis" (S. 236). Es fehlte "an einer abschließenden Betrachtung zentraler Punkte" (S. 226).
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Es wird geschlossen (S. 237): "Gemessen an den Standards alternativer Streitbeilegungsverfahren [...] war sie [die Schlichtung] nicht erfolgreich." Am Ende dieses Artikels werden folgende Forderungen für einen besseren Faktencheck gestellt (S. 234):

  1. "Erstens sich über gemeinsame Regeln der Vorgehensweise verständigen. Werden Experten/Gutachter einbezogen? Wenn ja, welche? Kann ggf. eine zweite Einschätzung herangezogen werden?
  2. Zweitens: Abgrenzen, welche Fragestellungen behandelt werden und weiche nicht - und sie klar definieren.
  3. Drittens: Basierend auf Interessen, faktischen und gesetzlichen Grenzen Kriterien entwickeln, anhand derer die Alternativen verglichen werden können.
  4. Viertens: Bei großem Umfang und hoher Komplexität der Fragestellungen separate Arbeitsgruppen bilden.
  5. Fünftens: Bei Uneinigkeit oder Unklarheiten die strittigen Punkte festhalten. Prüfen, welches Gewicht sie für eine Beurteilung der Alternativen haben und gegebenenfalls in Szenarien denken. Erst nach diesen Schritten sollten die Abwägung der Argumente und eine Bewertung der Alternativen stattfinden."

Das oben vorgeschlagene Verfahren für einen professionellen Faktencheck bietet alle Möglichkeiten für das hier vorgeschlagene Vorgehen: Die professionelle unabhängige Moderation, die Vorbereitung mit der Abstimmung der Themen und der grundlegenden Dokumente, das vereinbarte Verfahren, ggf. Arbeitsgruppen, etc.

Weitere gescheiterte Faktenklärungen zu Stuttgart 21

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Die Schlichtung von 2010/11 ist vielleicht das massivste Negativbeispiel beim Großprojekt Stuttgart 21. Es gab aber noch weitere gescheiterte Faktenklärungen, bspw:

  1. Die Anhörung zu PFA 1.3 im Planfeststellungsverfahren. Die Anhörung wurde zum Thema der Leistungsfähigkeit abgebrochen, schriftliche Beantwortung der Anträge verfügt, aber dann ein Jahr später im Stillen akzeptiert, dass in der Stellungnahme der Bahn praktisch keine der über 200 Fragestellungen beantwortet wurde.
  2. Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags 2015 zu Kosten, Leistungsfähigkeit und Sicherheit von S21. In der Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestags vom 06.05.2015 vermochten die Vertreter der Bundesregierung nicht, die offenen Fragen zu S21 nachvollziehbar zu beantworten. Unrichtig hieß es, seit 2010 gäbe es hierzu "nichts Neues". Die Zweifel an der Rechtfertigung des Projekts konnten somit auch vor dem Bundestag bisher nicht ausgeräumt werden.
  3. Verkehrsausschuss des Bundestags von 2016 zur Gleisneigung. Der Antrag auf Änderung der EBA in Bezug auf die Gleisneigung in Bahnhöfen, scheiterte, da die Regierungsmehrheit entgegen der Faktenlage den Antrag ablehnte. Es lagen zahlreiche unzweifelhafte Belege für die erhöhte Gefährdung und die Lücken in der Sicherheitsbewertung vor. Um das zu übergehen, genügte hier schlicht ein Mehrheitsbeschluss.
  4. etc.


Einzelnachweise

  1. • 15.12.2025, schwarzwaelder-bote.de (plus), "Gäubahn in Horb und Sulz. Bahn-Experten kritisieren »Tunnel-Mogelei«". • 06.01.2026, nachdenkseiten.de, "Frau Palla muss sich von den S21-Clowns emanzipieren!". • Christoph Engelhardt, "Pfaffensteigtunnel – Fehlplanungen und Demokratiedefizite", 13.01.2026 (pdf wikireal.org)
  2. Christoph Engelhardt, Roland Morlock, Offener Brief "Öffentlicher Faktencheck zum Pfaffensteigtunnel", 16.01.2026 (pdf wikireal.org)
  3. Roland Morlock, Christoph Engelhardt, "Pfaffensteigtunnel oder Gäubahnausbau – gefährliches Milliardenloch oder sinnvolle Fahrzeitverkürzung?", Eisenbahn-Revue International 1/2026, S. 42-46, S. 46
  4. 12.12.2025, WikiReal Pressemitteilung "S21-Pfaffensteigtunnel: Nicht genehmigungsfähig und fehlgeplant" (pdf wikireal.org)
  5. 26.03.2025, Christoph Engelhardt, "Die Auflösung der Standards im Tunnelbrandschutz", in: Bürgerbahn Denkfabrik, "Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn 2024. Den Verfall stoppen", 26.03.2025 (buergerbahn-denkfabrik.org, pdf buergerbahn-denkfabrik.org), S. 132-137, S. 137
  6. a b 19.04.2024, Pressekonferenz "Kein Zug wird fahren bei Stuttgart 21" (Downloads Pressemitteilung letzter Absatz, Folien der PK Folie 45, Video youtu.be/IQLY6Sj-elk Min.77:32)
  7. a b 24.04.2024, WikiReal.org, Aktionsbündnis gegen S21, Ingenieure22, Pressemitteilung "Bahn phantasiert von »Universal-Brandschutzkonzept« – Eingeständnis des fehlenden Tunnelbrandschutzes: Baustopp sofort!" (pdf wikireal.org)
  8. a b 22.05.2024, WikiReal.org, Aktionsbündnis gegen S21, Ingenieure22, Pressemitteilung "Die Bahn ist blank zum Brandschutz in den Stuttgart 21-Tunneln. Forderung an das Eisenbahn-Bundesamt: Baustopp sofort!" (pdf wikireal.org)
  9. C. Engelhardt, Positionspapier "Stuttgart 21: Der neue Regionalfahrplan ist nicht fahrbar, wie die Vorgängerpläne", 29.12.2022 (pdf wikireal.org)
  10. 04.02.2021, rdl.de, "S21: Praktisch ohne Brandschutz. Wenn es mal brennt, wird die Luft unten knapp" (mp3 rdl.de)
  11. a b c 31.10.2016, wikireal.org, Mo-Demo-Rede C. Engelhardt "Maulkorb-Erlass und Wahrnehmungsverweigerung im Stuttgarter Rathaus"
  12. 07.03.2016, Rede von Christoph Engelhardt, "Der große Faktencheck-Bluff! Politik und Bahn kneifen zur S21-Leistungsfähigkeit!" (pdf wikireal.org)
  13. 27.02.2016, stuttgarter-zeitung.de, "Schlichtung II fällt aus"
  14. 20.01.2016, kontextwochenzeitung.de, "Alles wie gehabt"
  15. 10.01.2016, ZDF, Berlin direkt, "Im Konflikt um Stuttgart 21 hat ein Runder Tisch nach Lösungen gesucht. Wäre das nach Köln erfolgversprechend, Heiner Geißler?" (Video zdf.de, s.a. "Kann die Spaltung überwunden werden?" zdf.de, "Hat Pegida Interesse am Dialog?" zdf.de)
  16. J. Schoeller, H. Heydemann, M. Braun, "Begründung des Widerspruchs gegen die Entscheidung auf Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens", 06.10.2015 (pdf wikireal.org)
  17. 21.12.2015, Stadt Stuttgart, der Oberbürgermeister, "Beantwortung und Stellungnahme zu Anfrage und Antrag" (domino1.stuttgart.de, pdf domino1.stuttgart.de).
  18. Email MVI an Engelhardt, 30.09.2013, 11:35 Uhr, "AW: Aktualisierte Fragensammlung zum Stresstest": "SMA und DB haben mitgeteilt, keine Veranlassung zu sehen sich nochmals zu äußern. DB hat ein entsprechendes Schreiben angekündigt, das bislang noch nicht eingegangen ist."
  19. a b 30.09.2016, Brief der Bürgerbegehren an OB Kuhn, "Durchsprachen im S21-Ausschuss: Stand des Projekts und zu klärende Fragen" (pdf wikireal.org)
  20. a b 26.02.2016, C. Engelhardt, J. Schoeller, "Vorschlag für Verhaltensregeln und der zu diskutierenden Themen" (https://wikireal.org/w/images/3/30/2016-02-26_4._BB_-_Faktencheck_Verhaltensregeln_und_Fragenkatalog.pdf wikireal.org])
  21. Arne Spieker, Frank Brettschneider, "Alternative Streitbeilegung? Die »Schlichtung« zu »Stuttgart 21« aus der Sicht der TeilnehmerInnen", 2013. In: Brettschneider, Frank; Schuster, Wolfgang (Hrsg.): Stuttgart 21. Ein Großprojekt zwischen Protest und Akzeptanz (S. 219-241). Wiesbaden: Springer VS: 2013 (springer.com, Zusammenfassung pdf wikireal.org)
  22. a b 26.10.2016, wikireal.org, S21-Kritiker, "Stuttgart 21 – zu klärende Fragen"
  23. 07.06.2017, Offener Brief von C. Engelhardt an Projektvorstand Peter Sturm, "Leistungskritik »komplett widerlegbar«?" (pdf wikireal.org)
  24. a b 02.01.2020, parkschuetzer.de, "Sind starke Schiene, Deutschlandtakt, mit Stuttgart21 vereinbar?"
  25. 14.01.2020, stuttgarter-zeitung.de, "S-21-Podiumsdiskussion. Ministeriumsvertreter sagt nach Zusage plötzlich ab". 15.01.2020, kontextwochenzeitung.de, "Von kalten Füßen und Alibi-Echsen"
  26. 09.01.2020, Email Christoph Engelhardt "Noch zur Vorbereitung des 16.01." an Abteilungsleiter Gerd Hickmann
  27. 16.01.2020, C. Engelhardt, "Sind Starke Schiene und Deutschland-Takt mit Stuttgart 21 vereinbar? – Oder »das Wunder von Stuttgart«", 16.01.2020 (pdf Kernaussagen wikireal.org, Foliensatz wikireal.org)
  28. 17.04.2024, 20:15 Uhr, RTL, "Mario Barth deckt auf", Min. 10:22 bis Min. 17:00 (Video Mediathek plus.rtl.de)
  29. 24.04.2024, Offener Brief an Olaf Drescher, "Belege für das »Universal-Brandschutzkonzept« der S21-Tunnel?" (pdf wikireal.org)
  30. 22.05.2024, Offener Brief an EBA-Präsident Stefan Dernbach, "Stuttgart 21: Fehlender Brandschutz in den Tunneln. Baustopp sofort! " (pdf wikireal.org)
  31. Eine der Verfehlungen, der Schlichterspruch, wird allen Themengebieten zugeordnet, so dass in der Tagesdarstellung an Tag 9 sieben Balkensegmente angetragen sind, obwohl für den Tag nur 3 Verfehlungen ausgewertet wurden. Eine davon, der Schlichterspruch wurde hier optisch verfünffacht, was der Bedeutung dieser besonders schweren Verfehlung durchaus angemessen erscheint. In der Themendarstellung ist die Summe der dargestellten Balken dementsprechend um 4 Zähler höher als die Gesamtzahl der Verfehlungen.
  32. a b c d e f g wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit
  33. 27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (Printausgabe), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch
    26.06.2011, sueddeutsche.de, "Die Bahn macht sich unglaubwürdig"
  34. 29.06.2011, ndr.de, Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (mit Video)
  35. 29.06.2011, ndr.de (archive.org), Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (Video https://youtu.be/97y5ph8_W3o)29.06.2011, ndr.de (archive.org), Fernsehmagazin zapp, "Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21" (Video https://youtu.be/97y5ph8_W3o)
  36. 27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (print), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch: 26.06.2011, sueddeutsche.de, "Die Bahn macht sich unglaubwürdig". 27.06.2011, t-online.de, "Bahn-Umfeld: Stuttgart 21 besteht Stresstest".27.06.2011, welt.de, "Stuttgart 21 besteht den Stresstest". 27.06.2011, fr-online.de (archive.org), "Bahn: Stresstest erfolgreich"27.06.2011, Süddeutsche Zeitung (print), "Stuttgart 21 besteht Stresstest". Siehe auch: 26.06.2011, sueddeutsche.de, "Die Bahn macht sich unglaubwürdig". 27.06.2011, t-online.de, "Bahn-Umfeld: Stuttgart 21 besteht Stresstest".27.06.2011, welt.de, "Stuttgart 21 besteht den Stresstest". 27.06.2011, fr-online.de (archive.org), "Bahn: Stresstest erfolgreich"
  37. 28.06.2011, Frankfurter Allgemeine Zeitung (print), siehe auch: 27.06.2011, faz.net (archive.org), "Bahn weist Grünen-Vorwürfe zurück"
  38. 12.07.2011 10:52, Email von Dr. Christian Becker, Leiter DB-Kundenmanagement und Fahrplan, an Peter Sautter, Experte auf Seiten der Kritiker12.07.2011 10:52, Email von Dr. Christian Becker, Leiter DB-Kundenmanagement und Fahrplan, an Peter Sautter, Experte auf Seiten der Kritiker
  39. 06.05.2015, bundestag.de, Wortprotokoll der 41. Sitzung Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur "Offene Fragen zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 aufklären", Protokoll-Nr. 18/41, S. 18 re. Spalte: Matthias Lieb: "Da hatte Herr Scheer [Schaer], der Projektleiter, auf meine Frage, ob die Vorgaben der Richtlinie eingehalten worden, erklärt: im Prinzip ja, aber nicht überall. Dann habe ich nachgefragt, ob er das genauer konkretisieren könne, wo denn nicht. Nein, das sei Aufgabe des Audits, das herauszufinden."06.05.2015, bundestag.de, Wortprotokoll der 41. Sitzung Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur "Offene Fragen zum Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 aufklären", Protokoll-Nr. 18/41, S. 18 re. Spalte: Matthias Lieb: "Da hatte Herr Scheer [Schaer], der Projektleiter, auf meine Frage, ob die Vorgaben der Richtlinie eingehalten worden, erklärt: im Prinzip ja, aber nicht überall. Dann habe ich nachgefragt, ob er das genauer konkretisieren könne, wo denn nicht. Nein, das sei Aufgabe des Audits, das herauszufinden."
  40. oben: Dahlbender, Palmer, Berschin, Engelhardt, Naumann (stehend), Arnoldi, Hopfenzitz, Riedel, unten: Dr. Ing. Hans-Josef Mayer (nicht in Teilnehmerliste verzeichnet), Bitzer, Rust, Hickmann, Hermann, Geißler (Foto: Stadt Stuttgart, s.a. stuttgarter-nachrichten.de)
  41. 29.07.2011, focus.de, "Palmer (Grüne): Bahn hat beim Stresstest geschummelt" (15:53 Uhr)29.07.2011, focus.de, "Palmer (Grüne): Bahn hat beim Stresstest geschummelt" (15:53 Uhr)
  42. a b 29.07.2011, stern.de, "Bahn-Gegner zerpflücken den Stresstest" (Version 14:11 Uhr)
    29.07.2011, stern.de, "Geißler bringt Zwitter-Bahnhof ins Spiel" (Version am Abend)
    Von der Mittagsversion liegt eine Google-Cache-Kopie vor. Auch jetzt wird noch das alte Link mit dem Titel in der Adresse auf die endgültige Fassung umgeleitet.
  43. wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Schauspiel_um_Kompromissvorschlag
  44. wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Geissler_spielt_auch
  45. wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest/Glaubwürdigkeit#Kefer_ueberrascht
  46. a b wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#Stresstest
  47. C. Engelhardt, "Stuttgart 21: Schwerwiegende Verstöße gegen Bahn-Richtlinien im Stresstest", 17.11.2011, (pdf wikireal.org)
  48. 17.11.2011, stuttgarter-zeitung.de, "Wissenschaftler werfen Bahn Trickserei vor"
  49. wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#groesster_Betrugsfall_Zitate
  50. 05.12.2012, direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de, "Warum klagt die DB AG nicht?" Siehe auch: 29.11.2012, direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de, "Stuttgart 21: Nur für 32 Züge in der Spitzenstunde geplant? Der größte Betrugsfall?"
  51. 22.11.2011, ZDF Frontal 21, "Verschwiegene Kosten, Stuttgart 21 vor der Entscheidung" (Video https://youtu.be/_Ik_pA_OMqE, Interview Prof. Knoflacher https://youtu.be/tF0ykITAEJg)
  52. C. Engelhardt," Einwendung zu PFA 1.3 fehlende Planrechtfertigung und Planreife für das Gesamtprojekt aufgrund Leistungsrückbau", 19.12.2013 (pdf wikireal.org), S. 26 Punkt b) Fußnote 22
  53. wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Leistung#Hansen